Nach 15 Jahren ist Schluss – Apple stellt endgültig den Support ein
Nach über einem Jahrzehnt Support ist jetzt endgültig Schluss für verschiedene iPhones und iPads.Apple
Wer sich fragt, wieviel Jahre Support es bei Apple-Produkten gibt, hat nun eine Antwort vom Unternehmen erhalten: Die Kalifornier haben still und leise den Support für einige ihrer ältesten iPhones und iPads eingestellt. Damit ist auch die Möglichkeit zur Wiederherstellung dieser Geräte passé. Betroffen sind Modelle, die erstmals vor mehr als einem Jahrzehnt auf den Markt kamen.
Auch wenn dieser Schritt vereinzelt Kritik ausgelöst hat, unterstreicht er doch, wie ungewöhnlich lange Apple ältere Hardware am Leben erhält. Selbst heute bietet das Unternehmen noch für Geräte ohne Mobilfunkmodul Support in Form von signierter Software-Updates an.
Welche Geräte sind betroffen?
Apple hat nun den Support für eine Reihe älterer Geräte mit Mobilfunkmodul eingestellt, da die Company die entsprechenden Modems nicht mehr unterstützt. Ein Beispiel hierfür ist das iPhone 4S, das etwa zu der Zeit auf den Markt kam, als der damalige Apple-Chef Steve Jobs verstarb.
Für dieses Gerät signiert Apple keine Baseband-Firmware-Versionen mehr, was bedeutet, dass es nicht mehr wiederhergestellt oder auf bestimmte ältere iOS-Versionen zurückgesetzt werden kann.
Das iPhone 4S ist aber nicht das einzige betroffene Gerät. Alle Modelle, für das Apple die Signierung von Versionen eingestellt hat, sind mindestens zwölf Jahre alt. Dazu gehören:
iPhone 4,
iPhone 4S,
iPhone 5,
iPhone 5c,
iPad 2,
iPad 3,
iPad 4 sowie
das iPad mini der ersten Version.
Eine gute Nachricht ist, dass sich bei iPads ohne Mobilfunkmodul (WLAN) das Betriebssystemsoftware weiterhin neu installieren lassen sollte. Die Modelle mit Mobilfunkfunktion werden allerdings nicht mehr unterstützt. Sie funktionieren zwar weiterhin, doch das Device lässt sich bei Problemen nicht mehr neu aufsetzen.
Kein Support, kein Problem
Die Entscheidung, den Support jetzt einzustellen, dürfte in der Praxis kaum größere Probleme verursachen, da nur noch eine sehr geringe Anzahl dieser Geräte aktiv genutzt wird. Einige Entwickler verwenden jedoch immer noch ältere Geräte für Kompatibilitätstests. Mit diesem Schritt fordert sie Apple offensichtlich auf, den Support für ältere Geräte einzuschränken.
Es handelt sich außerdem um eine nachvollziehbare Maßnahme zur Systempflege: Die Infrastruktur zum Signieren von Betriebssystemversionen für mehr als zehn Jahre alte, sicherheitsgepatchte Software zu unterhalten ist nicht kostenlos. Apple selbst begründet solche Schritte damit, veraltete Software aus dem Verkehr zu ziehen, die potenziell bekannte Sicherheitslücken enthalten könnte.
Android verspricht, Apple liefert
Dabei genießt Apple seit jeher einen guten Ruf hinsichtlich des Produkt-Supports, was ein Grund dafür ist, dass die Geräte über lange Zeit einen so hohen Wiederverkaufswert behalten. Dieses Engagement wurde 2024 – als Reaktion auf neue Vorschriften im Vereinigten Königreich – noch vertieft: Das Unternehmen garantiert nun Sicherheits-Updates für einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren.
Etwa zur gleichen Zeit gingen Google und die meisten großen Hersteller von Android-Geräten noch einen Schritt weiter und versprachen Sicherheits- sowie Betriebssystem-Updates für sieben Jahre.
Kleinere Hersteller können mit diesem Engagement oft nicht mithalten. So beschränkt sich der Support bei günstigen Android-Geräten bisweilen nur auf zwei Jahre. Hinzu kommt die meist fragwürdige Nutzererfahrung auf älteren Android-Geräten, während Apples enge Verzahnung von Software und Hardware dafür sorgt, dass sich selbst ältere Geräte meist noch relativ flüssig bedienen lassen.
Unterm Strich bedeutet das, dass Apple beim Support älterer Geräte eher zurückhaltend ist, und anschließend oft mehr liefert als angekündigt. Mit dem Ergebnis, dass erst jetzt Kunden, die tatsächlich noch ein 15 Jahre altes iPhone nutzen, an das Ende des offiziellen Supports stoßen. (tf)
Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag der Computerworld.
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