None

Neptun steht wieder im Gründelteich

Am 19. August 2026 wurde die neu angefertigte Neptunfigur angeliefert und mithilfe eines Spezialkrans auf dem Sockel im Gründelteich aufgestellt. Dieses Ereignis ließen sich Stadträte, Mitglieder des Denkmalvereins Glauchau e. V. sowie Partner und Vertreter bauausführender Unternehmen nicht entgehen. Oberbürgermeister Marcus Steinhart: „Nach intensiver Planung, handwerklicher Präzisionsarbeit und wertvoller Unterstützung aller Beteiligten hat das Projekt zur Nachbildung der historischen Neptunfigur nun seinen feierlichen Höhepunkt erreicht.“
Zu den ausführenden Worten, die er über den aufwändigen Prozess verlor, gehörte auch der Dank an u. a. die Steinbildhauerei Schubert aus Dresden und an den Denkmalverein Glauchau e. V. „Mit dem neu eingeführten Bürgerbudget Glauchau im Jahr 2023 wurde seitens des Denkmalvereins Glauchau e. V. und des Vereins Attraktives Glauchau e. V. der erste Vorschlag zur Restaurierung des Neptuns eingereicht und damit die Gelegenheit eröffnet, die finanzielle Unterstützung des Projektes auf den Weg zu bringen.“ Marcus Steinhart bezeichnete den Neptun als eine „identitätsstiftende Figur“ für die Stadt Glauchau. Monika Hanns vom Denkmalverein Glauchau übergab vor Ort mit einem symbolischen Scheck eine Vereinsspende über 5.000 Euro zur weiteren finanziellen Unterstützung.
Der aufwändige Weg zur originalgetreuen Nachbildung
Die historische Neptunfigur musste 2015 aus dem Gondelteich geborgen werden. Sie war in einem maroden Zustand, das Material drohte, abzubröckeln - Teile fehlten bereits. Zum Schutz vor weiterer Schädigung durch Verwitterung wurde der Neptun in der Gruft von Schloss Hinterglauchau eingelagert. In den folgenden Jahren gab es Planungen und Prüfungen zu möglichen Umsetzungs- und Finanzierungsmöglichkeiten, um die Neptunstatue nachbilden zu können. Dabei musste der Denkmalschutz berücksichtigt werden, denn neben der Figur des Neptuns steht auch dessen Sockel (Postament) unter Denkmalschutz.
Daher ist zunächst der Sockel saniert worden. Der Gondelteich wurde dafür im Herbst 2024 abgelassen und ein Gerüststeg errichtet. Nach Fertigstellung des sanierten Sockels konnte im Frühjahr 2025 der Gondelteich wieder gefüllt werden. Rund 11.000 Euro wurden in die Sockelsanierung investiert.
Für den Neptun erwies sich die Planung zur Nachbildung als große Herausforderung. Das Original wurde 1758 aus Hilbersdorfer Porphyrtuff hergestellt. Doch ist der Steinbruch, aus dem das Material stammt, geschlossen, so dass es nicht mehr möglich war, an das erforderliche Material heranzukommen. Somit musste nach Alternativen gesucht werden. Die Stadtverwaltung kontaktierte Unternehmen, die derartige bildhauerische Arbeiten handwerklich durchführen können und entsprechende Erfahrungen besitzen. Da die historische Neptunfigur aber stark verwittert ist, war es auch problematisch, zu sagen, wie die Nachbildung originalgetreu erfolgen soll. Ein öffentlicher Aufruf nach alten Fotos mit verschiedenen Ansichten aus privaten Beständen sollte helfen. Aber nur ein Bild schien geeignet (aufgenommen im Jahr 1939, aus dem Bestand des Museums Glauchau), das die Vorderseite der Figur abbildete. Für die Nachbildung der Rückseite lagen keine verwertbaren Fotos vor.
Als moderne Variante wurde das 3D-Druckverfahren untersucht. Damit können Objekte aus nichtmineralischem Material hergestellt werden. Eine Nachbildung des Neptuns wäre möglich gewesen – und hätte auch den Vorgaben der Denkmalschutzbehörde zur farblichen Gestaltung der Figur entsprochen. Die Stadt und der Stadtrat Glauchau favorisierten 2024 erste Prüfungen und Abstimmungen dieser Variante. Im Jahr 2025 wurde nach weiteren Recherchen aber deutlich, dass das 3D-Druckverfahren aus finanziellen Gründen nicht zur Anwendung kommen kann.
Daraufhin ließ die Stadtverwaltung über verschiedene Steinmetze weitere Nachbildungsvarianten aus Naturstein prüfen. Die Steinmetzwerkstatt Jorra & Tröger schlug eine Nachbildung aus „Rotem Mainsandstein“ vor. Nach Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde fragte die Stadt bei mehreren Steinbildhauern an. Die Steinmetz- und Steinbildhauer GmbH Schubert aus Dresden verfügte nicht nur über das Material in Größe und Kubatur, sondern auch über Erfahrungen in dessen Bearbeitung. Im April 2025 wurde die Herstellung aus diesem Material schließlich beauftragt. Die Kosten dafür betragen rund 38.000 Euro.
Am 31. Juli 2025 erfolgte zunächst ein aufwendiger 3D-Scan der Originalfigur. Hierfür wurde der Neptun mit einem Spezialkran angehoben, um den technisch faszinierenden Scan durchführen zu können. Die Steinmetz- und Steinbildhauer GmbH Schubert schuf mit den Daten des Scans und unter Verwendung der vorhandenen historischen Fotos eine digitale Nachbildung der historischen Neptunfigur. In der Dresdener Werkstatt entstand das erste neue Abbild des Neptuns in Form eines 3D-Druck-Kleinstmodells.
Im Dezember 2025 erfolgte die finale Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde. Das Modell wurde dem Original gegenübergestellt und die Nuancen für die Herstellung festgelegt. Ab dem Frühjahr 2026 war der Weg für die Herstellung frei. Es folgte ein beeindruckender Entwicklungsprozess. Im Mai 2026 verließ der Neptun die mechanische Grobfertigungshalle. Im Außengelände begannen die handwerklichen Leistungen zur perfekten Ausbildung des neuen Neptuns. Parallel dazu wurde ein neuer 3-Zack hergestellt. Der Original 3-Zack verbleibt bei dem Original in der Gruft. Den 3-Zack, der aktuell an der Hand der Nachbildung zu sehen ist, stammt aus einer Wernsdorfer Schlosserei.
Die Stadt Glauchau bedankt sich bei all den Akteuren und Mitwirkenden, welche an diesem generationsübergreifenden Projekt mitwirkten. Ohne die leidenschaftliche Hingabe und Entschlossenheit wäre die Realisierung dieses tollen Projektes nicht möglich gewesen.
Unser Dank gilt:
Jorra & Tröger Steinmetzwerkstatt GmbH, Glauchau
Stuck und Sanierungs-GmbH Behrendt & Petzold, Glauchau
Malerfachbetrieb Röhner GmbH, Glauchau
Spezialkrane Teichmann GmbH, Zwickau / OT Mülsen
Schubert Steinmetz- und Steinbildhauer GmbH, Dresden
Schlosserei Franke, Glauchau / OT Wernsdorf
Hans Müller GmbH Bauunternehmen, Glauchau / OT Niederlungwitz

Fakten

  • Der Neptun steht wieder im Gründelteich
  • Die neue Neptunfigur wurde am 19. August 2026 angeliefert
  • Die Nachbildung der historischen Neptunfigur wurde in einer Steinmetzwerkstatt in Dresden hergestellt
  • Die Kosten für die Herstellung des neuen Neptuns betragen rund 38.000 Euro
  • Der Originalsteinbruch, aus dem das Material stammt, ist geschlossen
  • Die Stadtverwaltung kontaktierte Unternehmen, um Alternativen zur Verwendung von historischem Material zu finden
  • Ein öffentlicher Aufruf nach alten Fotos mit verschiedenen Ansichten wurde ausgestellt, um die Nachbildung originalgetreu zu gestalten
  • Eine digitale Nachbildung der historischen Neptunfigur wurde erstellt, die dem Original gegenübergestellt und die Nuancen für die Herstellung festgelegt wurden
  • Der neue 3-Zack wurde in einer Wernsdorfer Schlosserei hergestellt
  • Die Stadt Glauchau bedankt sich bei all den Akteuren und Mitwirkenden, welche an diesem generationsübergreifenden Projekt mitgewirkt haben
  • Die Herstellung des neuen Neptuns war ein beeindruckender Entwicklungsprozess, der von Mai 2026 bis August 2026 dauerte
  • Der Original 3-Zack verbleibt bei dem Original in der Gruft
  • Die Stadtverwaltung und der Denkmalverein Glauchau e. V. haben sich für die Herstellung einer Nachbildung der historischen Neptunfigur entschieden
  • Die finanzielle Unterstützung des Projektes wurde durch den Bürgerbudget Glauchau im Jahr 2023 bereitgestellt
Unsere Nachrichtenartikel können teilweise oder ganz mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt oder unterstützt worden sein. Dies ermöglicht es uns, Inhalte effizient und aktuell bereitzustellen. Jeder Artikel wird vor der Veröffentlichung sorgfältig geprüft, um eine hohe Qualität und Genauigkeit sicherzustellen.
Es ist jedoch zu beachten, dass KI-generierte Inhalte trotz aller Bemühungen um Aktualität und Richtigkeit gelegentlich Unvollständigkeiten oder Ungenauigkeiten enthalten können. Wenn Sie Fragen zur Richtigkeit der Informationen haben oder zusätzliche Klarstellungen wünschen, wenden Sie sich bitte an unser Redaktionsteam. Wir schätzen Ihr Verständnis und bemühen uns stets, Ihnen zuverlässige und wertvolle Informationen zu bieten.