Feierliche Eröffnung des umgestalteten Schlossplatzes vor der Marktkirche
Nach dem Baubeginn am 27. August 2025 konnte der erste von drei Bauabschnitten bereits nach rund einem Jahr Bauzeit abgeschlossen werden – rund neun Monate früher als ursprünglich vorgesehen. Damit ist ein wichtiger Meilenstein des Gesamtprojektes erreicht: 24 neue Bäume wurden gepflanzt, neues Natursteinpflaster verlegt und die technischen Voraussetzungen für die vielfältige Nutzung des Platzes geschaffen.
„Der Schlossplatz ist Herz und Bühne unserer Stadt. Umso mehr freut es mich, dass er deutlich vor dem ursprünglich vorgesehenen Termin und pünktlich zum Weinfest wieder zur Verfügung steht“, sagt Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende. „Hier treffen Tradition, Begegnung und Innenstadtleben aufeinander. Die Neugestaltung verbindet die Bedürfnisse von Veranstaltungen mit mehr Schatten, Aufenthaltsqualität und klimaangepasstem Grün. So sichern wir die traditionsreiche Nutzung des Platzes und machen ihn gleichzeitig fit für die Zukunft.“
„Wir haben den Schlossplatz so umgestaltet, dass die Bäume trotz der intensiven Nutzung des Schlossplatzes gute Wachstumsbedingungen bekommen“, sagt Baudezernent Andreas Kowol. „Besonders wichtig sind dabei die großen unterirdischen Baumquartiere über denen das Pflaster auf einer freitragenden Unterkonstruktion „schwebt“. Oberirdisch sieht man nur die Baumscheiben, darunter stehen den Wurzeln aber großflächige, miteinander verbundene Pflanzräume zur Verfügung. Was hier passiert ist, ist eine Investition in die Zukunft: Jahr für Jahr werden die Baumkronen sich ausdehnen und mehr und mehr Schatten spenden.“
Mit der Umgestaltung wird der Schlossplatz nicht nur optisch aufgewertet, sondern auch technisch und ökologisch zukunftsfähig gestaltet. Der Platz im historischen Zentrum wird jährlich stark genutzt – unter anderem für die Weinwoche, den Sternschnuppenmarkt, das Internationale Stadtfest und den Fastnachtsumzug. Zusätzlich dient er als Ausweichfläche, wenn das Dern’sche Gelände belegt ist. Deshalb wurde bei der Neugestaltung nicht nur auf ein ansprechendes Erscheinungsbild, sondern vor allem auf eine robuste, klimaangepasste und langfristig tragfähige Lösung gesetzt.
Unter der Platzfläche wurden zwei große zusammenhängende unterirdische Baumquartiere geschaffen, jeweils für zwölf Bäume. Jedes dieser Quartiere ist etwa 1,5 Meter tief und erstreckt sich über eine Fläche von rund 9 mal 30 Metern. Dadurch entsteht für die Wurzeln deutlich mehr Raum, als an der Oberfläche sichtbar ist. Dieser große unterirdische Wurzelraum ist für die langfristige Entwicklung der Bäume von zentraler Bedeutung.
Das Pflaster über den neuen Baumstandorten liegt auf einer Stahlträgerunterkonstruktion, damit der Boden bei Festen, Aufbauten und Publikumsverkehr nicht weiter verdichtet wird. Das Pflaster „schwebt“ gewissermaßen über dem Boden. Dadurch werden die Bäume und ihr Wurzelbereich besser geschützt und die Veranstaltungsnutzung des Platzes bleibt möglich, ohne dass die Erdschichten dauerhaft belastet werden. So können Stände sicher aufgebaut werden, während die Wurzeln ausreichend Luft und Raum behalten.
Ergänzt wird das System durch zwei je 20 Kubikmeter große Zisternen (entspricht 40.000 l Fassungsvermögen insgesamt) zwischen dem Denkmal Schweiger und der Marktkirche. Dort wird Regenwasser aus der gesamten Platzfläche gesammelt und zur nachhaltigen Bewässerung der Bäume genutzt. Zusätzlich ist die Entwässerung so angelegt, dass Wasser über die Baumstandorte auch abfließen kann. Die Strom-, Wasser- und Abwasseranschlüsse für die Standbetreiber sind bereits im Boden versenkt und lassen sich bei Bedarf hochklappen. Damit wird der Platz bei Veranstaltungen barrierearm, denn es entfallen lose Kabel, Kabelbrücken und andere Stolperfallen.
Gepflanzt wurden Japanische Zierkirsche (Prunus serrulata ‘Kanzan’), Weiße Maulbeere (Morus alba ‘Fruitless’) und Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera). Die Arten sind standortgerecht ausgewählt und an trockene, heiße Bedingungen angepasst. Sie sollen sich langfristig zu gesunden, schattenspendenden und klimaresilienten Bäumen entwickeln und das Stadtklima verbessern.
Die Japanische Zierkirsche bringt im Frühjahr eine auffällige Blüte mit, die Weiße Maulbeere ist robust, hitzetolerant und als Straßen- und Stadtbaum gut geeignet, und der Tulpenbaum entwickelt eine große Krone mit hohem Schattenpotenzial. Gemeinsam sollen die Bäume künftig für mehr Aufenthaltsqualität auf dem Platz sorgen und den Schlossplatz auch an heißen Tagen besser nutzbar machen.
Die Versiegelung des Platzes hat sich gegenüber früher übrigens nicht erhöht: Es wurde lediglich ein anderer Belag Oberflächenbelag eingebaut, der der zukünftigen Nutzung besser gerecht wird. Das neue Natursteinpflaster wirkt aktuell „massiver“, weil die Bäume noch jung sind; mit wachsender Krone entsteht zunehmend mehr Schatten und optische Auflockerung.
Noch offen sind Arbeiten an der späteren Grünfläche links vor der Kirche. Dort erfolgen zunächst archäologische Untersuchungen sowie eine Prüfung auf mögliche Kampfmittel, da der Bereich kriegsbedingt belastet sein könnte. Der Fußweg zur Kita wird nach der Rheingauer Weinwoche fertiggestellt.
Im Zuge der Neugestaltung des Gesamtareals wird diese Grünfläche um etwa zehn Meter nach Norden verlegt und aufgewertet. Um die Pflanzflächen künftig vor Beeinträchtigungen und Schäden durch Veranstaltungen zu schützen, wird der Bereich eingefasst und neu bepflanzt. Dadurch können dort künftig keine Veranstaltungsstände mehr errichtet werden, sodass aufwendige Wiederherstellungsmaßnahmen entfallen. Damit wird die Fläche ihre Grünfunktion ganzjährig erfüllen können. Für die Planung der Grünfläche, welche sich noch in der Bearbeitung befindet, spielen Aspekte zum Hitzeschutz, Klimaresilienz und Schatten eine wesentliche Rolle.
Die deutliche Verkürzung der Bauzeit ist das Ergebnis einer optimierten Bauablaufplanung, der engagierten und zügigen Ausführung durch das beauftragte Bauunternehmen sowie der hervorragenden Zusammenarbeit aller am Projekt beteiligten Partner. Positiv wirkten sich zudem die günstigeren Baugrundverhältnisse gegenüber den ursprünglichen Annahmen sowie die zügige Durchführung und Freigabe der archäologischen Untersuchungen aus.
„Dass dieser Bauabschnitts so zeitig fertig wurde, zeigt, was durch eine gute Planung, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und das hohe Engagement aller am Bau Beteiligten erreicht werden kann. Unser besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der beteiligten Unternehmen, den Planungsbüros und den Fachbehörden“, erklären Oberbürgermeister Mende und Stadtrat Kowol. „Ebenso bedanken wir uns bei allen Bürgerinnen und Bürgern, den Gewerbetreibenden, den Kirchengemeinden sowie den Besucherinnen und Besuchern der Innenstadt für ihr Verständnis und ihre Geduld während der Bauzeit.“
Die Gesamtkosten des ersten Bauabschnitts belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro. Nach derzeitigem Stand wird der vorgesehene Kostenrahmen vollständig eingehalten.
Sofern die Beschlüsse der städtischen Gremien zu den weiteren Bauabschnitten vorliegen, soll die Umgestaltung des Schlossplatzes Schritt für Schritt zu einem modernen und multifunktionalen Stadtraum weitergeführt werden. Die Landeshauptstadt wird die Öffentlichkeit auch während der weiteren Bauphasen regelmäßig über den Projektfortschritt informieren.
Mit der Neugestaltung verfolgt die Stadt das Ziel, den Schlossplatz als wichtige Veranstaltungsfläche mit einer leistungsfähigen technischen Infrastruktur zu erhalten und zugleich klimaresilient weiterzuentwickeln. Grundsätzlich versucht die Stadt Wiesbaden, innerstädtische Flächen überall zu entsiegeln und zu begrünen, wo dies möglich ist. Aktuelle Beispiele sind der Elsässer Platz und das Bülowplätzchen im Westend, die geplanten Baumpflanzungen auf der Schwalbacher Straße und darüber hinaus das „500-Bäume-Programm“.
Bilder
Herausgeber dieser Pressemitteilung ist das Pressereferat der Landeshauptstadt Wiesbaden, Schlossplatz 6, 65183 Wiesbaden, pressereferatwiesbadende. Bürgerinnen und Bürger können sich bei Fragen an das zuständige Dezernat oder Amt wenden.
Hier finden Sie den kompletten Artikel:
Fakten
- Der erste Bauabschnitt des Schlossplatzes wurde nach rund einem Jahr Bauzeit abgeschlossen.
- Die Umgestaltung des Schlossplatzes begann am 27. August 2025.
- 24 neue Bäume wurden gepflanzt.
- Neues Natursteinpflaster verlegt.
- Die technischen Voraussetzungen für die vielfältige Nutzung des Platzes geschaffen wurden.
- Der Schlossplatz ist Herz und Bühne unserer Stadt.
- Die Neugestaltung verbindet die Bedürfnisse von Veranstaltungen mit mehr Schatten, Aufenthaltsqualität und klimaangepasstem Grün.
- Die Gesamtkosten des ersten Bauabschnitts belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro.
- Der Schlossplatz liegt im historischen Zentrum der Stadt Wiesbaden.
- Die Umgestaltung des Schlossplatzes soll den Platz als wichtige Veranstaltungsfläche mit einer leistungsfähigen technischen Infrastruktur erhalten und klimaresilient weiterentwickeln.
- Die Stadt Wiesbaden versucht, innerstädtische Flächen überall zu entsiegeln und zu begrünen, wo dies möglich ist.
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