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Rattenbefall in München

Rattenbefall in München Anfrage Stadträtinnen Alexandra Gaßmann, Dr. Evelyne Menges und Antonia Waldner (CSU-Stadtratsfraktion) vom 18.6.2026
Antwort Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer:
In Ihrer schriftlichen Anfrage vom 18.6.2026 zum Thema „Rattenbefall in München“ führen Sie Folgendes aus: „Im Artikel ,Ratten-Alarm am Spielplatz‘ der tz vom 11.6.2026 wird von Rattenbefall auf dem städtischen Spielplatz Käthe-Bauer-Weg, Ecke Kärntner Platz in Laim berichtet. Neben abfallrechtlichen Verstößen, ergo von Menschen herumliegen gelassenen oder nicht fachgerecht entsorgten Nahrungsmitteln, werden auch Baustellen als Gründe für das Ansiedeln von Ratten genannt. Laut Artikel spricht das Gesundheitsreferat (GSR) der Landeshauptstadt München zudem davon, „dass es an einigen Orten zu überdurchschnittlicher Befallsstärke komme“.
Sowohl zum Einzelfall Spielplatz Käthe-Bauer-Weg, Ecke Kärntner Platz als auch zur Gesamtsituation stellen sich Nachfragen.
„Vor diesem Hintergrund fragen wir den Oberbürgermeister: 1. Ist der Stadtverwaltung am Spielplatz Käthe-Bauer-Weg, Ecke Kärntner Platz in den vergangenen Monaten eine besonders starke Vermüllung aufgefallen, die für den Rattenbefall verantwortlich sein könnte? 2. Da auch Baustellen als Grund für eine Verlagerung von Rattenkolonien genannt werden: Kann ausgeschlossen werden, dass die Baustelle für die Tram-Westtangente zur Verlagerung der Ratten an den Spielplatz geführt hat? 3. Seit wann ist der Rattenbefall am genannten Spielplatz bekannt bzw. der Stadtverwaltung bekannt? Kann aufgrund des zeitlichen Ablaufes ausgeschlossen werden, dass der Brückenabriss an der Fürstenrieder Straße zur Verlagerung der Ratten an den Spielplatz geführt hat? 4. Wo genau in München sind die Orte lokalisiert, die laut GSR von überdurchschnittlichem Rattenbefall betroffen sind? Um wie viele Orte handelt es sich aktuell (Stand 11.6.2026)? 5. Was unternimmt die Stadtverwaltung, um eine zukünftige Sperrung von Spielplätzen im Zusammenhang mit Rattenbefall zu vermeiden?“
Zu Ihrer Anfrage teilen wir Folgendes mit:
Für Unterhalt und Betrieb der öffentlichen Grünanlagen incl. der Spielplätze ist das Baureferat zuständig. Dies umfasst auch die Reinigung der Flächen und das Leeren der Abfallbehälter.Das Gesundheitsreferat ist zuständig für den Vollzug des Infektionsschutzgesetzes, mithin für die Feststellung und Anordnung von Bekämpfungsmaßnahmen bei Rattenaufkommen.
Wenn Rattenbefall in öffentlichen Grünanlagen festgestellt wird, werden vom Baureferat nach Anordnung durch das Gesundheitsreferat externe Fachfirmen mit Bekämpfungsmaßnahmen beauftragt und ggf. Sperrungen durchgeführt. Die Maßnahmen werden vom Gesundheitsreferat begleitet und kontrolliert.
In der öffentlichen Grünanlage am Käthe-Bauer-Weg befinden sich zwei Spielplätze, einer im westlichen und einer im östlichen Bereich der Grünanlage.
Der östlich gelegene Spielplatz wurde aufgrund einer Weisung des Gesundheitsreferates durch das Baureferat für die Dauer der laufenden Bekämpfungsmaßnahmen abgesperrt. Die übrige Grünanlage einschließlich des zweiten Spielplatzes stand und steht für die Nutzung uneingeschränkt zur Verfügung.
Ihre Fragen beantworten wir in Abstimmung mit dem Gesundheitsreferat wie folgt:
Frage 1: Ist der Stadtverwaltung am Spielplatz Käthe-Bauer-Weg, Ecke Kärntner Platz in den vergangenen Monaten eine besonders starke Vermüllung aufgefallen, die für den Rattenbefall verantwortlich sein könnte?
Antwort (Baureferat): Das Baureferat konnte keine besonders starke Vermüllung feststellen. Es lagen auch keine Meldungen oder Beschwerden zu einer auffällig starken Vermüllung vor – weder im Bereich des gegenständlichen Spielplatzes noch in anderen Bereichen der Grünanlage.
Die Grünanlage und der Spielplatz wurden turnusgemäß regelmäßig zweimal wöchentlich gereinigt und die Abfallbehälter geleert.
Frage 2: Da auch Baustellen als Grund für eine Verlagerung von Rattenkolonien genannt werden: Kann ausgeschlossen werden, dass die Baustelle für die Tram-Westtangente zur Verlagerung der Ratten an den Spielplatz geführt hat? Antwort (Gesundheitsreferat): „Ratten sind Kulturfolger des Menschen, deren Vermehrung und Ausbreitung nur schwer kontrollierbar ist. Sie treten in allen Stadtbezirken in Abhängigkeit von der Attraktivität der jeweiligen Lebensbedingungen vor Ort in variierender Zahl auf. Ob und inwieweit die Baustelle für die Tram-Westtangente in Kausalzusammenhang mit der Einnistung am bez. Spielplatz steht, kann seitens des Gesundheitsreferates daher nicht seriös beantwortet werden. Mutmaßungen hierzu wären rein spekulativ und würden von der Annahme ausgehen, dass vor Beginn der Baumaßnahmen im betreffenden Areal Rattenbefall vorherrschte, welcher sich mit Beginn der Baumaßnahmen verlagert habe. Hierzu liegen dem Gesundheitsreferat allerdings keinerlei belastbare Erkenntnisse vor.“
Frage 3: Seit wann ist der Rattenbefall am genannten Spielplatz bekannt bzw. der Stadtverwaltung bekannt? Kann aufgrund des zeitlichen Ablaufes ausgeschlossen werden, dass der Brückenabriss an der Fürstenrieder Straße zur Verlagerung der Ratten an den Spielplatz geführt hat?
Antwort (Gesundheitsreferat): „Die Rattenbefälle wurden dem Gesundheitsreferat am 3.6.2026 gemeldet. Bei einer am selben Tag erfolgten Kontrollbegehung bestätigte sich der Befall. Insoweit wurde das Baureferat umgehend um die entsprechende Einleitung von Maßnahmen und die Sperrung des Spielplatzes gebeten. Dies wurde noch am gleichen Tag vom Baureferat veranlasst und eine externe Fachfirma beauftragt. Die Meldung des Rattenbefalls (3.6.2026) fällt nach den hier vorliegenden Informationen zeitlich in den Anfangszeitraum der genannten Baumaßnahmen (3.6.2026 bis 8.6.2026). Ein Zusammenhang kann allerdings weder bestätigt noch bestritten werden. Im Übrigen siehe sinngemäß Antwort zu Frage 2.“
Frage 4: Wo genau in München sind die Orte lokalisiert, die laut Gesundheitsreferat von überdurchschnittlichen Rattenbefall betroffen sind? Um wie viele Orte handelt es sich aktuell (Stand 11.6.2026)?
Antwort (Gesundheitsreferat): „Seit jeher sind Ratten fester Bestandteil menschlicher Siedlungen. Sie sind Allesfresser und überall dort anzutreffen, wo sich genügend organische Abfälle finden, die als Nahrungsgrundlage dienen. Bei der im Stadt-gebiet auftretenden Rattenart handelt es sich in aller Regel um Wanderratten, welche auf der Suche nach Nahrungsquellen und Lebensräumen einem unkontrollierbaren Ausbreitungsverhalten unterworfen sind und deren lokales Auftreten nicht vorhersehbar ist. Gleichwohl werden mehr oder weniger regelhaft wiederkehrende Ratteneinnistungen mit wechselnder Befallsstärke an bestimmten Örtlichkeiten und Arealen im Stadtgebiet festgestellt, welche aufgrund ihrer intensiven Frequentierung und Nutzung durch die Bevölkerung und der damit einher gehenden ,Attraktivität‘ des Nahrungsangebotes einschließlich der Nistmöglichkeiten Ratten besonders anziehen.
So sind in unterschiedlichen Zeitabständen immer wieder Ratteneinnistungen beispielsweise an folgenden Örtlichkeiten zu beobachten bzw. werden Bekämpfungsmaßnahmen notwendig:
- die Bahnhöfe (einschließlich der Vorplätze, P+R Anlagen) - die Bereiche innerhalb des Altstadtrings einschließlich Sendlinger-Tor-Platz, Lenbachplatz, Karlsplatz-Stachus, Alter Botanischer Garten etc. - Parkanlagen (Pasinger Stadtpark, Nymphenburger Park, Maximiliansanlagen, Englischer Garten, in jeweils bestimmten Bereichen) - die Isar (einschließlich der Freizeitbereiche, Museumsinsel, Flaucher) sowie die weiteren Stadtgewässer (z.B. der Biedersteiner Kanal, Wenzbach, Hinterbrühler See, Fasanerie See, Feldmochinger See, Lerchenauer See, Würm, Hachinger Bach, Schwabinger See, Schwarze Lacke, Maria-Einsiedel-Mühlbach, Garchinger Mühlbach, Feldmochinger Mühlbach, Freibadbächl, Schwabinger Bach, Eisbach, Messesee Riem) - Campingplätze, Allianz-Arena, Euro-Industriepark
Frage 5: Was unternimmt die Stadtverwaltung, um eine zukünftige Sperrung von Spielplätzen im Zusammenhang mit Rattenbefall zu vermeiden?
Antwort (Baureferat): Um Rattenbefall vorzubeugen und Sperrungen zu vermeiden, wird das Baureferat die öffentlichen Grünanlagen und die Spielplätze im Rahmen der zur Verfügung stehenden Ressourcen weiterhin regelmäßig reinigen sowie anfallenden Müll beseitigen.

Hier finden Sie den kompletten Artikel:

Fakten

  • Der Rattenbefall in München ist ein aktuelles Thema, das von den Stadträtinnen Alexandra Gaßmann, Dr. Evelyne Menges und Antonia Waldner (CSU-Stadtratsfraktion) thematisiert wird.
  • Die Stadtverwaltung hat geantwortet, dass das Baureferat für die Reinigung der öffentlichen Grünanlagen und die Spielplätze zuständig ist.
  • Das Gesundheitsreferat ist für den Vollzug des Infektionsschutzgesetzes und die Feststellung von Bekämpfungsmaßnahmen bei Rattenaufkommen verantwortlich.
  • Die Stadtverwaltung hat bestätigt, dass es an einigen Orten zu überdurchschnittlicher Befallsstärke kommt, insbesondere in den Bahnhöfen, innerhalb des Altstadtrings und in Parkanlagen.
  • Die Baustelle für die Tram-Westtangente wird nicht als Grund für die Verlagerung von Rattenkolonien genannt, aber es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie ein Faktor ist.
  • Der Rattenbefall am Spielplatz Käthe-Bauer-Weg, Ecke Kärntner Platz, wurde dem Gesundheitsreferat am 3.6.2026 gemeldet und bestätigt.
  • Die Stadtverwaltung plant, die öffentlichen Grünanlagen und Spielplätze regelmäßig zu reinigen, um Rattenbefall vorzubeugen und Sperrungen zu vermeiden.
  • Die Orte in München, die von überdurchschnittlichem Rattenbefall betroffen sind, sind unter anderem Bahnhöfe, Bereiche innerhalb des Altstadtrings, Parkanlagen und Stadtgewässer.
  • Es gibt aktuell mehrere Orte in München, die von überdurchschnittlichem Rattenbefall betroffen sind, aber genau die Anzahl ist nicht bekannt.
  • Die Stadtverwaltung hat keine spezifischen Pläne für die Sperrung von Spielplätzen im Zusammenhang mit Rattenbefall, aber plant, die Grünanlagen und Spielplätze regelmäßig zu reinigen.
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