Smartphone-Mythen: Glauben Sie nicht diesen 5 hartnäckigen Irrtümern
Rob Woodcock/Shutterstock.com
Smartphone-Mythen halten sich hartnäckig, weil sie oft einen wahren Kern haben oder aus einer Zeit stammen, in der sie tatsächlich zutrafen. Seither hat sich die Technik jedoch weiterentwickelt. Die Gefahr: Wer an überholten Annahmen festhält, trifft falsche Entscheidungen – etwa bei der Update-Installation oder der App-Auswahl.
Mythos 1: Drittanbieter-Appstores enthalten Viren
Normalerweise laden sich Android-Nutzer ihre Apps aus dem Google Play Store. Es gibt jedoch auch gute Gründe für alternative Appstores: beispielsweise, weil eine App bei Google nicht mehr verfügbar ist oder nur in einer Version, die das eigene Mobilgerät nicht unterstützt.
Auch Nutzer mit Smartphones, die aus politischen Gründen keinen Zugang zum Google Play Store haben, sind auf alternative App-Quellen angewiesen. Allerdings haftet an Drittanbieter-Stores gerne mal der Makel, dass man sich bei der Installation Malware einfängt (Test: Die besten Antivirus-Programme für Android).
Dies ist jedoch nur zum Teil wahr. Denn neben zweifellos existierenden dubiosen Quellen gibt es auch zahlreiche alternative Appstores, die sehr viel Wert auf Sicherheit legen.
Der wohl bekannteste alternative Appstore ist F-Droid. Er bietet ausschließlich freie und unter Open-Source-Lizenz verfügbare Apps an, deren Installer direkt vom F-Droid-Server generiert werden. Alle Apps sind dementsprechend von F-Droid signiert, was für ihre Sicherheit garantieren soll.
Bei Aptoide finden sich dagegen auch Anwendungen, die nicht quelloffen sind, sowie kostenpflichtige Apps. Aptoide bezeichnet sich selbst als „Community-orientiert“: So kann jeder Nutzer seinen eigenen Appstore erstellen und verwalten sowie eigene Apps darin hochladen. Aptoide dient dabei als Paketmanager, der alle angebotenen Apps auch auf Viren prüft.
APK Pure ist dagegen vor allem auf Spiele spezialisiert. Er ist dank seines üppigen Angebots und der lebhaften Community interessant.
Jeder Store hat dabei eine eigene App, die Sie als APK-Datei über die Store-Webseite beziehen. Zum Installieren müssen Sie der verwendeten App – also Browser oder Dateimanager – über die Einstellungen die nötige Berechtigung für das „Installieren unbekannter Apps“ erteilen. Legen Sie dazu den Schalter auf „Dieser Quelle vertrauen“ um. Wird Ihnen das Menü nicht gleich angezeigt, finden Sie die Option auch unter „Apps – Spezieller App-Zugriff > Installieren unbekannter Apps“. Gleiches wiederholen Sie dann für die Store-Apps.
Smartphone-Mythen halten sich hartnäckig, weil sie oft einen wahren Kern haben oder aus einer Zeit stammen, in der sie tatsächlich zutrafen. Seither hat sich die Technik jedoch weiterentwickelt. Die Gefahr: Wer an überholten Annahmen festhält, trifft falsche Entscheidungen – etwa bei der Update-Installation oder der App-Auswahl.
Mythos 1: Drittanbieter-Appstores enthalten Viren
Normalerweise laden sich Android-Nutzer ihre Apps aus dem Google Play Store. Es gibt jedoch auch gute Gründe für alternative Appstores: beispielsweise, weil eine App bei Google nicht mehr verfügbar ist oder nur in einer Version, die das eigene Mobilgerät nicht unterstützt.
Auch Nutzer mit Smartphones, die aus politischen Gründen keinen Zugang zum Google Play Store haben, sind auf alternative App-Quellen angewiesen. Allerdings haftet an Drittanbieter-Stores gerne mal der Makel, dass man sich bei der Installation Malware einfängt (Test: Die besten Antivirus-Programme für Android).
Dies ist jedoch nur zum Teil wahr. Denn neben zweifellos existierenden dubiosen Quellen gibt es auch zahlreiche alternative Appstores, die sehr viel Wert auf Sicherheit legen.
Der wohl bekannteste alternative Appstore ist F-Droid. Er bietet ausschließlich freie und unter Open-Source-Lizenz verfügbare Apps an, deren Installer direkt vom F-Droid-Server generiert werden. Alle Apps sind dementsprechend von F-Droid signiert, was für ihre Sicherheit garantieren soll.
Bei Aptoide finden sich dagegen auch Anwendungen, die nicht quelloffen sind, sowie kostenpflichtige Apps. Aptoide bezeichnet sich selbst als „Community-orientiert“: So kann jeder Nutzer seinen eigenen Appstore erstellen und verwalten sowie eigene Apps darin hochladen. Aptoide dient dabei als Paketmanager, der alle angebotenen Apps auch auf Viren prüft
APK Pure ist dagegen vor allem auf Spiele spezialisiert. Er ist dank seines üppigen Angebots und der lebhaften Community interessant.
Jeder Store hat dabei eine eigene App, die Sie als APK-Datei über die Store-Webseite beziehen. Zum Installieren müssen Sie der verwendeten App – also Browser oder Dateimanager – über die Einstellungen die nötige Berechtigung für das „Installieren unbekannter Apps“ erteilen. Legen Sie dazu den Schalter auf „Dieser Quelle vertrauen“ um. Wird Ihnen das Menü nicht gleich angezeigt, finden Sie die Option auch unter „Apps – Spezieller App-Zugriff > Installieren unbekannter Apps“. Gleiches wiederholen Sie dann für die Store-Apps.
Und genau hier liegt der Grund für das Vorurteil der virenverseuchten Drittanbieter-Appstores: Die Erlaubnis zum Installieren unbekannter Apps bietet auch Hackern ein Einfalltor auf Ihr Smartphone. Daher sollten Sie sie sehr bedacht erteilen und gegebenenfalls nach der gewünschten Installation gleich wieder entziehen.
Google macht Sideloads von APK-Dateien komplizierter: So müssen Sie einmalig mehrere Bestätigungs- und Authentifikationsroutinen durchlaufen und anschließend 24 Stunden warten, um Software von nicht-zertifizierten Entwicklern zu installieren.Verena Ottmann
Übrigens werden die sogenannten Sideloads, also das Installieren von APK-Dateien außerhalb des Play Stores, künftig nicht mehr so einfach möglich sein. So will Google den „Advanced Flow“ einführen, eine einmalige Sicherheitsmaßnahme für Apps von nicht-verifizierten Entwicklern. Er sieht vor, dass Nutzer zuerst die Entwickleroptionen aktivieren, dann bestätigen müssen, dass Sie nicht beeinflusst werden.
Anschließend startet das Mobilgerät neu, und der Nutzer muss sich anmelden, um einen missbräuchlichen Fernzugriff auszuschließen. Nach 24 Stunden ist der Download dann nach einer erneuten Authentifikation möglich. Diese Freischaltung lässt sich für sieben Tage oder unbegrenzt einrichten.
Mythos 2: WLAN und Bluetooth als Einfallstor für Hacker
Über WLAN und Bluetooth am Handy denkt man im Alltag eher selten nach. Beide Funktionen sind fast immer aktiviert, egal ob zuhause oder unterwegs. Aber können sich Hacker eigentlich per WLAN und Bluetooth Zugriff auf Ihr Smartphone verschaffen, wie immer wieder behauptet wird?
Grundsätzlich birgt eine aktive WLAN-Funktion mehrere Nachteile beziehungsweise Risiken: Die sogenannte MAC-Adresse (Media-Access-Control-Adresse), die Ihr Smartphone eindeutig identifiziert, wird zur WLAN-Suche kontinuierlich ausgesendet, was einerseits auf Kosten des Akkus geht. Andererseits kann das ein Gerät auch angreifbar machen, wenn beispielsweise ein Hacker einen Fake-Hotspot betreibt, mit dem sich Ihr Handy verbindet. Deaktivieren Sie für diesen Fall am besten den automatischen Verbindungsaufbau in den WLAN-Einstellungen (Warnung: WLAN am Handy unbedingt in dieser Situation ausschalten).
Eine weitere potenzielle Gefahr stellt die Liste der gespeicherten WLAN-Netzwerke dar, die Hinweise auf Ihren Standort geben kann. Viele WLANs weltweit sind in sogenannten Standortdatenbanken erfasst. Diese Daten werden unter anderem genutzt, um Geräte auch ohne GPS schneller zu lokalisieren. Ist der Name eines WLAN-Netzwerks eindeutig oder individuell gewählt, lässt sich dessen ungefähre Position teilweise geografisch zuordnen (Deshalb sollten Sie WLAN am Handy unterwegs unbedingt deaktivieren).
Gelangen Angreifer an die Liste gespeicherter WLANs, können sie die Namen mit solchen Datenbanken abgleichen. Enthält ein Netzwerkname etwa Hinweise auf eine Adresse, einen Familiennamen oder einen Ort, sind Rückschlüsse auf persönliche Aufenthaltsorte (im Extremfall sogar auf den Wohnort) möglich. Bereinigen Sie also regelmäßig die Liste.
Auch eine aktivierte Bluetooth-Funktion am Smartphone lässt sich von Hackern missbrauchen, allerdings müssen sie sich dazu in der Nähe befinden: Bluetooth erlaubt bei Idealbedingungen eine maximale Entfernung von bis zu 240 Metern, in der Praxis jedoch eher 50 Meter. Auch ist die Verbindung in der Regel mit einer PIN geschützt. Um sich dennoch gegen Hacker zu schützen, sollten Sie niemals Anfragen von Bluetooth-Geräten annehmen, die Sie nicht kennen. Löschen Sie außerdem regelmäßig alte Verbindungen.
Ein Smartphone mit ständig aktivem WLAN kann Hackern als Einfallstor dienen. Besonders vorsichtig sollten Sie aber mit WLAN-Tethering sein. Lassen Sie, falls möglich, den Namen nicht anzeigen, und deaktivieren Sie den Hotspot, sobald er nicht mehr gebraucht wird.Verena Ottmann
Übrigens: Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Sie einen WLAN- oder Bluetooth-Hotspot zur Verfügung stellen (Tethering). Falls möglich, lassen Sie den Netznamens nicht öffentlich anzeigen, und vergessen Sie nicht, den Hotspot wieder auszuschalten, wenn er nicht mehr gebraucht wird.
Mythos 3: Öffentliche WLAN-Hotspots sind gefährlich
Wie bereits im vorigen Abschnitt beschrieben, kann eine ständig eingeschaltete WLAN-Funktion Angriffsfläche für Hacker bieten. Das trifft natürlich auch auf öffentliche WLAN-Hotspots zu. Dennoch lässt sich nicht pauschal davon abraten, einen öffentlichen WLAN-Hotspot zu nutzen.
In öffentlichen WLANs empfiehlt sich aus Sicherheitsgründen der Einsatz einer VPN-Verbindung. Sie verschlüsselt den Datenverkehr und leitet ihn über spezielle Server. Android bringt bereits einen VPN-Dienst mit, Sie können aber auch andere Anbieter verwenden.Verena Ottmann
Manchmal ist es einfach nötig, sich am Bahnhof, am Flughafen, im Café oder im Zug mit dem angebotenen, meist kostenlosen WLAN zu verbinden. Das Stichwort lautet dann jedoch: VPN. Bei einer VPN-Verbindung wird der Datenverkehr zwischen Mobilgerät und WLAN-Hotspot verschlüsselt und über spezielle Server geleitet, sodass er vor Hackern geschützt ist. Empfehlenswerte VPN-Dienste sind etwa NordVPN, Surfshark, Cyberghost oder ProtonVPN. Sie aktivieren den gewählten Dienst über die dazugehörige App oder in den Android-Einstellungen über „Netzwerk & Sicherheit > VPN“.
Mythos 4: Alte Android-Versionen sind unsicher
Laut einer Hochrechnung von Statcounter hatten im Mai 2026 noch knapp 54 Prozent aller Android-Mobilgeräte weltweit Android 14 oder älter als Betriebssystem installiert – mehr als die Hälfte aller Geräte verwendet also ein mindestens drei Jahre altes Betriebssystem. Das hat zur Folge, dass die betreffenden Smartphones wichtige Sicherheitsfunktionen nicht bekommen und anfällig für Hackerangriffe sind.
Beispielsweise wurde in Android 15 ein Diebstahlschutz eingebaut, der das Gerät automatisch sperrt, sowie ein „Private Space“, der Apps und Daten getrennt vom restlichen System ausführt. Android 16 bietet flexiblere Zugriffsrechte auf Bilder und den Identity Check per Biometrie, und in Android 17 wird unter anderem der App-Zugriff auf die Kontakte eingeschränkt. Es lässt sich also definitiv sagen, dass ein veraltetes Betriebssystem ein Sicherheitsrisiko ist.
Allerdings hängt die Sicherheit Ihres Mobilgeräts nicht nur an der Android-Version, sondern auch an den Sicherheits-Updates, die unter anderem Sicherheitslücken stopfen. Und die sind nicht an die Android-Version gekoppelt, sondern hängen vom Smartphone-Hersteller und dem Gerät an sich ab. Achten Sie also darauf, dass Sie die aktuelle Version der Sicherheits-Updates installiert haben.
Veraltete Android-Versionen müssen nicht nur auf nützliche Funktionen verzichten. Sie enthalten auch weniger oder überholte Sicherheitsfeatures, die Ihr Smartphone zur Zielscheibe von Hackern machen. Aber auch bei Sicherheitsupdates gehen alte Modelle oft leer aus.Verena Ottmann
Sie finden den Menüpunkt in den Einstellungen unter „Datenschutz & Sicherheit > System und Updates > Sicherheitsupdate“ oder ähnlich. Der Eintrag verrät Ihnen das Datum des letzten Updates, ein Tipp darauf spielt eine neue Version ein, sofern verfügbar.
Aber: Stehen für Ihr Mobilgerät schon seit Längerem keine Updates mehr zur Verfügung – egal ob Android- oder Sicherheits-Updates – sollten Sie über den Kauf eines neuen Geräts nachdenken. Sonst können Sie das Gerät nur noch dann sicher betreiben, wenn Sie jegliche Internet- und andere Verbindungen kappen.
Mythos 5: Spionage durch Kamera und Mikrofon
Bei jedem Smartphone ist das eingebaute Mikrofon standardmäßig eingeschaltet, damit der virtuelle Assistent Sprachbefehle hören kann. Auch Apps verlangen oft den Zugriff auf das Smartphone-Mikrofon oder die Kamera. Beides sind jedoch Komponenten, über die sich Hacker Zugriff auf sensible Informationen beschaffen können.
Da liegt der Verdacht nahe, dass man vom eigenen Smartphone ausspioniert wird – zurecht! Sie können sich jedoch relativ leicht davor schützen.
Was das permanente Lauschen des Google Assistent beziehungsweise von Gemini angeht, so lässt sich dieses in drei Stufen abschalten, wobei Stufe 2 und 3 auch andere Apps am Spionieren hindert.
Die erste Stufe erreichen Sie über die Google-App: Tippen Sie auf Ihr Profilbild, danach auf „Einstellungen > Google Assistant > Allgemein“. Legen Sie hier den Regler um, sodass der Google Assistant deaktiviert wird. Achtung: Sollten Sie Gemini als persönlichen Assistenten eingerichtet haben, müssen Sie zuerst wieder zum Google Assistant wechseln.
Die zweite Stufe funktioniert über die Schnelleinstellungen. Hier können Sie zwei Kacheln hinzufügen, über die Sie den Zugriff auf Kamera und Mikrofon systemweit deaktivieren. Öffnen Sie also die Schnelleinstellungen, und tippen Sie auf das Stiftsymbol, das den Bearbeitungsmodus öffnet. Im Abschnitt „Datenschutz“ finden Sie die beiden Kacheln „Kamerazugriff“ und „Mikrofonzugriff“, die Sie per Tipp auf das Pluszeichen den Schnelleinstellungen hinzufügen. Zum De-/Aktivieren des Zugriffs, tippen Sie auf die entsprechende Kachel
Möchten Sie den Zugriff auf Kamera und Mikrofon einschränken, können Sie den Schnelleinstellungen entsprechende Kacheln hinzufügen, die die Funktionen ausschalten (Bild links bzw. rechts). Alternativ lässt sich über die Entwickleroptionen eine Kachel hinzufügen, die die Sensoren gleich ganz deaktiviertVerena Ottmann
Die dritte Stufe der Deaktivierung arbeitet auf Sensorebene, sie setzt daher die Entwickleroptionen voraus. Sollte dieses Menü bei Ihrem Smartphone noch nicht freigeschaltet sein, navigieren Sie in den Einstellungen zu „Über das Smartphone“ oder ähnlich und tippen mehrmals auf den Eintrag „Build-Nummer“, bis die Meldung kommt, dass Sie jetzt Entwickler sind. Unter „System > Entwickleroptionen > Kacheln für Schnelleinstellungen für Entwickler“. Aktivieren Sie die Option „Sensoren aus“, um die entsprechende Kachel für die Schnelleinstellungen bereitzustellen. Fügen Sie sie wie bereits beschrieben hinzu und aktivieren Sie sie. Versucht eine App nun, die Kamera oder das Mikro zu verwenden, erhält sie eine Fehlermeldung und wird in aller Regel direkt wieder geschlossen.
Möchten Sie herausfinden, welche Apps in den letzten 24 Stunden Zugriff auf Kamera und Mikrofon hatten, finden Sie im „Privatsphäre-Dashboard“ unter „Datenschutz & Sicherheit“ eine Übersicht. Auch der Standort und weitere Berechtigungen werden hier berücksichtigt.Verena Ottmann
Möchten Sie Ihr Smartphone nicht so restriktiv einstellen, sondern lediglich den Zugriff auf Kamera und Mikro im Auge behalten, so haben Sie zwei Möglichkeiten: Seit Android 12 zeigt Ihnen eine farbige LED an, wenn eine App auf die Kamera, das Mikrofon und/oder den Standort zugreift. Alternativ sehen Sie in den Einstellungen unter „Datenschutz & Sicherheit > Datenschutzeinstellungen > Berechtigungsmanager“ oder ähnlich, welche Apps Zugriff auf die Kamera und das Mikrofon haben, und können die Berechtigungen gegebenenfalls widerrufen. Zudem zeigt das „Privatsphäre-Dashboard“ unter „Datenschutz & Sicherheit“, welche Apps in den letzten 24 Stunden auf Kamera und Mikro zugegriffen haben.
(PC-Welt)
Hier finden Sie den kompletten Artikel: