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„Sprachschätze heben: Mehrsprachigkeit der Erzieher*innen für die Münchner Kindl nutzen“

Antrag Stadtrats-Mitglieder Anja Berger, Lyn Faltin, Nimet Gökmenoglu, Gunda Krauss, Sofie Langmeier, Mo Lüttig, Clara Nitsche und Sebastian Weisenburger (Fraktion Die Grünen – Rosa Liste – Volt) vom 21.1.2026
„Sprachschätze heben: Mehrsprachigkeit der Erzieher*innen für die Münchner Kindl nutzen“
Antwort Stadtschulrat Florian Kraus:
Mit Ihrem Antrag vom 21.1.2026 baten Sie das Referat für Bildung und Sport darum,
„mehrsprachige Angebote in den Münchner Kindertageseinrichtungen für die Münchner Kindl zu implementieren und dabei die vorhandenen Fremdsprachenkompetenzen der pädagogischen Fachkräfte gezielt einzubeziehen. Ziel ist es, weitere Sprachen spielerisch in den Kita-Alltag zu integrieren und damit die frühkindliche Sprachentwicklung nachhaltig zu fördern. Ferner soll das städtische Angebot an bilingualen Kitas bedarfsgerecht und strategisch erweitert werden.“
Ihr Einverständnis vorausgesetzt, teile ich Ihnen auf diesem Weg zum o.g. Antrag Folgendes mit:
Der Städtische Träger des Geschäftsbereichs KITA betont in der Trägerkonzeption die Anerkennung und Wertschätzung von Vielsprachigkeit in den Kindertageseinrichtungen. Zudem wurde 2024 ein Leitfaden „Mehrsprachigkeit verbindet“ veröffentlicht. Dieser zielt darauf ab, Mehrsprachigkeit als integralen Bestandteil der frühkindlichen Bildung zu verankern und damit den europäischen Gedanken zu stärken und demokratische Werte zu leben.
Das Konzept einer zwei- oder mehrsprachigen Kindertageseinrichtung kann vielfältig sein. Auch Konzepte mit weniger Umfang leisten einen wertvollen Beitrag mehrsprachiger Bildung. Die Integration verschiedener Sprachressourcen erfolgt sowohl im Alltag als auch durch gezielte Angebote.
Handlungsempfehlungen für die Praxis sollen unterstützen, Sprachkompetenzen der Kinder zu fördern und Mehrsprachigkeit als verbindendes Element zu leben.
Hier einige Beispiele:
- Integration der Familiensprachen (z.B. Vorlesen in verschiedenen Sprachen, mehrsprachige Bilderbücher)
- Wertschätzung aller Herkunftssprachen (gleichberechtigte Teilhabe)
- Gestaltung von Sprachanlässen im Alltag (Bedeutung der Fachkraft-Kind-Interaktion)
- Bilinguale Angebote (gezielte Sprachförderung)
- Rituale und Routinen (Lieder, Reime, kulturelle Anlässe)
- Zusammenarbeit mit den Familien (Informationen, Austausch, Elterncafés, pädagogische Angebote)
Élysée-Kitas beim Städtischen Träger bieten Französisch-Schnupperkurse an, um einen ersten Kontakt zur Sprache und Kultur des Nachbarlandes zu ermöglichen. In Kleingruppen mit gezielten Angeboten oder festen Routinen durch eine weitere Sprache zu begleiten ist ebenso bereichernd für die Kinder, wenn nicht der Erwerb der Sprache, sondern die Freude, Entdeckung und interkulturelle Begegnung im Vordergrund stehen.
Nach diesem Prinzip arbeiten auch zahlreiche weitere Kitas mit anderen Sprachen als Französisch. So kamen in den letzten 10 Jahren etliche spanische Fachkräfte durch Personalgewinnungsprojekte, die nun mit großer Begeisterung ihre sprachlichen und kulturellen Ressourcen einbringen. In regelmäßigen Vernetzungstreffen tauschen sich die Fachkräfte zu Methoden aus, teilen Erfahrungen und lernen neue Sprachvermittlungskonzepte.
Die Zusammenarbeit zwischen dem Städtischen Träger und dem Pädagogischen Institut – Zentrum für Kommunales Bildungsmanagement ermöglicht die kontinuierliche Entwicklung praxisorientierter Fortbildungsformate, die auf aktuellen Erkenntnissen basieren. Zudem bestehen Kooperationen mit Fachakademien und Hochschulen, die die Ausbildung der Fachkräfte bereichern. Fachkräfte haben über die Plattform WiLMA Zugang zu zahlreichen Fachtexten und Links zur Weiterbildung. Die Abteilung Pädagogik und Grundsatz im Städtischen Träger bietet Unterstützung bei der Implementierung und weiteren Anliegen rund um Mehrsprachigkeit. Durch gezielte Fortbildungen, Workshops und Präsentationen wird sichergestellt, dass alle Mitarbeitenden auf dem neuesten Stand sind und Mehrsprachigkeit als wertvolle Ressource erkennen.
Maßnahmen:
- Implementierung des Leitfadens „Mehrsprachigkeit verbindet“ -10 Élysée-Kitas
- Kooperation mit dem Institut Français
- Austauschprogramm des Deutsch-Französischen Jugendwerks Élysée-Prim
- Ausbau bilingualer spanischer Angebote
- Personalgewinnungsprojekte aus dem Ausland (Spanien und Italien)
- Verankerung von Mehrsprachigkeit in den Hauskonzeptionen
- Fortbildungsangebote des Pädagogischen Instituts – Zentrum für Kommunales Bildungsmanagement
- Beratungsangebote und Workshops der Fachberatung
- Internationale Begegnungen durch Erasmus+Projekte (in coming und out going)
- Internationale Praktikant*innen in den Kitas
Ich bitte um Kenntnisnahme der vorstehenden Ausführungen und gehe davon aus, dass die Angelegenheit damit abgeschlossen ist.

Fakten

  • Der Antrag wurde vom 21.1.2026 gestellt.
  • Das Ziel ist es, weitere Sprachen spielerisch in den Kita-Alltag zu integrieren und damit die frühkindliche Sprachentwicklung nachhaltig zu fördern.
  • Die Anerkennung und Wertschätzung von Vielsprachigkeit in den Kindertageseinrichtungen wird betont.
  • 2024 wurde ein Leitfaden „Mehrsprachigkeit verbindet“ veröffentlicht.
  • Die Integration verschiedener Sprachressourcen erfolgt sowohl im Alltag als auch durch gezielte Angebote.
  • Französisch-Schnupperkurse werden in Élysée-Kitas angeboten, um einen ersten Kontakt zur Sprache und Kultur des Nachbarlandes zu ermöglichen.
  • Die Zusammenarbeit zwischen dem Städtischen Träger und dem Pädagogischen Institut – Zentrum für Kommunales Bildungsmanagement ermöglicht die kontinuierliche Entwicklung praxisorientierter Fortbildungsformate.
  • Kooperationen mit Fachakademien und Hochschulen bereichern die Ausbildung der Fachkräfte.
  • Die Abteilung Pädagogik und Grundsatz im Städtischen Träger bietet Unterstützung bei der Implementierung und weiteren Anliegen rund um Mehrsprachigkeit.
  • München
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