Datenschutzeinstellungen Stadt Kassel stärkt Wohnraumsicherung
Das Modellprojekt „Präventive Wohnraumsicherung“ der Zentralen Fachstelle Wohnen setzt auf eine frühzeitige, aufsuchende Beratung von Haushalten, denen der Verlust ihrer Wohnung droht.
„Seit einigen Jahren ist eine steigende Zahl von Räumungsklagen und Zwangsräumungen zu verzeichnen“, teilt Sozialdezernent Norbert Wett mit. „Bereits Monate vor einer möglichen Zwangsräumung geraten viele Betroffene durch Mietrückstände, Kündigungen oder finanzielle Schwierigkeiten unter erheblichen Druck. Genau in dieser Phase bestehen häufig noch gute Chancen, den Wohnraum dauerhaft zu sichern und genau dort setzt unser neues Projekt an.“
Die Zentrale Fachstelle Wohnen im Sozialamt der Stadt Kassel unterstützt bereits seit Jahren betroffene Bürgerinnen und Bürger bei drohendem Wohnungsverlust. Allein 2025 waren es 400 Räumungsklagen. Das Angebot der Fachstelle umfasst die Beratung zu sozialrechtlichen Ansprüchen, die gemeinsame Entwicklung individueller Lösungen sowie bei Bedarf die Vermittlung an weiterführende Unterstützungsangebote. Darüber hinaus gehört die enge Zusammenarbeit mit Vermieterinnen und Vermietern sowie weiteren beteiligten Stellen zum festen Aufgabenbereich.
Was genau macht das Modellprojekt „Präventive Wohnraumsicherung“?
Künftig sollen betroffene Haushalte deutlich früher aktiv kontaktiert werden. Die durch die Projektförderung des Hessischen Sozialministeriums eingestellte Sozialarbeiterin nimmt bereits kurze Zeit nach der Information über eine Räumungsklage Kontakt zu den Betroffenen auf, informiert über Hilfsmöglichkeiten und entwickelt gemeinsam mit ihnen individuelle Perspektiven zum Erhalt der Wohnung. Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen, Menschen in schwierigen Lebenslagen zu erreichen und Krisen gar nicht erst eskalieren zu lassen. „Die Praxis zeigt, dass viele Menschen bestehende Hilfsangebote erst sehr spät in Anspruch nehmen.“, sagt Markus Huke, Abteilungsleiter der Zentralen Fachstelle Wohnen. „Nur etwa die Hälfte der Haushalte, gegen die eine Räumungsklage vorliegt, meldet sich eigenständig und oft sehr kurzfristig vor einer Zwangsräumung bei uns. Oft müssen die Betroffenen dann im Rahmen der Obdachlosenhilfe untergebracht werden. All das soll das Modellprojekt verhindern.“
Im Mittelpunkt stehen Beratung, Begleitung und die Erschließung bestehender Unterstützungsangebote. Dazu gehört unter anderem die Prüfung von Ansprüchen auf Wohngeld, Kinderzuschlag oder Leistungen der Grundsicherung nach den Sozialgesetzbüchern (SGB II und SGB XII) sowie die Vermittlung an Schulden- und Insolvenzberatung, Sucht- oder psychosoziale Beratungsstellen. „Die Erfahrungen zeigen, dass Wohnungsverlust nicht auf eine einzelne Ursache zurückzuführen ist, sondern häufig auf das Zusammenwirken finanzieller, sozialer und gesundheitlicher Belastungen“, erläutert Vanessa Fleckenstein, die das Projekt federführend als Sachgebietsleiterin im Sozialamt der Stadt Kassel entwickelt hat.
Auch die Übernahme von Mietrückständen kann im Einzelfall dazu beitragen, den Wohnraum zu sichern. Voraussetzung ist stets eine sorgfältige individuelle Prüfung. Dabei gilt jedoch: Ein Darlehen oder eine Beihilfe sind keine Regelinstrumente, sondern kommen erst dann in Betracht, wenn alle andere Möglichkeiten ausgeschöpft sind und nur dadurch der Erhalt der Wohnung nachhaltig gesichert werden kann. Der Schwerpunkt des Projekts liegt ausdrücklich auf der frühzeitigen Beratung, der Stabilisierung der persönlichen Lebenssituation und der Entwicklung tragfähiger Lösungen.
Förderung durch Landesmittel
Die präventiv tätige Fachstelle Wohnraumsicherung der Stadt Kassel erhält für die kommenden drei Jahre rund 370.000 Euro an Fördermitteln. Damit die geschilderten Ansätze erfolgreich sein könnten, benötige man aber auch engagierte Partnerinnen und Partner vor Ort, führt die hessische Sozialstaatssekretärin Manuela Strube aus: „Deshalb danke ich an dieser Stelle allen, die das Projekt auf den Weg gebracht haben und nun mit Leben füllen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass aus dem Anspruch auf Unterstützung konkrete Hilfe und neue Perspektiven werden. Für die Umsetzung wünsche ich allen viel Erfolg und vor allem, dass möglichst viele Menschen durch dieses Projekt ein sicheres Zuhause und neue Perspektiven gewinnen“, so Staatssekretärin Strube.
„Mit dem bis Ende 2028 geförderten Projekt verfolgt die Stadt Kassel das Ziel, präventive Wohnraumsicherung dauerhaft als gefestigten Bestandteil der kommunalen Sozialpolitik zu etablieren. Jeder verhinderte Wohnungsverlust bedeutet für die Betroffenen mehr Sicherheit, Menschenwürde und Perspektive“, ist Sozialdezernent Norbert Wett überzeugt. „Und das Projekt trägt zugleich dazu bei, Wohnungslosigkeit zu vermeiden sowie langfristige soziale und finanzielle Folgen zu reduzieren. Prävention ist damit nicht nur sozialpolitisch sinnvoll, sondern auch ein wichtiger Beitrag zu einer nachhaltigen und solidarischen Stadtentwicklung.“
Beratung, Unterstützung und Hilfe bei Mietschulden oder einer sonstigen Schuldensituation sowie Unterstützung, wenn Kasseler Bürgerinnen oder Bürger akut von Obdachlosigkeit bedroht sind, gibt es per Mail ( zfwkasselde) an die Zentrale Fachstelle Wohnen der Stadt Kassel.
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Fakten
- Die Stadt Kassel stärkt die Wohnraumsicherung.
- Das Modellprojekt "Präventive Wohnraumsicherung" setzt auf eine frühzeitige, aufsuchende Beratung von Haushalten, denen der Verlust ihrer Wohnung droht.
- Eine steigende Zahl von Räumungsklagen und Zwangsräumungen ist zu verzeichnen.
- Die Zentrale Fachstelle Wohnen unterstützt bereits seit Jahren betroffene Bürgerinnen und Bürger bei drohendem Wohnungsverlust.
- Allein 2025 waren es 400 Räumungsklagen.
- Das Angebot der Fachstelle umfasst die Beratung zu sozialrechtlichen Ansprüchen, die gemeinsame Entwicklung individueller Lösungen sowie bei Bedarf die Vermittlung an weiterführende Unterstützungsangebote.
- Die enge Zusammenarbeit mit Vermieterinnen und Vermietern sowie weiteren beteiligten Stellen gehört zum festen Aufgabenbereich.
- Das Modellprojekt soll betroffene Haushalte deutlich früher aktiv kontaktieren.
- Die durch die Projektförderung des hessischen Sozialministeriums eingestellte Sozialarbeiterin nimmt bereits kurze Zeit nach der Information über eine Räumungsklage Kontakt zu den Betroffenen auf, informiert über Hilfsmöglichkeiten und entwickelt gemeinsam mit ihnen individuelle Perspektiven zum Erhalt der Wohnung.
- Das Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen, Menschen in schwierigen Lebenslagen zu erreichen und Krisen gar nicht erst eskalieren zu lassen.
- Die Praxis zeigt, dass viele Menschen bestehende Hilfsangebote erst sehr spät in Anspruch nehmen.
- Nur etwa die Hälfte der Haushalte, gegen die eine Räumungsklage vorliegt, meldet sich eigenständig und oft sehr kurzfristig vor einer Zwangsräumung bei uns.
- Oft müssen die Betroffenen dann im Rahmen der Obdachlosenhilfe untergebracht werden.
- Die Stadt Kassel erhält für die kommenden drei Jahre rund 370.000 Euro an Fördermitteln.
- Der Schwerpunkt des Projekts liegt ausdrücklich auf der frühzeitigen Beratung, der Stabilisierung der persönlichen Lebenssituation und der Entwicklung tragfähiger Lösungen.
- Die Stadt Kassel verfolgt das Ziel, präventive Wohnraumsicherung dauerhaft als gefestigten Bestandteil der kommunalen Sozialpolitik zu etablieren.
- Jeder verhinderte Wohnungsverlust bedeutet für die Betroffenen mehr Sicherheit, Menschenwürde und Perspektive.
- Das Projekt trägt zugleich dazu bei, Wohnungslosigkeit zu vermeiden sowie langfristige soziale und finanzielle Folgen zu reduzieren.
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