Datenschutzeinstellungen Künstler-Witwe schenkt Stadt Kassel Katase-Druckgrafiken
Die Schenkung knüpft an den Kauf zweier Werke durch die Stadt Kassel an: „Ohne Titel (Stein + Schildkrötenpanzer)“, einem Bronzeobjekt von 1988/89, und „Lichtbild (Wolken)“, einem großformatigen Pastellbild von 1989.
Oberbürgermeister Sven Schoeller erklärt: „Wir fühlen uns geehrt, dass Frau Adelmann-Katase die Druckgrafiken ihres Mannes dessen Wahlheimat schenkt. Für Kassel hat Kazuo Katase das Stadtbild unter anderem mit der Lichtinstallation ,Blue Dancer´ über der Fulda nachhaltig geprägt. Wir freuen uns daher sehr, dass wir die Städtische Kunstsammlung nun auch im Bereich der Druckgrafik erweitern konnten und danken Frau Adelmann-Katase herzlich für ihre großzügige Schenkung.“
„Katase als Teilnehmer der documenta 1992 hat für Kassel eine hohe Bedeutung. Als wichtiger Vermittler zwischen japanischen und europäischen Kunsttraditionen entwickelte er eine unverwechselbare Bildsprache. Die Druckgrafiken stellen eine wertvolle Ergänzung der Sammlung dar, da wir einen Schwerpunkt auf documenta-Künstlern in unseren Sammlungen haben.“, ergänzt Dr. Martin Faass, Direktor von Hessen Kassel Heritage.
Irene Adelmann-Katase betont: „Ich fand den Gedanken gut, dass sich in einer öffentlichen Kunstsammlung, das gesamte „Druckgrafische Werk“ befinden sollte. Ich entschied mich dann bewusst für die Städtische Kunstsammlung der Stadt Kassel, zumal diese die beiden Werke erworben hatte. In der Neuen Galerie können die Grafiken dauerhaft bewahrt, einem breiten Publikum präsentiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ich danke der Stadt Kassel und Hessen Kassel Heritage für diese Möglichkeit.“
Kazuo Katase ist sowohl in der Städtischen Kunstsammlung, als auch der Staatlichen Kunstsammlung bereits mit Werken vertreten. In der Neuen Galerie sind seit 2018 neben seiner Skulptur „Ohne Titel (Leiterobjekt)“ von 1980 auch das zweiteilige Bronzeobjekt „Ohne Titel (Stein + Schildkrötenpanzer)“ von 1988/1989 zu sehen. Im vergangenen Jahr konnte die Dauerleihgabe „Ohne Titel (Stein + Schildkrötenpanzer)“ für die Städtische Sammlung erworben werden. Das Werk thematisiert die Spannungsfelder von Bewegung und Statik sowie Zeit und Raum – zentrale Motive im künstlerischen Schaffen Katases – und steht beispielhaft für seine existenziellen Fragestellungen. Zudem wurde auch das großformatige Pastell „Lichtbild (Wolken)“ von 1998 erworben.
Die 20 Druckgrafiken entstanden zwischen 1975 bis 2002 in Deutschland und Neuseeland. Sie erweitern den bestehenden druckgrafischen Bestand um bedeutende Arbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen des Künstlers. Zu den Werken zählen unter anderem zwei Grafiken, die 1975 anlässlich von Katases erster europäischen Einzelausstellung in der Städtischen Galerie im Schloss Wolfsburg entstanden, sowie der Druck „Apocalypse Amazonas“ von 1992, der anlässlich der documenta IX für die Mappen der Künstlereditionen entstand.
Wer war Kazuo Katase?
Der 1947 in Japan geborene Kazuo Katase kam 1975 nach Deutschland. 1976 übersiedelte er von Göttingen nach Kassel. Er studierte Visuelle Kommunikation und Freie Kunst an der Gesamthochschule Kassel. Bis zu seinem Tod im Jahr 2024 blieb Kassel sein zentraler Lebens- und Arbeitsort. Er fühlte sich mit seiner von ihm gewählten Wahlheimat, der Stadt Kassel verbunden. Katase arbeitete mit unterschiedlichen Medien. Den Anfang seines künstlerischen Schaffens bildeten die Fotografie, die Fotoübermalung, der Siebdruck, Rauminstallationen und Environments. Kazuo Katases künstlerische Persönlichkeit, sein existenzielles Sein zwischen der östlichen- und westlichen Kultur veranschaulichen seine Werke, die inspiriert aus dem Spannungsfeld beider Kulturen entstehen und seine künstlerische Stärke und Eindeutigkeit zeigen. Das Motiv der leeren „Schale“ nimmt einen zentralen Platz in seinem künstlerischen Œuvre ein. Sei es in der Fotografie, der Skulptur, der Installation und ab 2011 in der Malerei. Das gewählte Mahlmittel ist die Pastellkreide. 1992 nahm er an der documenta IX teil. In Kassel ist er – wie auch in anderen Städten und Ländern – mit Außenwerken präsent: Dazu gehören der „Blue Dancer“ (1989/2003), der seit 2003 über der Fulda installiert ist, die „Schöpfung“, die sich seit 2008 im Atrium des Diakonissenkrankenhauses befindet, und „Das Viertel“, welches seit 2017 auf dem Dach des Walter Gropius Hauses der Studentenwohnanlage „Studieren am Schillertor“ am Abend im blauen Licht erstrahlt. Die Stadt Kassel würdigte das künstlerische Lebenswerk Katases mit der Verleihung der Goldenen Ehrennadel im Jahr 2017.
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Fakten
- Die Schenkung von Druckgrafiken an die Stadt Kassel ist eine Großzügigkeit von Frau Adelmann-Katase.
- Katase als Teilnehmer der documenta 1992 hat für Kassel eine hohe Bedeutung.
- Die Druckgrafiken stellen eine wertvolle Ergänzung der Sammlung dar, da wir einen Schwerpunkt auf documenta-Künstlern in unseren Sammlungen haben.
- Katase arbeitete mit unterschiedlichen Medien wie Fotografie, Fotoübermalung, Siebdruck, Rauminstallationen und Environments.
- Das Motiv der leeren „Schale“ nimmt einen zentralen Platz in seinem künstlerischen Œuvre ein.
- Die Stadt Kassel ist die Wahlheimat von Kazuo Katase.
- Kazuo Katase kam 1947 in Japan geboren und übersiedelte 1976 von Göttingen nach Kassel.
- Katase studierte Visuelle Kommunikation und Freie Kunst an der Gesamthochschule Kassel.
- Katase arbeitete bis zu seinem Tod im Jahr 2024 als zentraler Lebens- und Arbeitsort in Kassel.
- Die Stadt Kassel würdigte das künstlerische Lebenswerk Katases mit der Verleihung der Goldenen Ehrennadel im Jahr 2017.
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