Spatzen machen Schule
Antrag Stadtrats-Mitglieder Sonja Haider, Dirk Höpner, Nicola Holtmann und Tobias Ruff (Fraktion ÖDP/München-Liste) vom 11.11.2025
Spatzen machen Schule
Antwort Stadtschulrat Florian Kraus:
Mit Ihrem Antrag vom 11.11.2025 baten Sie das Referat für Bildung und Sport darum, ein Programm „Spatzen an Schulen und Kitas“ aufzulegen. Ziel ist es, alle städtischen Bildungseinrichtungen (Schulen, Kindertagesstätten, Horte) schrittweise spatzenfreundlich auszugestalten und die Kinder für den Artenschutz zu sensibilisieren. Die Schulen und Kitas sollen öffentlich sichtbar als „Spatzenfreunde“ ausgezeichnet werden.“
Ihr Einverständnis vorausgesetzt, teile ich Ihnen auf diesem Weg zum o.g. Antrag Folgendes mit:
Das Referat für Bildung und Sport (RBS) teilt das Anliegen, Kinder und Jugendliche frühzeitig für den Schutz der Artenvielfalt und für Biodiversität zu sensibilisieren. Angebote wie die „Spatzenretter“-Initiative sind gute und wichtige Maßnahmen.
Die Förderung von Biodiversität und der Schutz der Artenvielfalt haben in der Arbeit der Münchner Bildungseinrichtungen einen hohen Stellenwert. Bereits heute wird dieses Thema als wichtiger Bestandteil der kindlichen Bildung verstanden und in unterschiedlichen pädagogischen Kontexten aufgegriffen. In der neuen Perspektive Kita 2030 ist der Erhalt der Artenvielfalt ausdrücklich als eines der zentralen Schwerpunktthemen benannt, was die grundsätzliche Zielrichtung des vorgeschlagenen Programms unterstreicht (siehe Ziel 54: „Klima- und Artenschutz werden im Rahmen von Bildung für nachhaltige Entwicklung als zentrale Themen betrachtet und verankert.“).
Die KITA-Fachberatung (RBS-KITA-FB) hat als Maßnahme der BNE VISION 2030 (FB M 7.6.2) die Broschüre „Naturnahe Gestaltung von Freiflächen in Kitas“ zur Gestaltung naturnaher Kita-Außenanlagen entwickelt. Diese bietet bereits beim Bau von Einrichtungen konkrete Anregungen zur Förderung naturnaher Spiel- und Lebensräume. Darüber hinaus werden die Kindertageseinrichtungen regelmäßig über interne Informationskanäle, unter anderem über WiLMA, zu Themen der Biodiversität und des Artenschutzes informiert und sensibilisiert.Neben den Freiflächen der Kindertageseinrichtungen bilden auch die Pausenhofflächen der Schulen mit den jeweiligen unterschiedlichen und altersentsprechenden Funktionsbereichen eine wichtige Basis für die Umweltbildung mit Sensibilisierung für den Schutz der Artenvielfalt. Ziel ist es, den Schüler*innen die Natur erlebbar zu machen und durch Spiel und Bewegung im Freiraum sowie der Einbindung in den Unterricht das Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung zu stärken. Um dafür eine Umsetzung am Lernort „Schule“ zu ermöglichen, sind klimawirksame Freiflächen mit naturnaher Gestaltung des Außengeländes notwendig, die auch auf kleinen Flächen Artenvielfalt und Biodiversität ermöglichen, zum Entdecken und Erleben der Natur einladen sowie gleichzeitig Wildtieren (z.B. Vögeln, Insekten) Schutz und Lebensraum bieten. Für die Schulstandorte wurde deshalb das RBS vom Stadtrat beauftragt, unter Mitwirkung des Baureferates ein Grundkonzept als zukünftige Basis für eine zukunftsweisende grüne Pausenhofgestaltung zu entwickeln. Im Rahmen des Auftrags ist das Grundkonzept bereits erarbeitet. Die Verknüpfung zwischen naturnaher, klimaresilienter und biodiverser Gestaltung (wozu bspw. auch Nistplätze für Vögel/Spatzen gehören können) und den pädagogischen Anforderungen im Sinne der Unterrichts- und Freizeitgestaltung sowie den zentralen Bedarfen von Bildung für nachhaltige Entwicklung ist wesentlicher Bestandteil dieses Konzeptes für naturnahe Schulhofgestaltung. Im derzeitigen Prozess zur Fortschreibung und Ausgestaltung des Grundkonzeptes mit Erstellung der Raumblätter für den Außenbereich kann das Anliegen aufgegriffen und in die Überlegungen einbezogen werden. Unterschiedliche Einzelmaßnahmen für verschiedene Wildtiere („Animal-Aided-Design“) wie z.B. Brutplätze für Vögel und Vegetationselemente sind bereits vorgesehen. Jedoch bedarf es dabei dennoch für die Gestaltung der Pausenhofflächen am jeweiligen Standort – sowohl bei Neubaumaßnahmen als auch im Bestand – immer auch einer Betrachtung der vorhandenen Möglichkeiten und Umgebung als Voraussetzung für die Schaffung von geeignetem Lebensraum für Wildtiere (insbesondere gilt dies für Spatzenpopulationen).
An den bayerischen Grundschulen werden im LehrplanPLUS heimische Tierarten thematisiert, insbesondere im Fach Heimat- und Sachunterricht (HSU). Dabei liegt der Fokus auf Tieren aus den Lebensräumen Wiese, Hecke, Wald und Gewässer. Die Schüler*innen lernen typische Merkmale, Vorkommen und Anpassungen ausgewählter Tierarten dieser Lebensräume kennen. Es werden Kenntnisse über die Artenvielfalt, typische Merkmale wie Atmungsorgane und Fortpflanzung sowie die Entwicklung bestimmter Tierarten vermittelt. Außerdem werden Einblicke in ökologische Zusammenhänge wie Nahrungsketten gegeben, die das Verständnis erweitern.Kooperationen und Initiativen bezüglich Artenvielfalt und Biodiversität werden seitens des RBS aufgegriffen und unterstützt.
- Seit 25 Jahren kooperiert der Städtische Träger im Geschäftsbereich KITA mit dem BUND Naturschutz in Bayern e.V. Die städtischen Kindertageseinrichtungen können seitdem die Naturerlebnistage nutzen. „Ökosysteme und Biodiversität“ stellen zentrale Themen dar.
- Das Projekt „Biodiversität ins Quartier!“ von Green City e.V. läuft bis Mai 2028. Insgesamt gibt es vier Modellquartiere. Eine Kooperation mit Bildungseinrichtungen ist von Green City e.V. vorgesehen.
- Klima im Quartier – Gemeinsam für ein klimafreundliches und lebenswertes München. Im Mittelpunkt stehen unter anderem: „Klimaanpassung & Biodiversität – Begrünung, Entsiegelung, Stadtgrün für mehr Lebensqualität und Artenvielfalt“. Eine Kooperation mit Bildungseinrichtungen ist vorgesehen.
- Mit den BNE-Projektgeldern aus der BNE VISION 2030 (Maß-
nahme S-M2.1.1) können die öffentlichen allgemeinbildenden Schulen und städtischen Tagesheime, Kooperative Ganztagsbildungen (KoGa) und HPT der Landeshauptstadt München Projekte, z.B. zum Thema Biodiversität, finanzieren.
- Den Kindertageseinrichtungen und Schulen des RBS stehen vielfältige Angebote in München zur Verfügung, um sich bezüglich Biodiversität und Artenvielfalt zu bilden oder konkrete Unterstützung zu erhalten. Im Zuge der BNE VISION 2030 ist die BNE-Plattform in München entstanden. Hier können BNE-Akteur*innen, BNE-Lernorte und BNE-Angebote mit Hilfe eines digitalen Filters themen- sowie zielgruppenspezifisch durchsuchen. Unter anderem besteht der Punkt „Naturschutz & Biodiversität“.
- Das Booklet „Die Artendetektive“ vom Referat für Klima- und Umweltschutz (RKU) wurde für die Kinder an die Tagesheime und Standorte mit KoGa versandt.
https://bn-muenchen.de/umweltbildung/naturerlebnistage
https://www.greencity.de/projekt/biodiversitaet-ins-quartier
https://rethink-muenchen.de/quartiere-muenchen/klima-im-quartier
https://bne.muenchen.de/aktuelles.html
Das RBS steht im fachlichen Austausch mit dem RKU zu Fragestellungen rund um Biodiversität, Artenvielfalt und nachhaltige Entwicklung. Dieser Austausch bildet eine gute Grundlage, um bestehende Maßnahmen weiterzuentwickeln und neue Impulse aufzunehmen. Gleichzeitig ist bei der Umsetzung zu berücksichtigen, dass zusätzliche Maßnahmen nur im Rahmen der vorhandenen personellen und finanziellen Ressourcen realisierbarsind. Dies gilt sowohl für investive Maßnahmen als auch für die notwendige fachliche Begleitung und Koordination.
Seitens des RBS erscheint es daher sinnvoll, mögliche Ansatzpunkte schrittweise weiterzuentwickeln und an bestehende Strukturen und Konzepte anzuknüpfen. Auf diese Weise kann das Ziel der Förderung von Artenvielfalt und Biodiversität in Bildungseinrichtungen nachhaltig und realistisch verfolgt werden.
Ich bitte um Kenntnisnahme der vorstehenden Ausführungen und gehe davon aus, dass die Angelegenheit damit abgeschlossen ist.
Hier finden Sie den kompletten Artikel:
Fakten
- Der Antrag wurde vom Stadtrat am 11.11.2025 gestellt.
- Das Ziel des Programms ist es, alle städtischen Bildungseinrichtungen spatzenfreundlich auszugestalten und die Kinder für den Artenschutz zu sensibilisieren.
- Die Schulen und Kitas sollen öffentlich sichtbar als "Spatzenfreunde" ausgezeichnet werden.
- Das Referat für Bildung und Sport (RBS) unterstützt das Anliegen, Kinder und Jugendliche frühzeitig für den Schutz der Artenvielfalt und für Biodiversität zu sensibilisieren.
- Die Förderung von Biodiversität und der Schutz der Artenvielfalt haben in der Arbeit der Münchner Bildungseinrichtungen einen hohen Stellenwert.
- Der Erhalt der Artenvielfalt ist ein zentrales Schwerpunktthema im Rahmen des Programms.
- Die KITA-Fachberatung hat eine Broschüre zur naturnahen Gestaltung von Freiflächen in Kitas entwickelt.
- Die städtischen Kindertageseinrichtungen können seitdem die Naturerlebnistage nutzen.
- Das Projekt "Biodiversität ins Quartier!" läuft bis Mai 2028 und gibt es vier Modellquartiere.
- Eine Kooperation mit Bildungseinrichtungen ist von Green City e.V. vorgesehen.
- Mit den BNE-Projektgeldern können die öffentlichen allgemeinbildenden Schulen und städtischen Tagesheime Projekte zum Thema Biodiversität finanzieren.
- Die BNE-Plattform in München ermöglicht es, BNE-Akteur*innen, BNE-Lernorte und BNE-Angebote themen- sowie zielgruppenspezifisch durchzusuchen.
- Das Booklet "Die Artendetektive" vom Referat für Klima- und Umweltschutz (RKU) wurde für die Kinder an die Tagesheime und Standorte mit KoGa versandt.
- Das RBS steht im fachlichen Austausch mit dem RKU zu Fragestellungen rund um Biodiversität, Artenvielfalt und nachhaltige Entwicklung.
- Die Stadt München ist der Sitz des RBS und des Stadtrats.
- Der Antrag wurde von den Stadtrats-Mitgliedern Sonja Haider, Dirk Höpner, Nicola Holtmann und Tobias Ruff gestellt.
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