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Artenvielfaltsschutz: Neue Planungsgrundlage zum Biodiversitätserhalt

Mehr als 40 Prozent der Tier- und Pflanzenarten sind in Bayern derzeit akut bedroht. Um die Arten- und Lebensraumvielfalt in München zu bewahren und zu fördern, hat das Referat für Klima- und Umweltschutz die „Flächenkulisse Biodiversität“ entwickelt. Ihre Umsetzung wurde gestern vom Stadtrat in seiner Vollversammlung beschlossen.
Die Flächenkulisse Biodiversität visualisiert auf Grundlage umfangreicher Daten, welche Naturflächen und Lebensräume im Stadtgebiet erhalten bleiben müssen, um die Ziele der 2018 in Kraft gesetzten Münchner Biodiversitätsstrategie zu erreichen. Mit ihren Karten gibt die Flächenkulisse Biodiversität Orientierung für eine biodiversitätsfreundliche Stadtentwicklung.
Bürgermeisterin Mona Fuchs: „Hier geht es um weitaus mehr als um die schöne Natur. Die Artenvielfalt in unserer Stadt sichert unsere Ernährung, sorgt für Lebensqualität und dafür, dass wir uns wohlfühlen, reguliert das Klima und gewährleistet den Rückhalt von Regenwasser. Mit der sogenannten ‚Flächenkulisse Biodiversität‘ haben wir ein mächtiges Werkzeug, um dem Artensterben bei Pflanzen und Tieren den Kampf anzusagen. Sie zeigt uns genau, welche Lebensräume für die Biodiversität in München unverzichtbar sind. Denn: diese so kostbaren Gebiete können nicht einfach ersetzt und die darin lebenden Arten nicht einfach umgesiedelt werden. Mit dem neuen Konzept können wir die wertvollsten Lebensräume nachhaltig sichern und bewahren – etwa, indem wir neue Schutzgebiete ausweisen“.
Christine Kugler, Referentin für Klima- und Umweltschutz: „In München sind seit 1992 viele Arten im Stadtgebiet verschwunden – zum Beispiel mehr als 100 Wildbienen- und über 30 Schmetterlingsarten. Dieser Rückgang betrifft nicht nur seltene, sondern zunehmend auch weit verbreitete Arten. Trotz dieser besorgniserregenden Entwicklung hat unser regelmäßiges Biodiversitätsmonitoring für München immer noch einen bemerkenswerten Reichtum an Lebensräumen und seltenen Tier- und Pflanzenarten verzeichnet. Die ‚Flächenkulisse Biodiversität‘ hilft uns nun, diese weiterhin besonders gezielt zu schützen und zu fördern – und damit die Biodiversitätsstrategie nachhaltig umzusetzen.“
Die Flächenkulisse Biodiversität verzeichnet Flächen mit besonderer naturschutzfachlicher Bedeutung. Darüber hinaus ist sie mit speziellen Fachkarten zu den Themen Biotopverbund und Ausgleichsflächen eine Planungshilfe für die Vernetzung von Lebensräumen und zeigt auf, wo zukünftige Ausgleichsflächen am sinnvollsten angelegt werden sollten. Dabei beschränkt sich die Flächenkulisse Biodiversität nicht auf naturnahe Lebensräume, sondern stellt auch gut durchgrünte Siedlungsgebiete und urbane Grünflächen dar. Diese zeichnen sich durch eine besondere Strukturvielfalt wie beispielsweise einen wertvollen Altbaumbestand aus. Damit haben auch sie eine große Bedeutung für die Biodiversität. In die Flächenkulisse Biodiversität flossen Biotop- und Nutzungsdaten im Umfang von mehr als 5.000 Hektar sowie etwa 50.000 Einzeldaten seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten ein. Darüber hinaus wurden Luftbilddaten des Stadtgebietes des Kommunalreferats integriert. Die Erstellung der Flächenkulisse Biodiversität erfolgte durch ein spezialisiertes Umweltplanungsbüro und wurde von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und der Technischen Universität München wissenschaftlich eng begleitet.
Die Flächenkulisse Biodiversität kann zukünftig jederzeit mit neu erhobenen Daten aktualisiert werden und hält dadurch mit der städtebaulichen Entwicklung Schritt.
Der Beschluss „Flächenkulisse Biodiversität“ ist zu finden unter
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Weiterführende Informationen zur Biodiversitätsstrategie München unter
https://risi.muenchen.de/risi/sitzungsvorlage/detail/9727543
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https://go.muenchen.de/biodiversitaetsstrategie

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