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Historisches Gartendenkmal mit neuen Parkwegen

Heute hat Bürgermeister Thomas Kütter am Ernst-Thälmann-Denkmal, Promenadenstraße/Höhe Arndtplatz, die neuen Parkwege in den Schloßteichanlagen offiziell eröffnet.
In den historischen Schloßteichanlagen sind Wege auf einer Gesamtlänge von rund 500 Metern saniert worden. Seit Anfang März dauerten die Bauarbeiten im nördlichen Abschnitt an der Schloßteichstraße sowie an der Promenadenstraße an. Die Planung und Umsetzung dieses sensiblen Bauvorhabens wurde eng mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt, um den gestalterischen und historischen Ansprüchen der Parkanlage gerecht zu werden. Dazu wurde im Vorfeld eine umfassende denkmalrechtliche Zielstellung erarbeitet.
Im längeren der beiden Teilbereiche wurde auf einer Länge von ca. 440 Metern der östliche Hauptweg, der parallel zur Promenadenstraße verläuft, grundhaft erneuert. Die sanierungsbedürftige dunkle Asphaltdecke wurde durch eine helle wassergebundene Wegedecke ersetzt. Diese Bauweise fügt sich ästhetisch in das historische Ensemble ein, begünstigt eine natürliche Versickerung von Regenwasser und ist für Mensch und Tier wesentlich angenehmer zu begehen. Die helle Wegedecke bildet zudem einen attraktiven Kontrast zu den anthrazitfarbigen Einfassungen aus Basaltsteinen und verbessert die Orientierung für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen.
Ergänzend zum Hauptweg erstreckten sich die Sanierungsarbeiten auch auf die angrenzenden Nebenwege. Ein besonderer gestalterischer Schwerpunkt lag auf der denkmalgerechten Erneuerung des Platzes rund um das Ernst-Thälmann-Denkmal in Höhe Arndtplatz. Hier wurden die Theumaer Schieferplatten rund um das Denkmal wieder gerichtet und der brüchige Asphaltbelag ebenfalls gegen eine wassergebundene Wegedecke getauscht. Damit wird der gesamte Bereich optisch und funktional aufgewertet.
Auch der Wegebelag über das Brückenbauwerk am Wehr, dem Auslauf des Schloßteichs, wurde saniert. Die alte brüchige Asphaltdeckschicht wurde durch eine neue ersetzt. Auf diese wiederum wurde eine spezielle kunstharzbasierte Beschichtung mit einem Gesteinskörnungsgemisch aufgebracht, die farblich zur wassergebundenen Wegedecke passt. Das Brückengeländer wird noch neu gestrichen.
Eines der Ziele der Wegesanierung war es, ungewollte Trampelpfade in der historischen Anlage zu unterbinden. So wurden an der Promenadenstraße neue Pflanzflächen etabliert, um den Besucherverkehr zu lenken. Die Auswahl orientiert sich an den bereits historisch eingesetzten Pflanzen in der Schloßteichanlage.
Der kürzere Teilabschnitt der Sanierungen lag im nördlichen Bereich des Schloßteichs an der Schloßteichstraße. Dort wurde ein wild entstandener Trampelpfad auf einer Länge von circa 50 Metern vollständig zurückgebaut und die abgestorbene Säuleneiche durch die Neupflanzung einer Säuleneiche ersetzt. Dies entspricht der denkmalrechtlichen Zielstellung. Um die ungewollte Neubildung eines Trampelpfades zu unterbinden, wurden auch hier zusätzlich Sträucher gepflanzt.
Die Kosten für die Arbeiten belaufen sich auf insgesamt rund 450.000 Euro. Die Maßnahme wurde mit Städtebauförderung durch Mittel des Bundes, des Freistaates Sachsen und der Stadt Chemnitz realisiert. Für die Wegesanierung stehen Fördermittel aus dem Programm „Lebendige Zentren“ in Höhe von rund 300.000 Euro zur Verfügung, der Eigenanteil der Stadt Chemnitz liegt bei knapp 150.000 Euro.
Für die Planung und die örtliche Bauüberwachung war das Unternehmen JACOB + BILZ aus Chemnitz, verantwortlich. Der Landschaftsbau lag beim Unternehmen Steinbach & Richter GbR aus Lichtenau, die baumschutzfachliche Baubegleitung beim Unternehmen Ibb GmbH Chemnitz. Die farblich angepasste Oberfläche auf dem Brückenbauwerk errichtete das Unternehmen POSSEHL Spezialbau GmbH Co KG aus Pöhl.
Ausblick
Es laufen bereits die Planungen für einen zweiten Bauabschnitt, der im nördlichen Teil an den neu sanierten Abschnitt anschließen und die Trampelpfad-Situation bis zur Ampelanlage an der Schloßteichstraße/Promenadenstraße auflösen wird. Dieser zweite Bauabschnitt soll im Jahr 2027 realisiert werden.
Zur Geschichte der Schloßteichanlagen
Der Schloßteichpark in Chemnitz ist ein bedeutendes, historisches Gartendenkmal, das architektonische Besonderheiten mit einer artenreichen Natur verbindet. Das Herzstück der Anlage bildet der Schloßteich, der eine Wasserfläche von rund 8,5 Hektar einnimmt und maßgeblich vom Pleißenbach gespeist wird. Ursprünglich diente das Gewässer unterhalb des Schloßbergs als Fischteich für das dort ansässige Kloster. Ab dem Jahr 1860 änderte sich die Nutzung grundlegend, als das Areal nach den Entwürfen von Stadtrat Carl August Robert Zipper zu einer öffentlichen Parkanlage umgestaltet wurde.
Eine wesentliche Erweiterung erfuhr der Park in den Jahren nach 1930 unter der Leitung des Stadtbaurats Fred Otto. Er ließ die Anlage nach Westen hin ausbauen und setzte dabei auf den strengeren französischen Gartenstil. Dieser zeichnet sich bis heute durch ein streng symmetrisch geordnetes Wegesystem sowie eine markante, rechteckige Brunnenanlage aus. Etwas später (1936) wurde dort noch die berühmte Skulpturengruppe „Vier Tageszeiten“ des Bildhauers Johannes Schilling, auch als „Schillingsche Figuren“ bekannt, aufgestellt.
Durchzogen ist der gesamte Park von Wegen, an denen zum Teil noch die originalen historischen Rabattenbegrenzungen erhalten geblieben sind. Landschaftlich besticht das Areal durch vielgestaltige Uferpartien, Blickbeziehungen zum Schloßberg mit der Schloßkirche sowie einem wertvollen, alten Baumbestand, der auch einige in dieser Region seltene Gehölzarten umfasst.
Zentraler Anziehungspunkt des Parks ist die Insel, die über zwei Brücken und einen durchgehenden Hauptweg erreichbar ist. Auf der Insel befinden sich mehrere denkmalgeschützte Objekte. Dazu gehört der Müller-Zipper-Brunnen, der im Jahr 1912 gestiftet wurde und namentlich an den Bürgermeister Johann Friedrich Müller sowie den Stadtrat Carl August Robert Zipper erinnert. Ebenfalls auf der Insel steht der Musikpavillon mit runder Platzanlage aus den 1950er-Jahren, dessen rundes Flachdach von fünf schlanken Stahlstützen getragen wird und der nach hinten durch eine kunstvolle Mauer mit Sgraffito-Verzierungen abgeschlossen wird. Eine Säulenhalle rundet das architektonische Ensemble ab. Ein beliebter Anziehungspunkt auf der Insel ist der im Jahr 2023 neu gestaltete Spielplatz.

Fakten

  • Der Schloßteichpark in Chemnitz ist ein bedeutendes, historisches Gartendenkmal.
  • Die Schloßteichanlagen sind auf einer Gesamtlänge von rund 500 Metern saniert worden.
  • Die Planung und Umsetzung dieses sensiblen Bauvorhabens wurde eng mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt.
  • Der östliche Hauptweg, der parallel zur Promenadenstraße verläuft, wurde grundhaft neu erneuert.
  • Die helle wassergebundene Wegedecke fügt sich ästhetisch in das historische Ensemble ein.
  • Die Kosten für die Arbeiten belaufen sich auf insgesamt rund 450.000 Euro.
  • Die Maßnahme wurde mit Städtebauförderung durch Mittel des Bundes, des Freistaates Sachsen und der Stadt Chemnitz realisiert.
  • Für die Wegesanierung stehen Fördermittel aus dem Programm „Lebendige Zentren“ in Höhe von rund 300.000 Euro zur Verfügung.
  • Der Ort, an dem das Ernst-Thälmann-Denkmal liegt, ist Promenadenstraße/Höhe Arndtplatz.
  • Die Schloßteichanlagen sind ein bedeutendes historisches Gartendenkmal in Chemnitz.
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