SAP öffnet On-Prem-Kunden die KI-Tür – zumindest einen Spalt
Um Kunden die Migration in die Cloud zu erleichtern, macht SAP bei Cloud First eine Ausnahme.Kittyfly – shutterstock.com
Bereits in der vergangenen Woche sickerten Gerüchte durch, wonach SAP in Sachen Cloud First eine strategische Kehrtwende vollziehen will. So berichteten die Wirtschaftswoche und Bloomberg unter Berufung auf Unternehmenskreise, die Walldorfer planten, technische Innovationen in ihren Business-Paketen künftig auch wieder in der On-Premises-Version zur Verfügung zu stellen. Details werde das Unternehmen auf seiner Kundenmesse in Orlando, Florida, bekanntgeben.
Nur eine Interimslösung
Wie sich auf der Sapphire nun zeigte, wird auch in Walldorf bei weitem nicht so heiß gegessen, wie gekocht wird. Denn von einer strategischen Neuausrichtung kann keine Rede sein, vielmehr öffnet SAP nur einen Teil seiner KI-Angebote für On-Premises-Kunden – und zwar solche, die sich bereits für den Weg in die Cloud entschieden haben.
Und das auch nur als eine Art Interimslösung, wie Sebastian Steinhäuser im Rahmen eines Pressebriefing erklärte. Es mache keinen Sinn, diesen Kunden Joule und Joule Assistants vorzuenthalten, so der Chief Operating Officer von SAP.
Um Kunden maximale Flexibilität bei der Einführung von Joule zu bieten, unterstütze SAP weiterhin hybride und On-Premises-Umgebungen, auch wenn die strategische Ausrichtung klar auf „Cloud-first“ ausgerichtet bleibt, so die offizielle Erklärung des ERP-Riesen.
Konkret planen die Walldorfer, GROW-with-SAP-Kunden bereits beim Onboarding Zugriff auf das vollständige Portfolio an Assistenten zu gewähren.
KI-Support bei der ERP-Migration
RISE-Kunden will SAP im ersten Jahr drei aktivierte Joule-Assistenten zur Verfügung zu stellen. Direkt in RISE with SAP integriert, sollen die neuen Joule-Assistenten und Joule-Agenten Kunden dabei unterstützen, komplexe, manuelle und zeitintensive technische Aufgaben im Rahmen ihrer Cloud-ERP-Migration und Modernisierung zu bewältigen.
So soll die erste Generation dieser Assistenten Agenten orchestrieren, die in der Lage sind,
Systemlandschaften zu analysieren,
die Datenqualität zu verbessern,
die Einführung eines „Clean Core“ durch die Identifikation und Bereinigung kundenspezifischen Codes zu beschleunigen,
Best-Practice-Konfigurationen anzuwenden, sowie
Tests und Validierungen zu automatisieren.
Auf diese Weise, so SAP, könnten Unternehmen ihre Modernisierung schneller vorantreiben, Kosten senken und Fehler minimieren. Gleichzeitig hätten IT-Teams so mehr Zeit, sich auf Adoption, Governance und die Schaffung von Geschäftswert zu konzentrieren, argumentiert der Konzern.
Kunden könnten die assistentengestützten Funktionen zudem nutzen, um bestehende ERP-Systeme zu optimieren. Sobald diese in der Cloud produktiv laufen, übernehmen die Assistenten Aufgaben wie Code-Optimierung, Überwachung der Datenqualität, automatisierte Tests sowie das Change- und Release-Management.
Die allgemeine Verfügbarkeit der Assistenten für Migration und Modernisierung ist ab dem dritten Quartal 2026 geplant.
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