Schwarz Digits eröffnet Campus für digitale Souveränität
Der neue Campus von Schwarz Digits bietet bis zu 5.500 Beschäftigten Platz.
Schwarz Digits
Während öffentliche Bauprojekte im Schwabenland gerne mal bis zu 20 Jahre dauern, wie etwa Stuttgart 21, sind die schwäbischen Unternehmer dagegen fixer und zukunftsorientiert. Knapp fünf Jahre benötigte die Schwarz Gruppe vom ersten Spatenstich bis zur Eröffnung ihres neuen Campus für 5.500 Mitarbeiter der IT-Sparte Schwarz Digits.
Im schwäbischen Unterland, nördlich von Heilbronn in Bad Friedrichshall, bündelt das Unternehmen nun auf einer Fläche von 15,5 Hektar in fünf terrassenartig gestaffelten Gebäuden seine digitalen Aktivitäten. Ein Engagement, das auch die Politik zur Eröffnung würdigte.
Nur ein Tropfen auf den heißen Stein?
So sparte Nicole Hoffmeister-Kraut, Wirtschaftsministerin von Baden-Württemberg, nicht mit Lob: Mit diesem High-Tech-Campus werde das Land zum „digitalen Herzschlag Europas“. Das Projekt beweise eindrucksvoll, dass im Südwesten die digitale Infrastruktur für ein freies und souveränes Europa maßgeblich mitgestaltet werde.
Die Sache hat allerdings einen Haken, so sehr das Engagement der Schwarz Gruppe in Sachen Digitaler Souveränität und technologischer Unabhängigkeit zu begrüßen ist: Im globalen Vergleich ist das nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein. So beschäftigt AWS weltweit etwa 225.000 Mitarbeiter und Google Cloud kommt auf zirka 54.000 Beschäftigte.
Unabhängigkeit leben
Ob Schwarz Digits mit der Großinvestition nun wirklich den Grundstein für die technologische Unabhängigkeit eines ganzen Kontinents gelegt hat, mag dahingestellt bleiben. Sicher ist zumindest, dass die Schwarz Gruppe auf dem neuen Campus ihr Technologie-Ökosystem für sich selbst und Kunden entwickeln will. Schwarz-Digits-Kunden sind beispielsweise Bosch und die Polizei Baden-Württemberg.
Im Zentrum der Bestrebungen steht der sogenannte souveräne Technologie-Stack. Hier werden Lösungen in den Bereichen Cloud, Cyber Security, Data, KI sowie Communication und Workspace entwickelt. „Am neuen Campus wird technologische Unabhängigkeit zur gelebten Realität“, erklärte Christian Müller, CEO von Schwarz Digits, während der Eröffnung. Man wolle Unternehmen und öffentlichen Institutionen die uneingeschränkte Datenhoheit zurückgeben. So werde man digitale Souveränität nicht mehr nur verwalten, sondern aktiv aus dem europäischen Rechtsraum heraus mitbestimmen.
Activity-based Working
Dazu soll auf dem Campus an europäischen Alternativen zu den US-Tech-Riesen gearbeitet – egal, ob eigene Cloud, Cybersicherheit für Medizin und Militär oder KI Made in Germany. So hat Müller denn auch ehrgeizige Ziele: „Stack-It wird der führende, souveräne Hyperscaler Europas werden. Das ist das Ziel, was wir haben. Und ein ganz klares Signal nicht nur in der Region, sondern nach Deutschland und Europa.“
Doch auch in anderer Hinsicht setzt der Campus Maßstäbe. Das architektonische Konzept setzt konsequent auf „Activity-based Working“. Lichtdurchflutete Arbeitswelten und über 500 spezialisierte Besprechungs- und Kreativräume sollen die Zusammenarbeit fördern.
Beruf und Familie
Für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sorgt eine betriebseigene Kindertagesstätte mit rund 280 Plätzen. Hinzu kommen Wäscheservice und Postcenter. Und im Campus-Restaurant mit rund 1.000 Sitzplätzen im Innen- und 400 im Außenbereich (Terrasse) stehen täglich 18 Menülinien zur Auswahl. Zudem zeigt ein Kochroboter sein Können. Neben klassischen Kaffeeküchen gibt es auf dem Campus noch 20 Marktplätze. Sie verfügen jeweils über individuelle Landesthemen und sind als erweiterte Begegnungs- und Verweilzone gestaltet.
Auch ökologisch muss sich der Standort nicht verstecken. Fast die Hälfte des Geländes besteht aus Grünflächen, die als „grüne Mitte“ das Herzstück des Campus bilden. Über 3.000 Bäume und Sträucher wurden hier gepflanzt. Die Energieversorgung erfolgt ressourcenschonend über Photovoltaikanlagen und Blockheizkraftwerke. Zudem wurde in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn und dem Land ein eigenes Verkehrskonzept entwickelt, das auf umweltfreundliche ÖPNV-Verbindungen sowie Rad- und Gehwege setzt.
Dazu, was der High-Tech-Hotspot gekostet hat, macht die Schwarz Gruppe keine Angaben.
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