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DSAG kritisiert SAPs neue API Policy

width="1982" height="1115" sizes="auto, (max-width: 1982px) 100vw, 1982px">Nicht nur aus Sicherheitsgründen will SAP den Zugriff von fremden KI-Agenten und Anwendungen auf seine Schnittstellen stärker reglementieren. Den Rise – shutterstock.com



Als Reaktion auf die stark steigende Nutzung von APIs durch Non-SAP-Systeme sowie auf neue Anforderungen durch Cloud- und KI-basierte Szenarien, so zumindest die offizielle Darstellung, haben die Walldorfer eine neue API Policy vorgestellt. Laut dieser gelten nur solche Schnittstellen als veröffentlichte APIs, die im „SAP Business Accelerator Hub“ oder in der jeweiligen Produktdokumentation ausgewiesen sind.



Planungssicherheit der Kunden gefährdet



Während SAP die neue API Policy mit legitimen Sicherheitsinteressen und der notwendigen Gewährleistung technischer Stabilität begründet, könnte sie die Planungssicherheit und Innovationskraft der Kunden gefährden, warnt die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG).



„Für SAP-zu-Non-SAP-Szenarien bedeutet das: Sie werden nur noch dort belastbar unterstützt, wo SAP die zugrundeliegenden Schnittstellen ausdrücklich veröffentlicht und dokumentiert hat“, erklärt Jens Hungershausen, DSAG-Vorstandsvorsitzender, in einer Stellungnahme.



Hinzu komme, dass der „SAP Business Accelerator Hub” sowie nicht näher definierte Produktdokumentationen nach Auffassung der DSAG bislang nicht eindeutig als Vertragsbestandteile ausgestaltet seien. Daraus ergebe sich aus Kundensicht die zwingende Anforderung, klare und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, um Auswirkungen von Änderungen frühzeitig einschätzen zu können, so Hungershausen.



„Das ist so nicht hinnehmbar“



„Die DSAG fordert schon länger absolut belastbare Vertragsdokumente. SAP nimmt jedoch zum Beispiel bei der SAP Business Data Cloud und nun auch bei der API Policy eine gegenläufige Position ein“, betont Michael Bloch, DSAG-Fachvorstand für Lizenzen, Vertragswesen & Support. Kunden hätten bei der Interpretation der Unterlagen derzeit noch Fragen, aus DSAG-Sicht bestehe hier Klärungsbedarf zur vertraglichen Einordnung. „Das ist so nicht hinnehmbar”, hält Bloch fest.



Die DSAG weist darauf hin, dass potenzielle neue Preismodelle oder Nutzungsregelungen rund um APIs transparent und frühzeitig kommuniziert werden müssten, um Planungssicherheit für Kunden und Partner zu gewährleisten. So habe die SAP bereits mit dem Digital-Access-Modell für die Anlage bestimmter Belegarten in der indirekten Nutzung ein Preismodell entwickelt.



„Laut SAP-Informationen soll es ein Fair-Use-Modell geben. Die konkrete Ausgestaltung ist derzeit jedoch noch unklar und sollte transparent in der API Policy dokumentiert werden”, fordert Bloch.



Ein weiterer kritischer Punkt ist, dass SAP die API-Nutzung mit klaren technischen und organisatorischen Auflagen verbindet. Zudem wird die Verwendung der Schnittstellen für bestimmte Szenarien eingeschränkt. Dazu gehören:




nicht dokumentierte Zwecke,



systematische oder großflächige Datenextraktionen sowie



der Einsatz im Zusammenspiel mit (semi-)autonomen oder generativen KI-Systemen.




Hier ist die API-Nutzung lediglich gestattet, wenn sie ausdrücklich in von SAP vorgesehenen Architekturen oder Services stattfinden.



„Laut den uns vorliegenden Informationen sind bestehende Kundenintegrationen und autorisierte Partnerlösungen nicht betroffen“, gibt Stefan Nogly, DSAG-Technologievorstand, Entwarnung. Er vertritt aber die Ansicht, dass dieser wichtige Schutz für bereits bestehende und von SAP geduldete Integrationen explizit in der API Policy festgehalten werden sollte.



Nogly weist darauf hin, dass viele Anwenderunternehmen bereits auf Basis der bisherigen Auslegung der API-Nutzung an Proof of Concepts (PoC) und Piloten arbeiten würden. „Wir sehen aus Kundensicht erheblichen Klärungs‑ und Anpassungsbedarf – insbesondere, um bestehende geschäftskritische End-to-End-Prozesse nicht zu unterbrechen oder rechtlich angreifbar zu machen.“


width="1024" height="576" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px">Stefan Nogly, DSAG-Fachvorstand Technology: “In einer Phase zunehmender heterogener Architekturen und intensiver KI‑Experimente sind APIs ein zentraler Innovationsfaktor.“DSAG



Mehr Transparenz und Übergangsfristen gefordert



Besonders kritisch sieht die SAP-Anwendergruppe die fehlende Transparenz. So sei weder eindeutig dokumentiert, welche APIs konkret betroffen sind, noch das Ausmaß klar definiert. „Die Frage ist, welche Schnittstellen in den Partnerlösungen zum Einsatz kommen“, so der DSAG-Vorsitzende Hungershausen.



Nach DSAG-Verständnis müssen diejenigen nichts tun, die offizielle APIs nutzen, wobei durch die fehlende vertragliche Absicherung keine absolute Sicherheit gegeben ist. Für einige Partnerunternehmen jedoch könnte der Aufwand groß sein und Geschäftsmodelle wegbrechen.



„Daher ist es essenziell, dass SAP den Kunden mehr Zeit für den Übergang gewährt“, fordert Hungershausen. Zusätzlich benötigten Kunden und Partner für die Umstellung auf von SAP unterstützte Schnittstellen auch konkrete technische sowie organisatorische Hilfestellungen. Aus DSAG-Sicht sei entscheidend, dass Kunden bei Einschränkungen bestehender Szenarien nicht mangels praktikabler Alternativen auf andere Lösungsanbieter ausweichen müssen.