Antragspaket besserer ÖPNV für München II: Neuer Regionalzughalt am Kolumbusplatz
Antragspaket besserer ÖPNV für München II: Neuer Regionalzughalt am Kolumbusplatz Antrag Stadtrats-Mitglieder Paul Bickelbacher, Mona Fuchs, Dominik Krause, Sofie Langmeier, Gudrun Lux, Florian Schönemann, Christian Smolka, Felix Sproll und Sebastian Weisenburger (Fraktion Die Grünen – Rosa Liste – Volt) vom 29.1.2026
Antwort Mobilitätsreferent Georg Dunkel:
In Ihrem oben genannten Antrag fordern Sie, dass die Stadtverwaltung gemeinsam mit der Deutschen Bahn prüfen soll, ob die Einrichtung eines Bahnhaltes am Kolumbusplatz technisch und verkehrlich möglich ist.
Für die in Ihrem Antrag angeführten Sachverhalte besteht seitens der Landeshauptstadt München grundsätzlich keine Zuständigkeit. Eine Klärung der von Ihnen aufgeworfenen Fragen ist ausschließlich über das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr möglich.
Zu Ihrem Antrag vom 29.1.2026 teilen wir Ihnen darüber hinaus Folgendes mit:
Zwischenzeitlich wurde in der Sitzung des Mobilitätsausschusses am 22.4.2026 im Beschluss 20-26/V 17758 zu einem möglichen Regionalzughalt am Kolumbusplatz Stellung genommen (siehe dazu: https://risi.muenchen.de/risi/sitzungsvorlage/detail/9261118).
Nachdem sich in der Sache seither keine neuen Aspekte ergeben haben, werden wir die wesentlichen Aussagen noch einmal im Folgenden zusammenfassen:
Im Rahmen des Programms Bahnhausbau Region München ist der Bau eines Personenzughalts an der Poccistraße geplant (Maßnahme R13). Dort wird in Zukunft ein Übergang zur U3/6 sowie ggf. später zur U9 möglich sein. Auch am Kolumbusplatz ließe sich eine Umsteigemöglichkeit zum U-Bahnnetz herstellen, hier zu den Linien U1 und U2. Daher wird seit vielen Jahren der Bau einer solchen Station entlang des DB-Südrings von verschiedenen Seiten gefordert.
Das Mobilitätsreferat steht einem Personenzughalt Kolumbusplatz grundsätzlich positiv gegenüber. Durch einen Haltepunkt an diesem Ort ließen sich zahlreiche neue Direktverbindungen aus diesem Stadtviertel ermöglichen. Ein solcher Bahnhof wäre in Verbindung mit dem Bahnhof Poccistraße zudem auch eine attraktive Querungsmöglichkeit der Isar.
Laut Aussage der DB InfraGO AG wurde bisher allerdings weder die technische noch die betriebliche Machbarkeit eines möglichen Haltes am Kolumbusplatz geprüft. Grundsätzlich muss dabei berücksichtigt werden, dass zusätzliche Halte für die übrigen Fahrgäste eine Fahrzeitverlängerung und damit insgesamt eine Verringerung der Attraktivität des Regionalverkehrs nach sich zieht. Dementsprechend schätzt die DB InfraGO AG die derzeitige Chance für einen möglichen Halt am Kolumbusplatz kritisch ein.
Dieser Einschätzung schließt sich das Mobilitätsreferat im Grundsatz an. Mit zukünftigen Streckenausbauten im Großraum München (u.a. Daglfing – Johanneskirchen) und der damit verbundenen Entlastung des Südrings würde die Situation allerdings nochmals neu bewertet werden.
Zusätzlich sprechen insbesondere die betriebliche Machbarkeit, aber auch die schwierige topographische Situation im geplanten Bahnhofsbereich direkt an einem Hang aktuell gegen die Möglichkeit einer raschen Umsetzung des Bahnhofs Kolumbusplatz.
Das Mobilitätsreferat schließt sich jedoch ebenso den Einschätzungen der Gutachter im Programm Bahnausbau Region München an, wonach die Umsetzung eines Personenzughaltes am Kolumbusplatz im Rahmen einer Ringbahn-Lösung erfolgen könnte.
Zunächst muss dafür jedoch ein Personenverkehr auf dem DB-Nordring etabliert werden und mittels Infrastrukturbaumaßnahmen, insbesondere zwischen Daglfing und Johanneskirchen, weiter ausgebaut werden. Die Verwaltung setzt sich dafür ein, dass Planungskapazitäten zunächst hierauf verwendet werden und möchte darauf hinwirken, dass beide Projekte mit der notwendigen Priorität von Freistaat und Deutscher Bahn behandelt werden.
Um Kenntnisnahme von den vorstehenden Ausführungen wird gebeten. Wir gehen davon aus, dass die Angelegenheit damit abgeschlossen ist.
Hier finden Sie den kompletten Artikel:
Fakten
- Der Antrag für einen neuen Regionalzughalt am Kolumbusplatz wurde vom Stadtrat-Mitglieder Paul Bickelbacher, Mona Fuchs, Dominik Krause, Sofie Langmeier, Gudrun Lux, Florian Schönemann, Christian Smolka, Felix Sproll und Sebastian Weisenburger (Fraktion Die Grünen – Rosa Liste – Volt) vom 29.1.2026 gestellt.
- Die Stadtverwaltung München hat geantwortet, dass sie keine Zuständigkeit für die Einrichtung eines Bahnhaltes am Kolumbusplatz hat und dass eine Klärung der Fragen ausschließlich über das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr möglich ist.
- Zwischenzeitlich wurde in der Sitzung des Mobilitätsausschusses am 22.4.2026 ein möglicher Regionalzughalt am Kolumbusplatz diskutiert.
- Der Bau eines Personenzughalts an der Poccistraße geplant ist (Maßnahme R13) und würde einen Übergang zur U3/6 sowie ggf. später zur U9 ermöglichen.
- Eine Umsteigemöglichkeit zum U-Bahnnetz am Kolumbusplatz liegen in Planung, insbesondere zu den Linien U1 und U2.
- Das Mobilitätsreferat steht einem Personenzughalt Kolumbusplatz grundsätzlich positiv gegenüber und würde durch einen Haltepunkt neue Direktverbindungen ermöglichen.
- Die DB InfraGO AG hat jedoch kritisch die technische und betriebliche Machbarkeit eines möglichen Haltes am Kolumbusplatz geprüft.
- Die Chance für einen möglichen Halt am Kolumbusplatz ist derzeit kritisch eingestuft, aber mit zukünftigen Streckenausbauten im Großraum München könnte die Situation nochmals neu bewertet werden.
- Die Umsetzung eines Personenzughalts am Kolumbusplatz könnte im Rahmen einer Ringbahn-Lösung erfolgen, aber erfordert zunächst eine Personenverkehr auf dem DB-Nordring und Infrastrukturbaumaßnahmen.
- Die Verwaltung setzt sich dafür ein, dass Planungskapazitäten für beide Projekte mit der notwendigen Priorität von Freistaat und Deutscher Bahn behandelt werden.
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