Bundesgerichtshof bestätigt Strafen in groß angelegtem Bandenbetrugsprozess: Über 2,7 Millionen Euro Schaden durch gefälschte Gerichtsrechnungen
In einem skandalösen Fall von Bandenbetrug wurden mehrere Männer international verurteilt, nachdem sie über 150.000 gefälschte Gerichtsrechnungen aus dem Raum Düsseldorf verschickt hatten. Mit einem Gesamtschaden von 2,7 Millionen Euro fielen rund 3.000 Unternehmen und Vereine auf die Masche herein. Der Bundesgerichtshof bestätigte nun die eingeleiteten Strafen, während weitere Ermittlungen gegen Mittäter und Bandenmitglieder noch laufen. Die Staatsanwaltschaft Detmold steht bereit, um geschädigten Unternehmen Unterstützung anzubieten, während Maßnahmen zur Rückverfolgung und Sicherstellung von Vermögenswerten auf Hochtouren laufen.
Der Bundesgerichtshof hat am 30. Juli 2026 die Revisionen der Angeklagten gegen die ergangenen Urteile des Landgerichts Detmold vom 27. November 2024 zurückgewiesen. In einem aufsehenerregenden Fall von gewerbsmäßigem Bandenbetrug wurden ein 45-jähriger Deutscher, ein 49-jähriger Lette und ein 67-jähriger Este verurteilt. Der Deutsche erhielt eine Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 6 Monaten, während der Lette mit 4 Jahren und 3 Monaten und der Este mit 3 Jahren und 3 Monaten bestraft wurde.
Die drei Männer sind Teil einer international operierenden Betrügerbande, die seit September 2020 mehr als 150.000 gefälschte Gerichtsrechnungen für Handelsregistereintragungen aus dem Raum Düsseldorf versandte. Rund 3.000 Unternehmen und Vereine fielen den Machenschaften der Betrüger zum Opfer und überwiesen hohe dreistellige Beträge, was zu einem Gesamtschaden von 2,7 Millionen Euro führte.
Die Staatsanwaltschaft Detmold hat jüngst Anklage gegen zwei weitere Mittäter und einen Gehilfen erhoben, denen gewerbsmäßiger Bandenbetrug in insgesamt 272 Fällen vorgeworfen wird. Der Gehilfe wird beschuldigt, durch sieben Handlungen Beihilfe geleistet zu haben. Darüber hinaus dauern die Ermittlungen gegen weitere Mitglieder der Betrügerbande an.
Zur Ergreifung der Täter wurde unter der Beteiligung von Eurojust und Europol eine gemeinsame Ermittlungsgruppe gegründet, die von Staatsanwälten aus Detmold und Estland geleitet wurde. Diese Gruppe verfolgte das überwiesene Geld mithilfe von Ermittlern aus verschiedenen europäischen Ländern. Die Spur führte letztlich nach Estland und von dort zurück nach Düsseldorf zu dem mutmaßlichen Kopf der Bande.
Im April 2023 kam es zu einem länderübergreifenden Zugriff, bei dem etwa 70 Polizeibeamte, unterstützt von einem Banknoten- und einem Rauschgiftspürhund, im Einsatz waren. In Düsseldorf, Ratingen und Langenfeld wurden Beweismittel sichergestellt, Bargeld und weitere Vermögenswerte beschlagnahmt sowie eine scharfe Schusswaffe gefunden. Zudem wurden etwa 300 Bankkonten eingefroren.
Die Staatsanwaltschaft Detmold hat bereits angekündigt, dass Hinweise für Geschädigte zu gegebener Zeit auf ihrer Internetseite veröffentlicht werden. Rückfragen von Medienvertretern sind direkt an die Staatsanwaltschaft Detmold zu richten.
Fakten
- Der Bundesgerichtshof hat am 30.07.2026 die Revisionen der Angeklagten gegen die mit Urteil der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Detmold vom 27.11.2024 verhängten Freiheitsstrafen verworfen.
- Ein 45-jähriger Deutscher wurde wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs in 229 Fällen zu 4 Jahren 6 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.
- Ein 49-jähriger Lette wurde wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs in 198 Fällen zu 4 Jahren 3 Monate Freiheitsstrafe verurteilt.
- Ein 67-jähriger Este wurde wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen Bandenbetrug in 179 Fällen zu 3 Jahren 3 Monate Freiheitsstrafe verurteilt.
- Die Verurteilten waren Teil einer international agierenden Betrügerbande und haben seit September 2020 mehr als 150.000 gefälschte Gerichtsrechnungen für Handelsregistereintragungen aus dem Raum Düsseldorf heraus verschickt.
- Dreitausend Unternehmen und Vereine fielen der Täuschung zum Opfer und überwiesen jeweils einen hohen dreistelligen Betrag.
- Insgesamt wurde ein Schaden von 2,7 Millionen Euro verursacht.
- Die Staatsanwaltschaft Detmold hat Anklage gegen zwei weitere Mittäter und einen Gehilfen vor die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Detmold erhoben.
- Den beiden Mittätern wird gewerbsmäßiger Bandenbetrug in 272 Fällen vorgeworfen.
- Dem Gehilfen wird vorgeworfen, zu diesen Taten durch sieben Handlungen Beihilfe geleistet zu haben.
- Die Ermittlungen gegen weitere Bandenmitglieder dauern noch an.
- Zum Hintergrund des Verfahrens wurde ein Auszug aus der ursprünglichen Pressemitteilung beigefügt.
- Zur Ergreifung der Täter wurde unter Beteiligung von Eurojust und Europol eine gemeinsame Ermittlungsgruppe gegründet, die von Staatsanwälten aus Detmold und Estland geleitet wurde.
- Die gemeinsame Ermittlungsgruppe verfolgte das überwiesene Geld mit Hilfe von Kollegen aus Lettland, Litauen, Ungarn, Malta, Bulgarien und Tschechien durch ganz Europa.
- Die Spur des Geldes führte nach Estland und von dort zurück zu dem möglichen Kopf der Bande in Düsseldorf.
- Bei dem länderübergreifend zeitgleich durchgeführten Zugriff in den frühen Morgenstunden im April 2023 waren insgesamt etwa 70 Polizeibeamte sowie ein Banknoten- und ein Rauschgiftspürhund im Einsatz.
- Detmolder Staatsanwälte begleiteten die Festnahmen in Estland und im Rheinland.
- In Düsseldorf, Ratingen und Langenfeld beschlagnahmte die Polizei Beweismittel und sicherte aufgefundenes Bargeld, weitere Vermögenswerte und Betäubungsmittel, sowie eine scharfe Schusswaffe.
- Im Zuge des Verfahrens sind zudem etwa 300 Bankkonten eingefroren worden.
- Das Sammelverfahren war Anfang Juli 2021 in der Sonderabteilung für Organisierte Kriminalität der Staatsanwaltschaft Detmold eingerichtet worden.
- Auf estnischer Seite waren für die Staatsanwaltschaft des Bezirks Viru Ermittler der Steuer- und Zollbehörde im Einsatz.
- Es wurde Vermögenswerte in Höhe von ca. 150.000 Euro sichergestellt.
- Die Abwicklung kann erst nach Rechtskraft der Einziehungsentscheidung erfolgen.
- Hinweise für Geschädigte werden zu gegebener Zeit auf der Internetseite der Staatsanwaltschaft Detmold veröffentlicht.
- Rückfragen von Medienvertretern/Journalisten bitte an: Staatsanwaltschaft Detmold OStA Heidberg Telefon: 05231-768-295
- StA Görlitz Telefon: 05231-768-275 pressestelle@sta-detmold.nrw.de
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