10 MCP-Server für DevOps
DevOps ist mit Aufwand und Kosten verbunden. Mit MCP aufzurüsten, macht deshalb Sinn.PeopleImages | shutterstock.com
KI-Agenten für Programmierer haben sich zu einem beeindruckenden Hilfsmittel entwickelt. Allerdings sind diese Agenten nur begrenzt einsetzbar, wenn sie nicht auch mit modernen DevOps-Tools kompatibel sind. An dieser Stelle kommt das Model Context Protocol (MCP) ins Spiel. Der von Anthropic Ende 2024 veröffentlichte Standard verbindet KI-Systeme mit externen Tools und Daten.
Mit Blick auf DevOps stehen KI-Agenten damit neue Fähigkeiten offen – etwa:
Versionskontrollen mit Git,
Continuous Integration & Deployment (CI/CD),
Infrastructure as Code (IaC),
Observability, oder
Zugriff auf Dokumentationen.
Im Folgenden werfen wir einen Blick auf zehn offizielle MCP-Server, die populären DevOps-Tools und -Plattformen entsprungen sind und jeweils unterschiedliche Funktionalitäten abdecken. Diese lassen sich innerhalb MCP-kompatibler KI-Entwicklungs-Tools relativ einfach konfigurieren und mit Berechtigungen ausstatten. Offizielle MCP-Server zu nutzen, hat zudem den Vorteil, dass deren Lebensdauer sehr wahrscheinlich länger ist – und sie durchgängig gewartet und aktualisiert werden.
1. GitHub MCP-Server
Kaum ein Entwickler nutzt GitHub nicht in irgendeiner Form. Deshalb entwickelt sich der offizielle MCP-Server der Plattform zu einer immer beliebteren Methode, um KI-Agenten zu befähigen, mit Code-Repositories zu interagieren – etwa, indem sie Issues erstellen und kommentieren oder Pull Requests zusammenführen.
Außerdem enthält dieser MCP-Server auch Endpunkte für das CI/CD-Management über GitHub Actions. So könnte etwa ein natürlichsprachlicher Befehl wie “Aktuelle Aktion abbrechen” das cancel_workflow_run-Tool innerhalb von GitHub Actions aufrufen.
Der offizielle MCP-Server von GitHub bietet vergleichsweise umfangreiche Funktionen, die die APIs der Plattform widerspiegeln. Damit dabei die Sicherheit nicht zu kurz kommt und KI-Agenten keine Mutationen durchführen, lassen sich jederzeit --read-only-Flags konfigurieren.
2. Notion MCP-Server
Notion ist eher ein KI-Collaboration- als ein DevOps-Tool und hat sich mittlerweile fachbereichsübergreifend etabliert, wenn es darum geht, teamintern Transparenz zu schaffen. Der offizielle MCP-Server von Notion ist jedoch auch aus DevOps-Perspektive nützlich. Damit lassen sich Agenten beispielsweise anweisen, interne Stilrichtlinien oder Betriebshandbücher zu konsultieren, die in Notion gespeichert sind.
Der Remote-MCP-Server von Notion ist über eine IDE abrufbar – kann aber mit dem offiziellen Docker-Image auch lokal aufgesetzt und ausgeführt werden. Dieser MCP-Server ist als risikoarm zu betrachten, da er über konfigurierbare Scopes und Tokens verfügt, um Notion-Seiten und -Blöcke zu managen.
3. Atlassian Remote MCP-Server
Atlassians Remote MCP-Server verbindet IDEs oder Agentic-AI-Plattformen mit den Cloud-Produkten des Unternehmens. Beispielsweise dem Projektmanagement-Tool Jira. Anzumerken ist dabei, dass sich dieser MCP-Server derzeit in der Beta-Phase befindet und Atlassian-Cloud-Kunden vorbehalten ist.
Damit ist es denkbar, einen Agenten anzuweisen, ein Jira-Issue zum Benutzertesting für eine BezahlApp auf der Grundlage eines aktuellen Bug Report zu aktualisieren – und dabei auf die relevanten Protokolle zu verweisen. Die Aktualisierung von Jira läuft anschließend über den MCP-Server.
Der MCP-Server von Atlassian unterstützt diverse Clients und gewährleistet mit Oauth-2.1-Support auch sicheren Zugriff.
4. Argo CD MCP-Server
Auch die Entwickler des populären Open-Source-Tools Argo CD stellen einen MCP-Server zur Verfügung. Dieser fasst Calls an die Argo-CD-API zusammen und enthält Tools, mit denen die Benutzer über natürliche Sprache mit Argo CD interagieren können:
Mit dem Application-Management-Tool können KI-Agenten Anwendungsinformationen abrufen, Anwendungen erstellen und löschen sowie weitere Prozesse ausführen.
Über das Resource-Management-Tool rufen KI-Agenten Ressourceninformationen, Protokolle und Ereignisse für bestimmte Anwendungen ab und führen spezifische Aktionen für bestimmte Ressourcen aus.
Mit Hilfe dieses MCP-Servers lassen sich viele Tasks “natürlichsprachlich” ausführen, die auch über das User Interface oder das CLI-Tool von Argo CD verfügbar sind. Eine Staging-App zu synchronisieren, geht so beispielsweise flotter von der Hand. Damit das auch funktioniert, muss der MCP-Server von Argo CD aber auch ordentlich integriert werden – und benötigt Zugriff auf eine laufende Argo-CD-Instanz inklusive korrekt konfigurierter Anmeldedaten.
5. Grafana MCP-Server
Das Datenvisualisierungs- und Monitoring-Tool Grafana gehört für viele DevOps- und SRE-Teams zum Standardrepertoire. Der offizielle MCP-Server für Grafana befähigt KI-Agenten dazu, Observability-Daten bereitzustellen, um Entwicklungs- oder Betriebsprozesse zu optimieren.
Über diesen MCP-Server können Agenten außerdem vollständige oder teilweise Details aus Dashboards abfragen, die Metriken zur Systemleistung und Health-Daten aus verschiedenen Quellen kombinieren. Darüber hinaus lassen sich über den Grafana MCP-Server auch Informationen zu Datenquellen abrufen, weitere Monitoring-Systeme oder Details zu spezifischen Vorfällen abfragen.
Das Toolset ist dabei konfigurierbar, die Berechtigungen der Agenten können durch den Benutzer definiert werden. Darüber hinaus hat Grafana auch die Antwortstruktur seines MCP-Servers optimiert. Das soll die Nutzung des Kontextfensters minimieren und die Kosten für Token senken. Beispielsweise kann ein MCP-Client das get_dashboard_property-Tool aufrufen, um einen bestimmten Part eines Dashboards anhand seiner UID abzurufen.
6. Terraform MCP-Server
HashiCorp Terraform ist – Alternativen zum Trotz – weiterhin die erste Adresse, wenn es um Infrastructure as Code (IaC) geht. Entsprechend ist der offizielle MCP-Server eine interessante Option, um Terraform-Konfigurationen über KI-Agenten zu generieren und zu managen. Der MCP-Server lässt sich dabei sowohl in die Registry APIs als auch in die Enterprise/HCP-Services von Terraform integrieren. Das ermöglicht KI-Agenten etwa:
Modul- und Anbieter-Metadaten abzufragen,
den Status von Workspaces zu überprüfen, und
Tasks (mit menschlicher Genehmigung) auszulösen.
Ein Befehl wie “Generiere Terraform-Code für einen neuen Run” könnte so die create_run-Operation aufrufen, woraufhin der KI-Agent die Konfiguration validiert und plant, bevor er sie anwendet.
Der Terraform MCP-Server wird mit der Readme-Datei AGENTS.md ausgeliefert. Diese erleichtert es Agenten, Tools zu interpretieren. Aktuell (Stand Dezember 2025) ist der Terraform MCP-Server ausschließlich für die lokale Nutzung verfügbar. Er ist ausdrücklich nicht für Remote- oder gehostete Deployments vorgesehen.
7. GitLab MCP-Server
Auch die GitLab-Plattform stellt – ihren Premium- und Ultimate-Kunden – einen MCP-Server bereit. Dieser befindet sich aktuell in der Beta-Phase und befähigt KI-Agenten dazu, Projetinformationen zu sammeln und Operationen über GitLab-APIs sicher auszuführen.
Der GitLab MCP-Server erlaubt einige Statusänderungen, etwa Issues zu erstellen oder Merge Requests. Die anderen Funktionen dienen hauptsächlich der Datenabfrage – also etwa Informationen zu Issues, Merge-Anfragen, Commits, Diffs und Pipelines abzufragen. Enthalten ist zudem ein allgemeines Suchwerkzeug.
Die Dokumentation des GitLab MCP-Servers ist sehr ausführlich und enthält zahlreiche Beispiele für natürlichsprachliche Ausdrücke, die verarbeiten werden können. Der Server unterstützt zudem die dynamische Client-Registrierung über OAuth 2.0.
8. Snyk MCP-Server
Snyk bietet eine Security-Plattform für Entwickler an – und einen MCP-Server. Dieser kann dazu genutzt werden, mit Hilfe von KI-Agenten (IaC-)Code, Open-Source-Abhängigkeiten, Container sowie SBOMs oder auch AIBOMs auf Schwachstellen zu scannen und diese zu beheben. Den Snyk MCP-Server zu integrieren, ist also dazu geeignet, Sicherheitsscans automatisch im Rahmen eines CI/CD-Workflows mit KI-Agenten durchzuführen. Diese Scans lassen sich sogar über andere MCP-Server hinweg koordinieren, beispielsweise indem Repository-Details über den GitHub MCP-Server abgerufen werden, bevor ein Snyk-Scan gestartet wird.
Ein Prompt wie “Scanne das Authentication-Microservice-Repo auf Sicherheitslücken” könnte einen Agenten anweisen, das Repository mit GitHub MCP zu lokalisieren und dann Snyk-Tools wie snyk_sca_scan oder snyk_code_scan nutzen, um bekannte Schwachstellen, geleakte Anmeldedaten und andere Risiken zu identifizieren.
Dieser MCP-Server wird lokal ausgeführt und verwendet die Snyk-CLI, um Befehle wie diese über authentifizierte API-Calls auszuführen. Das Unternehmen bietet keine gehostete Remote-Version seines MCP-Servers an.
9. AWS MCP-Server
Die Cloud-Hyperscaler haben besonders eifrig daran gearbeitet, schnell MCP-Server auf die Beine zu stellen, die sich in ihre Ökosysteme integrieren lassen. Amazon Web Services (AWS) hat beispielsweise Dutzende spezialisierter MCP-Server eingeführt, die KI-Agenten ermöglichen, mit sämtlichen Arten von AWS-Services zu interagieren. Einige davon werden als vollständig gemanagte Dienste angeboten, andere können hingegen nur lokal ausgeführt werden.
So können KI-Agenten über den Lambda Tool MCP-Server beispielsweise Lambda-Funktionen auflisten und aufrufen.
Der AWS S3 Tables MCP-Server lässt sich hingegen von einem Agenten nutzen, um S3-Buckets abzufragen oder neue Tabellen aus CSV-Dateien zu erstellen.
Der AWS Knowledge MCP-Server verbindet Agenten mit den neuesten AWS-Dokumentationen, API-Referenzen und Architekturleitfäden.
Eine Query an letztgenannten Knowledge-Server könnte etwa die Anweisung beinhalten, eine API-Referenz für das von AWS gemanagte Prometheus-Tool aufzurufen. Das würde die richtigen aktuellen Informationen liefern – optimiert für die Nutzung durch KI-Agenten.
10. Pulumi MCP-Server
Pulumi ist eine weitere beliebte IaC-Option – und hat ebenfalls einen offiziellen MCP-Server eingeführt. Dieser ermöglicht es KI-Agenten,
Pulumi-Registries abzufragen,
auf Cloud-Ressourcen und -Infrastruktur zuzugreifen, und
Pulumi-Befehle auszuführen.
Wie Entwickler diesen MCP-Server nutzen können, um einen Azure Kubernetes Service (AKS)-Cluster bereitzustellen, erklärt Pulumi beispielhaft in einer ausführlichen Schritt-für-Schritt-Anleitung. (fm)
Dieser Artikel ist im Original bei unserer Schwesterpublikation Infoworld.com erschienen.
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