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Datenschutzeinstellungen Ausgezeichnet! Energiesparen lohnt sich

Wer spart am meisten Energie ein und engagiert sich besonders für den Klima- und Ressourcenschutz? Seit Ende 2024 nehmen die Schulen und Kitas der Stadt Kassel am Projekt „Clever fürs Klima“ teil. Für das Jahr 2025 wurden erstmals die Energieverbräuche für Strom und Wärme sowie der Wasserverbrauch ausgewertet und mit dem Referenzzeitraum der Jahre 2022 bis 2024 verglichen.
Nun zieht die Stadt Kassel eine erste Bilanz und zeichnet Einrichtungen aus, die sich beim Energiesparen besonders engagiert haben. In der Kategorie Energiesparen, wobei sowohl Wärme als auch Strom eingerechnet werden, haben die Kita Forstbachweg mit rund 16 Prozent Einsparungen und die Herkulesschule mit 14 Prozent Energieeinsparung in ihrer Kategorie jeweils den ersten Platz belegt. Neben den Einsparungen wurden in einer weiteren Kategorie die Aktivitäten in dem Bereich Klima- und Ressourcenschutz ausgewertet. Hier hat die Kita Oberzwehren mit 41 von 47 erreichbaren Punkten den vordersten Platz belegt. Bei den Schulen hat das Wilhelmsgymnasium mit 52 von 70 erreichbaren Aktivitätspunkten gewonnen.
Hintergrund des Projekts
Der Grundstein für das Projekt wurde bereits 2020 durch den ehrenamtlich arbeitenden Klimaschutzrat der Stadt Kassel gelegt. Dieser beschloss in seinen Maßnahmenempfehlungen zur Klimaneutralität der Stadt Kassel bis zum Jahr 2030 in der Themenwerkstatt „Kommunikation, Teilhabe und Bildung“ die Einführung eines Energiesparmodells für die Kitas und Schulen der Stadt Kassel.
Mit einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung wurde das Projekt „Clever fürs Klima“ aus der Taufe gehoben, um diese Maßnahme umzusetzen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert das Vorhaben im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative mit 1,5 Mio. Euro bei einer Förderquote von 70 Prozent für vier Jahre. Alle etwa 80 Kitas und Schulen in der Trägerschaft der Stadt Kassel nehmen am Projekt teil. Für jede Einrichtung wird eine Energiebilanz inklusive Kosten erstellt, auf deren Basis ab 2025 erstmals Prämien für erzielte Einsparungen berechnet wurden. Eingesparte Kosten werden zu 80 Prozent über Prämien an die Einrichtungen ausgeschüttet.
Vom Wissen zum Handeln
„Sowohl die pädagogischen Angebote als auch der Projektansatz, die Einrichtungen finanziell an ihren Einsparungen zu beteiligen, stärken die eigene Handlungsfähigkeit der Nutzenden. Das ist auch ein wichtiges Prinzip in der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Durch das breite Bildungsangebot wird zunächst Wissen vermittelt, mit dem im Anschluss eigene Ideen und Maßnahmen entwickelt werden können. So kommen die Kitas und Schulen ins Handeln. Und mit der jährlichen Bilanzierung bekommen die Beteiligten gleich ein direktes Feedback zu ihrem Engagement.“ erläutert Bürgermeisterin Nicole Maisch.
Wie auf diese Weise eine ganze Schule aktiv werden kann, zeigt das Vorgehen an der Georg-August-Zinn-Schule. Diese hat sich dazu entschlossen, das Vorhaben zum Energiesparen in die Hände der Schülerschaft zu legen. Hier werden die Energiesparmaßnahmen von der Schülervertretung initiiert und von der Schulleitung unterstützt.
Wie wichtig ist Kommunikation?
Nach einem Jahr Projektverlauf wird deutlich, dass die Kommunikation zwischen den einzelnen Nutzergruppen ein wichtiger Schlüssel für erfolgreiches Energiesparen ist. Denn Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Hausmeisterpersonal und andere Beschäftigte nutzen das Schulgebäude auf unterschiedliche Weise und können an verschiedenen Stellen zum Energiesparen beitragen. Wenn die Einstellung der Heizung genau an bestehende Nutzungsgewohnheiten wie z.B. dem Lüftungsverhalten der Lehrkräfte, angepasst wird, sind erstaunliche Einsparungen möglich.
„Es gibt vielfältige Einsparpotenziale, die nicht nur durch effizienten Betrieb der Gebäudetechnik, sondern auch durch das Verhalten der Nutzer gehoben werden können. Um diese Einsparmöglichkeiten zu erschließen bedarf es der gemeinsamen Anstrengung aller Beteiligten. Das Projekt bietet uns die tolle Gelegenheit, alle Nutzenden mit einzubeziehen “ erklärt Dr. Carsten Schwarz, Leiter der Abteilung Gebäudetechnik und Energie im Amt für Hochbau und Gebäudebewirtschaftung der Stadt Kassel. „Die Prämien sollen Anreiz für weitere Sparmaßnahmen sein. Dies wiederum ermöglicht der Stadt langfristig Energiekosten sparen – eine echte Win-Win-Situation!“
Wie viel haben Kitas und Schulen eingespart?
Nach dem ersten ausgewerteten Jahr zeigt sich: Es konnten erstaunliche Mengen Energie, bezogen auf den Referenzzeitraum 2022-2024, eingespart werden. Beim Strom haben die Einrichtungen, die ihren Verbrauch reduzieren konnten, im Jahr 2025 insgesamt rund 130.000 kWh weniger verbraucht, die durchschnittliche Einsparquote lag bei 2 Prozent. Das entspricht ungefähr dem jährlichen Stromverbrauch von 40 Drei-Personen-Haushalten. Noch deutlicher fallen die Einsparungen bei der Heizenergie aus: Hier konnten die Einrichtungen rund 2,0 Mio. kWh einsparen. Das entspricht einer durchschnittlichen Einsparung von 8,4 Prozent. Mit dieser Energiemenge könnten ungefähr 200 Haushalte ein Jahr lang mit Wärme versorgt werden.
Platzierungen der Auswertung 2025
Kategorie Energiesparen (Wärme und Strom)Bei den Kitas siegte die Kita Forstbachweg (17 Prozent Gesamteinsparung), auf dem zweiten Platz folgt die Kita Kirchditmold (16 Prozent), Dritter wurde die Kita Philippinenhof (12 Prozent). Bei den Schulen lag die Herkulesschule vorn mit 14 Prozent Gesamteinsparung vor der Grundschule Wolfsanger (13 Prozent) und dem Friedrichgymnasium (12 Prozent).
Kategorie Aktivität Bildungsmaßnahmen zu Klima- und RessourcenschutzIn dieser Kategorie geht es um die Klimaaktivität. Hier kam die Kita Oberzwehren auf das Siegertreppchen (41 von 47 Punkten). Es folgen Kita Philippinenhof (39 von 47 Punkten), Kita Eichwald (39 von 47 Punkten), Kita Jungfernkopf (33 von 47 Punkten) und Kita Mattenberg (33 von 47 Punkten).Bei den Schulen errang das Wilhelmsgymnasium den ersten Platz (52 von 70 Punkten) vor der Jacob-Grimm-Schule (44 von 70 Punkten) und der Georg-August-Zinn-Schule (43 von 70 Punkten).
Es funktioniert, wenn alle mitmachen
Sabrina Schaub von Energie 2000 e.V., der Energieagentur, die das Projekt für die Stadt Kassel umsetzt, resümiert: „Wir gehen davon aus, dass noch weitere Einsparungen möglich sind. Energiesparen setzt detailliertes Wissen über die technischen Anlagen und eine Änderung von Gewohnheiten voraus – das braucht Beides auch Zeit. Wenn an diesen Stellschrauben kontinuierlich gearbeitet wird, kann der Anteil der eingesparten Energie weiter erhöht werden, wie wir an anderen Bereichen im Projekt sehen konnten.“
Die Erfahrungen aus dem ersten bilanzierten Jahr sollen nun genutzt werden, um die Einrichtungen weiter beim Energiesparen zu unterstützen und bereits erfolgreiche Ideen auf weitere Schulen und Kitas zu übertragen. Das Projekt wird noch bis 2028 vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. Denn nach dem ersten Projektjahr ist klar: Energiesparen funktioniert besonders gut, wenn alle mitmachen – und wenn aus Wissen konkretes Handeln wird.

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