Diese Jobs haben auch im KI-Zeitalter Zukunft
width="1024" height="576" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px">Um in der KI-unterwanderten Arbeitswelt zu reüssieren, reicht technologische Expertise allein nicht mehr aus. Taris Tonsa / Shutterstock
Die Warnung, dass Künstliche Intelligenz unsere Arbeit übernimmt, ist allgegenwärtig. KI-gestützte Coding-Tools übernehmen Aufgaben von Junior-Entwicklern, leistungsfähige Sprachmodelle verändern die Arbeit von Wissensarbeitern – und mit den Fortschritten bei Physical AI geraten zunehmend auch körperliche Tätigkeiten in der Industrie und im Haushalt in den Fokus der Automatisierung.
Doch der technologische Wandel bedeutet nicht zwangsläufig, dass dem Menschen die Arbeit ausgeht. Besonders gefragt bleiben Tätigkeiten, die zwischenmenschliche Interaktion, Empathie, komplexes Denken oder Kreativität erfordern.
In diesen Bereichen steige die Nachfrage weiter an und das oft sogar stärker als in Berufen, die durch Automatisierung gefährdet sind, so die Karriereberater von Livecareer.
Technische Expertise und menschliche Fähigkeiten
Als Beispiele für solche Tätigkeiten, in denen technologische Expertise allein nicht ausreicht, sondern häufig mit menschlichen Fähigkeiten kombiniert wird, nennen sie unter anderem:
Gesundheits- und Pflegeberufe,
Bildung & Training,
Management, Recht & Unternehmensberatung, und
Technologie & Datenanalyse.
Zukunftsfähige Berufe lassen sich laut LiveCareer oft an folgenden Anforderungen erkennen:
Hohe soziale und kommunikative Anforderungen, etwa Empathie und Teamarbeit;
Komplexe Problemlösung und kreative Aufgaben, die nicht standardisierbar sind;
Fachwissen und Spezialisierung, die kontinuierlich weiterentwickelt werden müssen;
Menschliche Verantwortung und Entscheidungsfreiheit;
Anpassungsfähigkeit in einer digitalen und vernetzten Arbeitswelt.
Gefährdet sind aus Sicht von Livecareer dagegen Jobs mit stark repetitiven Tätigkeiten. So ließen sich etwa einfachere Verwaltungsaufgaben, Routine-Datenerfassung oder bestimmte manuelle Tätigkeiten leicht durch KI und Automatisierung ersetzen. In den meisten Fällen fallen die Berufe selbst dabei nicht (komplett) weg, so die Experten, vielmehr verändern sich die Aufgaben.
Wer diese Jobs weiter ausführen möchte, muss sich vor allem anpassen, also weiterbilden, neue Fähigkeiten lernen oder sich breiter aufstellen, um auch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben.
KI und Arbeit: 4 Szenarien
Wie stark solche Anpassungsstrategien tatsächlich greifen, hängt allerdings davon ab, wie schnell sich KI entwickelt – und ob die Arbeitswelt mit diesem Tempo Schritt halten kann. Genau diese beiden Faktoren stellt das World Economic Forum ins Zentrum von vier Szenarien für die Arbeitswelt bis 2030.
Im Szenario „Supercharged Progress“ treffen laut WEF rasante technologische Fortschritte auf eine hohe Bereitschaft der Arbeitswelt, sich auf KI einzustellen. Das Resultat: KI-Systeme übernehmen immer mehr Aufgaben, während sich viele menschliche Tätigkeiten in Richtung Steuerung, Kontrolle und Zusammenarbeit mit intelligenten Systemen verschieben. Daraus kann eine stark KI-geprägte Wirtschaft mit erheblichen Produktivitätsgewinnen entstehen.
Bei „The Age of Displacement“ entwickelt sich KI ebenfalls exponentiell, doch Unternehmen, Beschäftigte und Bildungssysteme können nicht mithalten. Automatisierung ersetzt zahlreiche Tätigkeiten, ohne dass in gleichem Tempo neue Job-Perspektiven entstehen. Die Folge könnten großflächige Arbeitsplatzverluste, stärkere wirtschaftliche Schwankungen und gesellschaftliche Spannungen sein.
Das Szenario „Co-Pilot Economy“ zeichnet ein wesentlich kooperativeres Bild. Die technologische Entwicklung verläuft weniger explosionsartig, gleichzeitig ist die Arbeitswelt gut auf KI vorbereitet. Statt Menschen in großem Umfang zu ersetzen, werden KI-Systeme vor allem eingesetzt, um Beschäftigte bei ihrer Arbeit zu unterstützen und ihre Fähigkeiten zu erweitern.
„Stalled Progress“ beschreibt schließlich eine Welt, in der sowohl die KI-Entwicklung als auch die Anpassung der Arbeitswelt stocken. Die Konsequenz: Fehleranfällige KI-Anwendungen und mangelnde Kompetenzen verhindern die erhofften Produktivitätsgewinne.
Was Arbeitnehmer jetzt tun können
Unabhängig davon, welches Szenario Realität wird, können Beschäftigte schon heute ihre Ausgangsposition verbessern. Livecareer empfiehlt vor allem, digitale Kompetenzen auszubauen und den sicheren Umgang mit KI-Tools zu lernen. Gleichzeitig gewinnen Fähigkeiten an Bedeutung, die sich nur schwer automatisieren lassen: Kommunikation, Kreativität, Teamarbeit und komplexe Problemlösung. Wer zudem flexibel bleibt, praktische Erfahrungen sammelt und Weiterbildungsangebote nutzt, kann sich leichter auf neue Berufsbilder einstellen. Auch ein belastbares berufliches Netzwerk kann helfen, neue Chancen frühzeitig zu erkennen.
Hier finden Sie den kompletten Artikel: