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Studie: Nur jeder Fünfte hat eine gesunde Beziehung zur Arbeit

Vor allem jüngere Beschäftigte in Deutschland setzen auf Transferable Skills und Nebenjobs zur beruflichen Absicherung.Monkey Business Pictures / Shutterstock



Nachdem die Zufriedenheit am Arbeitsplatz im Vorjahr einen historischen Tiefstand erreicht hatte, sieht es dieses Jahr etwas besser aus. Laut dem aktuellen Work Relationship Index 2026 von HP (Download gegen Daten) ist die Zahl der Arbeitnehmenden, die ein gesundes Verhältnis zu ihrer Arbeit pflegen, um zwei Prozent gestiegen. Insgesamt gaben hierzulande insgesamt 21 Prozent der Teilnehmenden an, zufrieden mit ihrer Arbeit zu sein. International belegen sie damit allerdings nur Platz 13 von 15, bei einem Durchschnittswert von 29 Prozent. Schlechter ist die Motivation nur in Kanada (20 Prozent) und – mit großem Abstand – Japan (13 Prozent).



Gleichzeitig befinden sich weiterhin 38 Prozent der rund 1.000 befragten deutschen Beschäftigten in der kritischen Zone einer ungesunden Arbeitsbeziehung. 60 Prozent der Befragten geben an, es sei für sie derzeit riskant, ihren Job hinzuschmeißen.



Durch KI das Verhältnis zur Arbeit verbessern



Statt darauf zu warten, dass sich die Lage stabilisiert, nehmen viele Beschäftigte die Sache selbst in die Hand und passen sich an den veränderten Arbeitsmarkt an. Das Mittel der Wahl hierbei: Künstliche Intelligenz (KI). Wie die Studie ergab, haben Mitarbeitende, die täglich KI nutzen, nicht nur eine bessere Beziehung zur Arbeit, sondern zeigen auch ein höheres Engagement am Arbeitsplatz.



Das kommt nicht von ungefähr: Laut Umfrage nutzen mittlerweile 49 Prozent der Befragten in Deutschland die vom Arbeitgeber bereitgestellte KI-Tools täglich oder wöchentlich. Wie die Studienmacher darstellen, greifen vor allem erfahrene Nutzer und Führungskräfte immer häufiger auf KI zurück. Zusätzlich beschäftigen sie sich damit, wie sich ihre beruflichen Rollen und Karrierewege künftig verändern könnten.



Besonders konzentrieren sie sich hierbei darauf,




ihre Resilienz zu stärken,



mit Unsicherheit umzugehen und



in einer sich schnell verändernden Arbeitswelt wieder mehr Kontrolle zu gewinnen.




„Die Ergebnisse des WRI zeigen, dass Unternehmen mit engagierten und zufriedenen Beschäftigten widerstandsfähiger und erfolgreicher sind“, erklärt Adrian Müller, Vice President und Managing Director HP Deutschland. „Die Wahrscheinlichkeit einer gesunden Arbeitsbeziehung steigt signifikant, wenn Beschäftigte über die richtigen Tools und Technologien verfügen. Investitionen in die Weiterentwicklung der Mitarbeitenden schaffen Sicherheit und können Zukunftsängste sowie Bedenken im Zusammenhang mit KI verringern.“



KI-Agenten und GenAI beeinflussen Angst um Job



Trotz dieser Zuversicht herrscht aber weiter Unsicherheit – was laut Studie aber mittlerweile für viele Beschäftigte zum Tagesgeschäft gehört. Die Arbeitnehmenden reagieren darauf, indem sie sich durch neue Optionen absichern: So setzt die Hälfte der deutschen Beschäftigen auf übertragbare Fähigkeiten, sogenannte „Transferable Skills“, statt sich klassisch zu bemühen, die Karriereleiter hinaufzusteigen.



Daneben spielen zusätzliche Einkommensquellen eine zunehmend wichtigere Rolle bei der beruflichen Absicherung, insbesondere unter jüngeren Beschäftigten. Der Untersuchung zufolge geht fast jeder dritte Vertreter der Generation Z (32 Prozent) einem Nebenjob nach, um sich finanziell und beruflich abzusichern.



Der Einsatz von KI-Agenten hat allerdings einen Nebeneffekt, wie die Experten von HP herausfanden: Je stärker sie in die tägliche Arbeit integriert werden, desto stärker sind sich die Befragten bewusst, dass sie die eigenen Fähigkeiten kontinuierlich weiterentwickeln müssen.



43 Prozent der Büroangestellten, die KI-Agenten einsetzen, sorgen sich, durch KI oder Beschäftigte mit größerer KI-Expertise ersetzt zu werden. Bei den Nutzenden, die nur auf generative KI zurückgreifen, sind es dagegen nur 27 Prozent.



Die Angst von KI-Agenten ist laut Müller aber unbegründet. So legten die Ergebnisse nahe, dass „größere KI-Kompetenz den wahrgenommenen Bedarf an menschlichen Fähigkeiten nicht reduziert. Vielmehr wachse das Bewusstsein für die Bedeutung von Anpassungsfähigkeit und kontinuierlichem Lernen“.