Diese Android-Funktion versteckt Apps vor neugierigen Blicken – so richten Sie sie ein
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Sie möchten bestimmte Apps auf Ihrem Handy lieber diskret halten? Android hat dafür eine eigene Funktion eingebaut: das Vertrauliche Profil. Es schützt sensible Anwendungen hinter einer eigenen Sperre und macht sie bei Bedarf so unsichtbar, dass sie im gesperrten Zustand noch nicht einmal in der App-Übersicht auftauchen. So geht die Einrichtung.
Was ist das Vertrauliche Profil?
Das Vertrauliche Profil (englisch: Private Space) ist seit Android 15 Bestandteil des Betriebssystems. Es legt auf dem Smartphone einen vollständig abgetrennten Bereich an, der über ein eigenes Passwort gesichert wird – unabhängig von der normalen Gerätesperre. Apps, die Sie darin installieren, laufen unter einem separaten Google-Konto und haben keinen Zugriff auf Daten aus dem restlichen System. Im gesperrten Zustand sind sie komplett unsichtbar und daher auch nicht in der App-Übersicht auffindbar.
Das unterscheidet das Vertrauliche Profil vom klassischen Arbeitsprofil, das vordergründig zur Trennung von Beruf und Privatleben gedacht ist. Das Vertrauliche Profil zielt auf maximale Diskretion und ist somit ideal für Banking-Apps unter einem Zweitkonto, Dating-Apps, private Fotos oder schlicht für Apps, die niemand außer Ihnen sehen soll.
Für welche Geräte ist das Vertrauliche Profil verfügbar?
Grundvoraussetzung ist Android 15. Doch nicht jedes Gerät mit dem Update unterstützt die Funktion, weil Hersteller den Android-Launcher teils durch eigene Oberflächen ersetzen. Im Überblick:
Google Pixel (ab Pixel 6 mit Android 15): Vollständige Unterstützung, Funktion direkt in den Einstellungen verfügbar.
Motorola, Sony, OnePlus und viele weitere Android-15-Geräte ohne stark modifizierte Oberfläche: In der Regel unterstützt.
Samsung Galaxy (One UI 7): Nicht unterstützt. Samsung hat das native Vertrauliche Profil in seiner eigenen Oberfläche nicht implementiert. Der Menüpunkt fehlt in den Einstellungen. Samsung bietet stattdessen den „Sicheren Ordner“ an (dazu weiter unten).
Weitere Voraussetzungen, die für alle Geräte gelten: Sie müssen als primärer Nutzer angemeldet sein, das Gerät darf nicht von einem Unternehmen verwaltet werden und es darf kein Elternkonto eingerichtet sein. Android erlaubt außerdem maximal vier Nutzerprofile gleichzeitig – das Vertrauliche Profil zählt dazu.
Vertrauliches Profil einrichten: So geht’s Schritt für Schritt
Öffnen Sie die Einstellungen und wählen Sie Sicherheit & Datenschutz.
Tippen Sie auf Vertrauliches Profil und dann auf Einrichten.
Entscheiden Sie, ob das Profil mit Ihrem bestehenden Google-Konto oder einem separaten Konto verknüpft werden soll. Für maximale Trennung empfiehlt sich ein eigenes Konto.
Vergeben Sie eine separate Sperre für das Profil: Zur Auswahl stehen PIN, Muster oder Fingerabdruck.
Das Vertrauliche Profil erscheint anschließend am Ende Ihrer App-Übersicht. Apps installieren Sie dort über den Play Store. Dieser zeigt im Profil einen separaten Bereich unter dem verknüpften Konto.
Tipp: Wenn das Profil im gesperrten Zustand vollständig unsichtbar sein soll, aktivieren Sie in den Profileinstellungen die Option “Vertrauliches Profil verbergen”. Es taucht dann erst wieder auf, wenn Sie es aktiv entsperren.
Außerdem können Sie festlegen, wann sich das Profil automatisch sperrt. Zur Wahl stehen Optionen wie das sofortige Sperren beim Ausschalten des Displays, nach einigen Minuten Inaktivität oder ausschließlich beim Neustart des Geräts.
Das sollten Sie wissen: Einschränkungen des Vertraulichen Profils
Das Vertrauliche Profil bringt einige Einschränkungen mit, die Sie kennen sollten, bevor Sie es einrichten:
Apps, die sich darin befinden, können keine Widgets auf dem Startbildschirm anlegen und lassen sich nicht über Quick Share ansprechen.
Schwerer wiegt, dass es kein Backup gibt. Wenn Sie das Profil löschen oder das Gerät zurücksetzen, verlieren Sie demnach alle darin gespeicherten Daten unwiederbringlich.
Apps im Vertraulichen Profil umgehen ein auf dem Gerät eingerichtetes VPN. Wer also aus Datenschutzgründen mit VPN surft, ist im Vertraulichen Profil nicht automatisch geschützt und muss dort ein eigenes VPN einrichten. Hier finden Sie die besten VPN-Dienste für Android-Smartphones im Vergleich.
Außerdem lässt sich das Gerät über “Mein Gerät finden” nicht orten, solange das Profil gesperrt ist.
Samsung-Alternative: Der Sichere Ordner
Auf Samsung-Handys steht das Vertrauliche Profil bisher nicht zur Verfügung. Allerdings erfüllt der Sichere Ordner dieselbe Kernaufgabe und ist auf Galaxy-Geräten sogar schon seit 2017 an Bord.
Apps und Dateien darin sind isoliert und laufen optional unter einem separaten Konto. Ein praktischer Zusatz gegenüber dem Google-Pendant: Der Sichere Ordner unterstützt Backups über Samsung Cloud. Für die Einrichtung ist ein Samsung-Konto erforderlich.
Sicheren Ordner einrichten:
Das Galaxy-Pendant zum Vertraulichen Profil ist der Sichere Ordner. Diesen können Sie auch komplett ausblenden, sodass er nur über die Einstellungen aufrufbar ist.Foundry
Öffnen Sie die Einstellungen und tippen Sie auf Sicherheit und Datenschutz.
Wählen Sie Weitere Sicherheitseinstellungen und dann Sicherer Ordner.
Melden Sie sich mit Ihrem Samsung-Konto an und legen Sie eine Sperre fest (PIN, Muster oder Biometrie).
Der Sichere Ordner erscheint als App-Symbol auf Ihrem Startbildschirm. Dort können Sie Apps separat installieren und Dateien ablegen.
Sicheren Ordner ausblenden: Öffnen Sie den Ordner, tippen Sie auf die drei Punkte oben rechts und dann auf „Sicheren Ordner ausblenden“. Er verschwindet aus der App-Übersicht und ist nur noch über Einstellungen → Sicherheit und Datenschutz erreichbar.
Falls Sie Ihre Privatsphäre auf Android noch weiter schützen möchten, sollten Sie unbedingt auch diese 7 Datenschutzeinstellungen kennen.
(PC-Welt)
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