Datenschutzeinstellungen Mehr als Rasenmähen – moderne Grünflächenpflege in Kassel
Bei der Grünflächenpflege kommen ganz unterschiedliche Maschinen und Geräte zum Einsatz – immer mehr und immer größere, und inzwischen auch elektrisch. Das Umwelt- und Gartenamt unterhält im Stadtgebiet Kassel ca. 900 ha Grünflächen. Davon sind rund 510 ha Rasen- und Wiesenflächen, verteilt auf 1.700 Pflegeobjekte. Dabei handelt es sich sowohl um die kleinteiligen Grünflächen im Straßenraum als auch um großflächige Parkanlagen, Spielplätze, Streuobstwiesen und Ausgleichsflächen. Jede dieser Flächen trägt zu dem insgesamt hohen Grünflächenanteil im Stadtgebiet Kassels bei und ist sowohl für die Bevölkerung als auch die städtische Flora und Fauna von besonderem Wert.
Wann intensive, wann extensive Pflege?
So vielfältig die Grünflächen im Stadtgebiet Kassels sind, so vielfältig und unterschiedlich werden sie auch gepflegt. Flächen im Stadtzentrum werden meist sehr intensiv von der Bevölkerung genutzt und erfordern eine intensivere Pflege. Sie werden häufig, sechs bis zwölf Mal im Jahr gemäht.
In Anlagen außerhalb des Stadtzentrums überwiegen dagegen meist die Anforderungen des Naturschutzes mit dem Ziel, artenreiche Wiesen zu entwickeln. Sie werden extensiv gepflegt und nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht. Als gezieltes Gestaltungselement und zur Förderung der Artenvielfalt werden seit einigen Jahren auch innerstädtisch Flächen als Wiesen entwickelt.
Immer eine Frage des Mähens
Mähen ist von der Planung bis zur Ausführung einer der größten Arbeitsschwerpunkte in der kommunalen Grünflächenunterhaltung. Hinter einem Mähvorgang steht ein abgestimmter Arbeitsprozess. Dabei variieren die Pflegeintervalle, Arbeitsweisen und Techniken – je nach Nutzung, den Standortverhältnissen, der Zusammensetzung der Vegetation, dem Wuchsverhalten, den jeweiligen Pflegeanforderungen und der pflegerischen Zielsetzung. Ebenso müssen die Flächengröße, die Zugänglichkeit und eventuelle Pflegehindernisse berücksichtigt werden.
Die zu pflegenden Flächen werden dann unterschiedlichen Touren zugeordnet. 20 städtische Mitarbeitende und externe Dienstleister führen die Arbeiten durch. Sie sind auf den eigens geplanten Touren unterwegs und arbeiten die Flächen in der Regel der Reihe nach ab. So kann es aufgrund der hohen Auslastung und dem witterungsabhängigen Wuchsverhalten insbesondere zum Vegetationsbeginn sein, dass es drei Wochen dauert, bis der Mäherfahrer wieder am selben Objekt angekommen ist.
Erfahrung und Fachkenntnisse sind gefragt
Die Wahl der unterschiedlichen Arbeitsgänge und Maschinen hängt von vielen Faktoren ab. Während der trockenen und sehr warmen Sommerphasen wird das Mähen in Teilbereichen ausgesetzt. Auch während der Arbeiten sind Erfahrung und Fachkenntnis gefragt. Die Mitarbeitenden beurteilen den Zustand der Flächen, berücksichtigen Witterung und Bodenverhältnisse und entscheiden, ob und wie eine Fläche gemäht werden kann. Dabei müssen neben den Anforderungen der Vegetation auch Aspekte wie Arbeitssicherheit, Verkehrssicherheit, die Erreichbarkeit der Flächen und der Schutz von Passantinnen und Passanten und Verkehrsteilnehmer berücksichtigt werden.
Ist die E-Mobilität auch beim Mähen angekommen?
Von Motorsense bis Großflächenmäher – für die Rasenmahd kommen ganz unterschiedliche Maschinen und Geräte zum Einsatz. Insgesamt 65 Maschinen und Geräte stehen dafür im Umwelt- und Gartenamt zur Verfügung (Drei Traktoren mit entsprechenden Heck- und Frontanbaugeräten, sieben Großflächenmäher unterschiedlicher Mähbreite mit Sichelmähwerk (davon ein Elektro-Mäher), vier Aufsitzmäher, ein Aufsitzmäher mit Fernsteuerung für steilere Hanglagen, 20 Handmäher und 30 Freischneider/Motorsense, davon 15 mit Akkubetrieb.)
Für die Pflege großer Gebrauchsrasenflächen steht in Kassel künftig ein neuer moderner vollelektrischer Großflächenmäher zur Verfügung. Der Alltrac 8015F zählt zu den leistungsstärksten Mähern mit emissionsfreier Technik. Mit einer Akkukapazität von rund 16 Stunden ermöglicht die Maschine lange und effiziente Arbeitseinsätze ohne Abgasemissionen. Die Arbeitsbreite von 2,7 Metern sorgt dabei für eine hohe Flächenleistung und trägt zu einer wirtschaftlichen und zeitsparenden Grünflächenpflege bei.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil des vollelektrischen Antriebs: Er ist deutlich leiser im Vergleich zu konventionellen Mähern. Das bedeutet weniger Lärm für die Mitarbeitenden, die Anwohnerinnen und Anwohner sowie Besucherinnen und Besucher von Grünanlagen. Gerade bei Arbeiten in sensiblen Bereichen und zu frühen Tageszeiten bietet der leise Betrieb einen spürbaren Mehrwert.
„Der vollelektrische Großflächenmäher ist ein weiterer Schritt hin zu einer umweltfreundlicheren, leiseren und zukunftsorientierten Grünflächenpflege. Als Stadt haben wir den Anspruch, Klimaschutz, Lärmschutz und nachhaltiges Wirtschaften aktiv voranzutreiben. Bei der Modernisierung des eigenen Fuhr- und Maschinenparks gehen wir mit gutem Beispiel voran,“ so Fedderke.
Moderne Grünflächenpflege verbindet damit Technik und Fachwissen: Mit leistungsfähigen Maschinen können große Flächen effizient bewirtschaftet werden. Und eine bedarfsgerechte Pflege stellt sicher, dass unterschiedliche Rasen- und Wiesenflächen entsprechend ihrer jeweiligen Funktion und Bedeutung behandelt werden.
Tipps für die Herbstpflege des heimischen Rasens
Der Herbst bietet die Möglichkeit, den Rasen mit einfachen und umweltbewussten Maßnahmen gut durch die kalte Jahreszeit zu bringen. Dabei gilt: Weniger ist oft mehr.
Einen Teil des Rasens bewusst extensiver pflegen
Nicht jede Rasenfläche muss gleich intensiv gepflegt werden. Weniger stark genutzte Bereiche können seltener gemäht werden. Wer dort beispielsweise einen Teil des Rasens zur Wiese entwickeln lässt, schafft zusätzliche Lebensräume für Insekten und andere Tiere und reduziert gleichzeitig den Pflegeaufwand.
Weniger häufig und etwas höher mähen
Ein Rasen muss nicht bis zum letzten Wachstumstag ständig kurz geschnitten werden. Eine etwas höhere Schnitthöhe stärkt die Pflanzen und bietet gleichzeitig mehr Lebensraum für kleine Tiere.
Laub nicht überall sofort entfernen
Laub sollte auf weniger genutzten Bereichen und auch unter Sträuchern und Bäumen bewusst liegen bleiben. Es kann als wertvoller Lebensraum und Mulchschicht genutzt werden. Es bietet vielen Kleintieren Schutz und dient als natürlicher Nährstofflieferant.
Fallobst darf liegen bleiben
Unter Obstbäumen sollte gesundes Fallobst teilweise liegen bleiben, um Tieren im Herbst und Winter als Nahrung zu dienen.
Mit Wasser sparsam umgehen
Eine zusätzliche Bewässerung des Rasens ist auch im Herbst meist nicht erforderlich. Niederschläge reichen in der Regel aus. Auch im Garten sollte möglichst Regenwasser genutzt und zurückgehalten werden – beispielsweise durch Regentonnen oder eine möglichst wenig versiegelte Gestaltung des Grundstücks.
Düngen mit Augenmaß
Eine zusätzliche Düngung ist meist nicht notwendig. Eine Überdüngung belastet Boden und Gewässer und kann das Pflanzenwachstum unnötig anregen. Besonders auf eine späte, stickstoffreiche Düngung sollte verzichtet werden.
Den Rasen im Winter in Ruhe lassen
Bei Frost oder sehr nassem Boden sollte der Rasen möglichst nicht betreten bzw. belastet werden. Die Belastung kann die Grasnarbe und die Bodenstruktur schädigen. Gerade bei nassen Böden entstehen schnell Verdichtungen, die sich im Frühjahr nur schwer wieder beheben lassen.
Der wichtigste Tipp des Umwelt- und Gartenamtes: Ein Rasen muss nicht überall perfekt aussehen. Wer im Herbst etwas mehr Natur zulässt, schont Ressourcen und schafft gleichzeitig wertvolle Lebensräume.
Bei Fragen rund um das Mähen können sich Bürgerinnen und Bürger gerne per Mail an die Abteilung Grünflächenunterhaltung des Umwelt- und Gartenamts wenden: gruenflaechenunterhaltungkasselde
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