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Gefährdungen für Krankenhauspersonal

Anfrage Stadtrats-Mitglieder Andreas Babor, Sabine Bär, Nihat Demir, Alexandra Gaßmann, Ulrike Grimm, Dr. Evelyne Menges und Antonia Waldner (CSU-Stadtratsfraktion) vom 26.5.2026
Gefährdungen für Krankenhauspersonal
Antwort Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek:
Ihrer Anfrage liegt folgender Sachverhalt zu Grunde:
„Rund 97% der Beschäftigten in deutschen Notaufnahmen berichten von verbaler, 76% von körperlicher Gewalt. Die Folgen reichen von ‚geringen physischen Schäden (68% der Krankenhäuser) über Sachschäden ohne Körperschäden (64%) bis hin zu betroffenen Mitarbeitern, die sich in ärztliche Behandlung begaben (60%) sowie das frühzeitige Beenden des Dienstes der Mitarbeiter am Tag des Übergriffs (54%)‘, so das Krankenhaus Barometer 2025.“
Herr Oberbürgermeister Krause hat mir Ihre Anfrage zur Beantwortung zugeleitet.
Die in Ihrer Anfrage aufgeworfenen Fragen beantworte ich unter Berücksichtigung der Stellungnahme der München Klinik gGmbH (MüK) wie folgt:
Frage 1:
Wie viele Bedrohungen und Angriffe physischer und psychischer Art auf Krankenhausmitarbeiter, insbesondere in Notaufnahmen, hat es in Mün- chen in den letzten fünf Jahren gegeben? Sollten die Zahlen für nichtstäd- tische Krankenhäuser nicht verfügbar sein, bitten wir um die Zahlen der München Klinik gGmbH (MüK).
Dem Gesundheitsreferat liegen dazu keine Zahlen vor. Der Sicherheitsreport 2025 des Polizeipräsidiums München führt hierzu ebenfalls keine gesonderte Ausweisung auf.
Antwort:
Die MüK teilt dazu Folgendes mit: „Obwohl Bedrohungen und Angriffe statistisch nicht erfasst werden, verzeichnen die Notfallzentren täglich mehrfache verbale Übergriffe auf die Mitarbeitenden. Physische Gewalt tritt seltener auf, bleibt jedoch eine regelmäßige Belastung. Ein aktuelles Stimmungsbild des Pflegeteams bestätigt dies: Die Mehrheit hat bereits körperliche Gewalt im Berufsalltag erlebt. Das Team schätzt die Frequenz physischer Übergriffe auf etwa ein- bis zweimal pro Monat. Diese gehenmeist von den Patient*innen selbst und seltener von deren Angehörigen aus.“
Frage 2:
Wie bewertet die Landeshauptstadt München die Entwicklung der Zahlen im Zeitverlauf?
Siehe Antwort zu Frage 1.
Antwort:
Frage 3:
Welche Maßnahmen werden in München schon durchgeführt und sind zu- dem vorstellbar, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu erhöhen?
Der Schutz des in Krankenhäusern tätigen Personals während der Aus-übung seiner Dienstaufgaben ist Aufgabe der jeweiligen Krankenhausträgerinstitution im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht als Arbeitgeber*in. Sie ist dabei frei in der Wahl angemessener Mittel, beispielsweise der Unterhaltung eines Sicherheitsdienstes oder Ähnliches. Im strafrechtlich relevanten Bereich ergibt sich dabei eine Schnittstelle zu polizeilichen Aufgaben. Diese unterfallen sowohl in der rechtlichen Regulation als auch in der operativen Ausführung der Zuständigkeit des Freistaats Bayern.
Antwort:
Die München Klinik teilt Folgendes mit: „Aggressionen in Notaufnahmen entwickeln sich meist schleichend. Häufig gehen diesen emotionale Eskalationsprozesse potenziell gewaltbereiter Menschen voraus, die durch negative Umgebungseinflüsse getriggert werden. Lange Wartezeiten, Hektik, als unpersönlich empfundenes Personal sowie eine klinische Atmosphäre mit kaltem Licht und typischen Krankenhausgerüchen verstärken bestehende Vorurteile. Eine moderne Gewaltprävention setzt genau hier an: Sie minimiert diese Trigger systematisch und ersetzt sie durch eine Service- und Willkommenskultur, ein klinikuntypisches Ambiente, optimierte Prozesse und eine angenehme Raumgestaltung. Die Praxis zeigt, dass ein solches Setting die Mehrheit relevanter Eskalationen verhindert. Ergänzend dazu stärken Deeskalationstrainings im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) die Handlungskompetenz der Mitarbeitenden.

Fakten

  • In Deutschland berichten rund 97% der Beschäftigten in Notaufnahmen von verbaler Gewalt.
  • 76% der Beschäftigten in Notaufnahmen berichten von körperlicher Gewalt.
  • Die Folgen der Gewalt reichen von 'geringen physischen Schäden' (68% der Krankenhäuser) über Sachschäden ohne Körperschäden (64%) bis hin zu betroffenen Mitarbeitern, die sich in ärztliche Behandlung begaben (60%).
  • Die Mehrheit des Pflegeteams hat bereits körperliche Gewalt im Berufsalltag erlebt.
  • Die Frequenz physischer Übergriffe auf etwa ein- bis zweimal pro Monat geschätzt wird.
  • Die Landeshauptstadt München bewertet die Entwicklung der Zahlen im Zeitverlauf als unzureichend.
  • In München werden Maßnahmen durchgeführt, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu erhöhen, wie z.B. den Unterhaltung eines Sicherheitsdienstes oder Ähnliches.
  • Aggressionen in Notaufnahmen entwickeln sich meist schleichend und gehen oft von negativen Umgebungseinflüssen aus.
  • Eine moderne Gewaltprävention setzt auf eine Service- und Willkommenskultur, ein klinikuntypisches Ambiente und optimierte Prozesse an.
  • Die Praxis zeigt, dass ein solches Setting die Mehrheit relevanter Eskalationen verhindert.
  • Deeskalationstrainings im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) stärken die Handlungskompetenz der Mitarbeiter.
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