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Sicher in die Quantenzukunft

Auch Giesecke-Devrient rät jetzt, das Thema Post-Quanten-Kryptografie nicht länger auf die Bank zu schieben.ArtemisDiana – shutterstock.com



Jedes Passwort, jede verschlüsselte Chat-Nachricht und jede gesicherte Banktransaktion sind plötzlich ein offenes Buch. Was lange als Science-Fiction galt, rückt in greifbare Nähe: Das Zeitalter der Quantencomputer. Und damit sind unsere heutigen Verschlüsselungsstandards bedroht. Davor warnt jetzt auch (Nicht-nur-)Gelddrucker Giesecke+Devrient (G+D).



So befürchten Experten, dass, wenn heutige Verfahren wie RSA oder ECC geknackt werden, digitale Identitäten kompromittiert und kritische Infrastrukturen wie das Stromnetz oder der Zahlungsverkehr manipuliert werden könnten. Dem Identitätsklau will der Spezialist für sicheres Bezahlen, digitale Identitäten und den Schutz digitaler Infrastrukturen mit einem quantensicheren Personalausweis zuvorkommen.



Personalausweis mit Quantum-Kryptografie



In einer Machbarkeitsstudie haben Giesecke+Devrient und die Bundesdruckerei einen Personalausweis entwickelt, der sowohl klassische als auch Post-Quantum-Kryptografie nutzt. Dieser kombinierte Ansatz soll sicherstellen, dass das Dokument nach aktuellen Sicherheitsstandards geschützt ist, während es gleichzeitig gegen die Rechenpower künftiger Quantencomputer gewappnet sei.



Ein wesentlicher Teil der Funktionsweise ist die Implementierung quantensicherer Signaturen. Diese dienen dem langfristigen Schutz der Integrität und Authentizität der Daten auf dem Ausweisdokument. Auf diese Weise könne sichergestellt werden, dass die Identitätsdaten weder gefälscht noch unberechtigt manipuliert werden, so G+D.



Fünf Gründe für den Quantenumstieg



Doch warum ist die Aufregung um das Thema Post-Quanten-Kryptografie (PQC) gerade jetzt so groß? Bei G+D sieht man fünf entscheidende Gründe, warum man den Umstieg nicht mehr auf die lange Bank schieben sollte:



1. Die Hürden für Hacker sinken



Lange dachte man, man bräuchte gigantische Quantenrechner, um heutige Codes zu knacken. Neue wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch, dass durch Fortschritte in der Forschung möglicherweise deutlich weniger leistungsfähige Systeme ausreichen könnten, als bisher angenommen. Die technischen Anforderungen für einen erfolgreichen Angriff sinken rapide.



2. Das große Geld fließt



Quantencomputing ist kein Nischenthema mehr. Laut McKinsey haben sich die weltweiten Investitionen innerhalb nur eines Jahres versechsfacht. Milliardenbeträge fließen in die Entwicklung, wodurch marktfähige Lösungen und leistungsstarke Rechner in Rekordtempo Realität werden dürften.



3. Die Tech-Giganten machen Druck



Während frühere Prognosen eine Umstellung erst für Mitte der 2030er Jahre vorsahen, haben Schwergewichte wie Google und Cloudflare das Tempo massiv verschärft. Ihr Ziel: Eine vollständige Migration auf quantensichere Verfahren bis 2029.



4. Staat schreibt Sicherheit vor



Regierungen weltweit, darunter auch die EU, haben den Ernst der Lage erkannt. Eine koordinierte Roadmap der Europäischen Union fordert die Mitgliedstaaten auf, hochkritische Anwendungen bis spätestens Ende 2030 auf PQC umzustellen. Sicherheit ist hier keine Empfehlung mehr, sondern eine regulatorische Pflicht.



5. Neue Standards für die Welt



Internationale Gremien wie die GSMA (Mobilfunk) oder die ICAO (Reisedokumente) arbeiten bereits unter Hochdruck daran, bestehende Protokolle um PQC zu erweitern. Das Ziel ist ein nahtloses und sicheres Zusammenspiel aller digitalen Systeme im Quantenzeitalter.



Zudem ist zu bedenken, wie Gabriel von Mitschke-Collande, CDO bei G+D ausführt, dass die Umstellung kein einfaches Software-Update ist. Vielmehr handle es sich um einen hochkomplexen Prozess, da Verschlüsselung tief in Systemen und langlebigen Komponenten wie Ausweisdokumenten oder eSIM-Profilen eingebettet sei.