Spaziergang mit dem Baubürgermeister: Schwammstadt und hitzeresiliente Stadtentwicklung in der Altstadt
Hitzewellen, Starkregen und andere Wetterextreme: Die Stadt Nürnberg begegnet diesen Herausforderungen mit einer klimaangepassten Stadtentwicklung. Bei einem Medienrundgang am Dienstag, 4. August 2026, hat Baubürgermeister Dr. Nasser Ahmed aus stadtplanerischer Sicht darüber informiert, wie öffentliche Räume klimaresilient gestaltet werden, welche Projekte bereits erfolgreich umgesetzt wurden und welche Rolle diese für die Zukunft der Altstadt spielen.
„Hitze ist nicht nur eine Umweltfrage. Sie ist eine Gesundheitsfrage und eine soziale Frage. Nicht jeder Mensch hat einen Garten, einen schattigen Balkon oder die Möglichkeit, im Sommer zu verreisen. Deshalb müssen öffentliche Plätze, Parks und Straßen auch an heißen Tagen für alle nutzbar bleiben. Wir müssen die Versiegelung unserer Altstadt durchbrechen, ohne ihren historischen Charakter zu zerstören. Mein Anspruch ist klar: Wir dürfen keinen Platz mehr so planen, als gäbe es den Klimawandel nicht“, so Baubürgermeister Dr. Nasser Ahmed. Wie viele Städte steht auch Nürnberg vor den Herausforderungen des Klimawandels: besonders in der dicht bebauten und stark versiegelten Nürnberger Altstadt.
„Mit Projekten wie dem Zugang ans Wasser am Nägeleinsufer oder dem Pocketpark am Marientorzwinger haben wir im Rahmen des Masterplans Freiraum wichtige Trittsteine für die Klimaanpassung in unserer Altstadt geschaffen. Angesichts der bereits heute deutlich spürbaren Auswirkungen des Klimawandels liegt jedoch noch ein weiter Weg vor uns. Unsere Klimafunktionskarte zeigt, dass gerade auch die Altstadt zu den Hotspots klimabedingter Hitze gehört. Ich sehe hierin den klaren Auftrag, die Altstadt Schritt für Schritt klimaresilient umzubauen – mit mehr Grün, mehr Schatten und mehr Wasser“, so Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit der Stadt Nürnberg.
Mit der Umsetzung des Schwammstadt-Prinzips, der Aufwertung von Freiräumen und dem Hitzeaktionsplan schafft die Stadt Nürnberg eine klimaresiliente Innenstadt für alle Generationen. Dies geschieht Schritt für Schritt an mehreren Orten in der Altstadt, wie Baubürgermeister Dr. Nasser Ahmed den Medienvertreterinnen und -vertretern erläuterte.
Am Nägeleinsplatz etwa zeigt sich, wie aus einer ehemaligen Parkplatzfläche ein zukunftsfähiger Stadtraum – eine „Stadt am Wasser“ – entstehen kann. Der Bereich zwischen Hallertor, Kettensteg, Maxplatz und Karlstraße wurde aufgewertet und 2025 eingeweiht: Durch Entsiegelung, 39 neue klimaresistente Bäume und eine neue Uferpromenade an der Pegnitz werden Stadtklima, Biodiversität und Aufenthaltsqualität nachhaltig gestärkt. Gleichzeitig verknüpft die Neugestaltung historische Stadträume mit zeitgemäßen Anforderungen an Klimaanpassung: mehr Lebensqualität und direkter Zugang zur Pegnitz.
In der Breiten Gasse etwa zeigt Nürnberg, wie Klimaanpassung auch in einer stark frequentierten Einkaufsstraße funktioniert. Neue Bäume, Trinkwasserangebote und ein klimaaktives barrierefreies Pflastersystem nach dem Schwammstadt-Prinzip sorgen für mehr Schatten, bessere Regenwassernutzung und eine höhere Aufenthaltsqualität. „Die neue Breite Gasse ist damit fit für die Herausforderungen des Klimawandels“, wie Baubürgermeister Dr. Nasser Ahmed betont.
Der Lorenzer Platz wurde als klimaresilienter Stadtraum neugestaltet. Mehr Bäume, entsiegelte Flächen, ein Wasserspiel und ein Trinkwasserbrunnen schaffen ein angenehmeres Mikroklima und zeigen, wie Klimaanpassung, Denkmalpflege und Stadtgestaltung erfolgreich zusammenwirken können.
Der Pocket Park Nonnengasse beweist, dass auch kleine Flächen große Wirkung entfalten können. Aus einer Schotter- und Parkplatzfläche entstand eine grüne Oase mit Bäumen, Blühpflanzen und Sitzmöglichkeiten. Das Projekt zeigt, wie mehr Grün und Aufenthaltsqualität selbst auf kleinstem Raum möglich sind.
Am Marientorzwinger verbinden sich Klimaanpassung, Stadterneuerung und Denkmalschutz. Neben dem Wiederaufbau eines historischen Stadtmauerturms, neuen Grünflächen und Baumpflanzungen spielen vor allem die erhaltenen alten Bäume eine wichtige Rolle. Sie spenden bereits heute wertvollen Schatten und verbessern das Mikroklima. Der Marientorzwinger steht damit beispielhaft für das Motto „Neue Oase, alte Bäume“. maj
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Fakten
- Die Stadt Nürnberg ist vor den Herausforderungen des Klimawandels besonders in der dicht bebauten und stark versiegelten Altstadt.
- Mit Projekten wie dem Zugang ans Wasser am Nägeleinsufer oder dem Pocketpark am Marientorzwinger haben wir im Rahmen des Masterplans Freiraum wichtige Trittsteine für die Klimaanpassung in unserer Altstadt geschaffen.
- Die Stadt Nürnberg hat eine Klimafunktionskarte, die zeigt, dass die Altstadt zu den Hotspots klimabedingter Hitze gehört.
- Der Baubürgermeister Dr. Nasser Ahmed sieht hierin den klaren Auftrag, die Altstadt Schritt für Schritt klimaresilient umzubauen – mit mehr Grün, mehr Schatten und mehr Wasser.
- Die Stadt Nürnberg schafft eine klimaresiliente Innenstadt für alle Generationen durch die Umsetzung des Schwammstadt-Prinzips, der Aufwertung von Freiräumen und dem Hitzeaktionsplan.
- Am Nägeleinsplatz zeigt sich, wie aus einer ehemaligen Parkplatzfläche ein zukunftsfähiger Stadtraum – eine „Stadt am Wasser“ – entstehen kann.
- Der Bereich zwischen Hallertor, Kettensteg, Maxplatz und Karlstraße wurde aufgewertet und 2025 eingeweiht: Durch Entsiegelung, 39 neue klimaresistente Bäume und eine neue Uferpromenade an der Pegnitz werden Stadtklima, Biodiversität und Aufenthaltsqualität nachhaltig gestärkt.
- Die Neugestaltung des Lorenzer Platzes zeigt, wie Klimaanpassung, Denkmalpflege und Stadtgestaltung erfolgreich zusammenwirken können.
- Der Pocket Park Nonnengasse beweist, dass auch kleine Flächen große Wirkung entfalten können.
- Am Marientorzwinger verbinden sich Klimaanpassung, Stadterneuerung und Denkmalschutz.
- Die Stadt Nürnberg hat mehrere Projekte umgesetzt, um die Altstadt klimaresilient zu gestalten, wie den Wiederaufbau eines historischen Stadtmauerturms, neue Grünflächen und Baumpflanzungen.
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