Datenschutzeinstellungen Hans Eichel soll Ehrenbürger Kassels werden
“Hans Eichel hat in den letzten Jahrzehnten des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Geschichte und das Ansehen unserer Stadt gestaltet und geprägt: Die höchste Auszeichnung, die unsere Stadt verleihen kann, ist eine angemessene Würdigung seines politischen Lebenswerks und seiner engen Verbundenheit zu Kassel“, sagte Oberbürgermeister Sven Schoeller.
Die Stadtverordnetenversammlung wird am 26. Oktober 2026 zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um über den Vorschlag abschließend zu entscheiden. Derzeit sind Dr. Eva-Maria Schulz-Jander und Jochen Lengemann Ehrenbürgerin und Ehrenbürger der Stadt Kassel.
Jüngster Oberbürgermeister Geboren und aufgewachsen in Kassel, wurde das politische Talent 1975 mit 33 Jahren der jüngste Oberbürgermeister der Bundesrepublik. In die Ägide des Sozialdemokraten fallen nicht nur die erste rot‐grüne Zusammenarbeit in einer Großstadt, sondern auch die Gründung des Ausländerbeirats sowie eines paritätisch mit Frauen und Männern besetzten Dezernentenkreises.
Die Bundesgartenschau 1981 war ein großer Erfolg und prägte Kassels Gesicht nachhaltig, insbesondere mit dem neuen Erholungsgebiet Buga‐See. Auch die documenta wurde immer mehr zum Imagefaktor Kassels, unvergessen insbesondere 1982 mit der Basaltstelen‐Aktion von Joseph Beuys „7000 Eichen“. Zu den politischen Ausrufezeichen gehörten auch die Städtepartnerschaften, die Kassel noch in der Zeit vor Fall der Mauer einging: Sowohl mit Jaroslawl in der Sowjetunion (1988) als auch mit Arnstadt in der DDR (1989) kam es zu offiziellen Verbindungen. Unvergessen sind die Bilder der Grenzöffnung 1989, bei der Eichel schnell reagierte, so dass die Stadt zigtausende Menschen aus der Deutschen Demokratischen Republik unbürokratisch und gastfreundlich willkommen hieß.
Ministerpräsident und BundesfinanzministerNach 16 Jahren endete die Zeit Eichels als Kasseler Oberbürgermeister mit einem damals unerwarteten Sieg: SPD und Grüne erzielten bei der hessischen Landtagswahl 1991 die Mehrheit, und Hans Eichel wurde Ministerpräsident. Als 1999 die Mehrheit im Landtag ebenso überraschend verloren ging, dauerte es nicht lange, bis ihn eine neue Herausforderung erwartete, diesmal auf Bundesebene: Im rot‐grünen Kabinett unter dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder wurde Eichel Finanzminister. Als solcher erhielt er ob seiner Mahnungen zur Zurückhaltung bei den Ausgaben den Beinamen „Eiserner Hans“. Dem Bundestag gehörte er von 2002 bis 2009 an. Seiner Heimatstadt ist er auch nach seiner aktiven politischen Zeit treu und in ihr aktiv geblieben: So war er beispielsweise bei der documenta als Gästeführer im Einsatz. Im kulturellen und gesellschaftlichen Leben ist er bis heute engagiert und präsent.
WilhelmsgymnasiumHans Eichel hatte 1961 sein Abitur am Wilhelmsgymnasium abgelegt. Nach seinem Lehrerstudium der Germanistik, Philosophie, Politik, Erziehungswissenschaften und Geschichte in Marburg und Berlin kehrte er 1970 als Studienrat an das Wilhelmsgymnasium zurück, bevor er in die Politik ging.
Unter www.kassel.de/ehrenbuerger stehen mehr Infos zu dieser Auszeichnung und den seit ihrer Einführung im Jahre 1830 so Gewürdigten.
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