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Pilotprojekt zur lebensrettenden Herz-Lungen-Unterstützung am Einsatzort

In solchen Fällen zählt jede Minute: Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand wird das Gehirn bereits nach kurzer Zeit nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Zwar können Rettungsdienst und Notärzte den Blutkreislauf durch eine Wiederbelebung teilweise aufrechterhalten, dennoch nehmen die Überlebenschancen mit fortschreitender Reanimationsdauer erheblich ab. Bislang konnte diese Form der Herz-Lungen-Unterstützung erst nach Ankunft in einem Krankenhaus eingeleitet werden. In ausgewählten Fällen startet die Behandlung künftig bereits vor Ort. Dabei kommt die sogenannte ECMO (Extrakorporale Membranoxygenierung) zum Einsatz. Sie übernimmt vorübergehend die Funktion von Herz und Lunge, indem das Blut außerhalb des Körpers mit Sauerstoff angereichert und anschließend wieder in den Blutkreislauf zurückgeführt wird. So können lebenswichtige Organe weiter versorgt werden, während die Ursache des Herz-Kreislauf-Stillstands behandelt wird. Wird eine ECMO bereits während einer laufenden Wiederbelebung angeschlossen, spricht man von einer extrakorporalen kardiopulmonalen Reanimation (eCPR). Studien zeigen, dass der Zeitpunkt dieses Therapiebeginns entscheidend für die Überlebenschancen und die neurologische Erholung ist.
Nicht jede Reanimation kommt für dieses Verfahren infrage. Ob eine eCPR eingeleitet wird, entscheidet das ECMO-Team der Helios HSK anhand klar definierter medizinischer Kriterien. Das Team besteht aus erfahrenen Intensivmedizinern und wird mit einem eigens ausgestatteten Einsatzfahrzeug parallel zum Rettungsdienst alarmiert. Berücksichtigt werden unter anderem die vermutete Ursache des Herz-Kreislauf-Stillstands, das Alter der Patienten, die Zeit bis zum Beginn der Wiederbelebung sowie die Erfolgsaussichten der Behandlung.
Das Projekt wurde von der Landeshauptstadt Wiesbaden und den Helios HSK entwickelt. Während der Pilotphase wird das ECMO-Team werktags tagsüber über die Zentrale Leitstelle Wiesbaden alarmiert und arbeitet eng mit den Einsatzkräften des Rettungsdienstes zusammen.
Für Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende ist die Pilotphase ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung der Notfallversorgung in Wiesbaden: „Die Landeshauptstadt Wiesbaden investiert kontinuierlich in eine moderne und leistungsfähige Notfallversorgung. Mit diesem Pilotprojekt gehen wir mit den Helios HSK einen neuen Weg, um Menschen in einer der kritischsten medizinischen Situationen überhaupt zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten zu eröffnen.“
Die Bedeutung des Projekts reicht für Prof. Dr. Heinrich Groesdonk, Medizinischer Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor der Helios HSK Wiesbaden, weit über Wiesbaden hinaus: „Die Pilotphase wird wissenschaftlich begleitet und kontinuierlich ausgewertet. Unser Ziel ist es, belastbare Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich dieses Versorgungskonzept in der Praxis bewährt. Die Erfahrungen können dazu beitragen, die Notfallversorgung auch über Wiesbaden hinaus weiterzuentwickeln.“
Im Mittelpunkt steht dabei der Zeitgewinn für die Patienten. „Mit der präklinischen eCPR wollen wir wertvolle Zeit gewinnen und damit ausgewählten Patienten eine zusätzliche Chance auf ein Überleben mit guter neurologischer Erholung eröffnen. Gleichzeitig möchten wir belastbare Erkenntnisse gewinnen, wie sich ein solches Konzept sinnvoll und sicher in den öffentlichen Rettungsdienst integrieren lässt“, sagt Marc Dieroff, Ärztlicher Leiter des Rettungsdiensts der Landeshauptstadt Wiesbaden.
Auch für Dr. med. Moritz Unglaube, Klinikdirektor für Intensivmedizin und Intermediate Care der Helios HSK Wiesbaden, zeigt das Projekt, welches Potenzial in der engen Zusammenarbeit von Klinik und Rettungsdienst steckt: „Die ECMO gehört zu den anspruchsvollsten Verfahren der Intensivmedizin. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Klinik und Rettungsdienst bringen wir diese Behandlung erstmals direkt zu den Patienten. Die Pilotphase wird zeigen, welchen Beitrag dieses Versorgungskonzept künftig für die Notfallversorgung leisten kann.“
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Herausgeber dieser Pressemitteilung ist das Pressereferat der Landeshauptstadt Wiesbaden, Schlossplatz 6, 65183 Wiesbaden, pressereferatwiesbadende. Bürgerinnen und Bürger können sich bei Fragen an das zuständige Dezernat oder Amt wenden.

Fakten

  • Das ECMO-Team wird mit einem eigens ausgestatteten Einsatzfahrzeug parallel zum Rettungsdienst alarmiert.
  • Die Pilotphase wird während der Woche tagsüber über die Zentrale Leitstelle Wiesbaden alarmiert und eng mit den Einsatzkräften des Rettungsdienstes zusammenarbeitet.
  • Das Projekt wurde von der Landeshauptstadt Wiesbaden und den Helios HSK entwickelt.
  • Die ECMO-Team ist aus erfahrenen Intensivmedizinern bestellt.
  • Die Erfolgsaussichten der Behandlung werden unter anderem das Alter des Patienten, die Zeit bis zum Beginn der Wiederbelebung sowie die vermutete Ursache des Herz-Kreislauf-Stillstands berücksichtigt.
  • Das Ziel ist es, belastbare Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich dieses Versorgungskonzept in der Praxis bewährt.
  • Die Pilotphase wird wissenschaftlich begleitet und kontinuierlich ausgewertet.
  • Das Projekt zielt darauf ab, Menschen in einer kritischen medizinischen Situation zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten zu eröffnen.
  • Die Landeshauptstadt Wiesbaden investiert kontinuierlich in eine moderne und leistungsfähige Notfallversorgung.
  • Das Projekt wird von Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende als wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung der Notfallversorgung in Wiesbaden betrachtet.
  • Die ECMO gehört zu den anspruchsvollsten Verfahren der Intensivmedizin.
  • Das Projekt zeigt, welches Potenzial in der engen Zusammenarbeit von Klinik und Rettungsdienst steckt.
  • Die Pilotphase wird zeigen, welchen Beitrag dieses Versorgungskonzept künftig für die Notfallversorgung leisten kann.
  • Die Landeshauptstadt Wiesbaden ist geografisch in Deutschland zu finden.
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