Humanoide Roboter bei Fraunhofer erleben
Humanoide in verschiedenen Use Cases im Humanoid Robots Experience Lab.
Fraunhofer IOSB
Humanoide Roboter verknüpft mit KI stehen derzeit im Fokus einer weiteren Automatisierung. Während Großunternehmen wie Mercedes-Benz mit dem Apollo oder BMW mit Figure und Aeon sowie Siemens mit dem HMND 01 Alpha diese neue Roboter-Spezies in ihren eigenen Werken in Pilotprojekten testen, fehlt KMUs oft diese Möglichkeit.
Hier setzt das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) mit der Idee des Humanoid Robots Experience Lab an. An den Standorten Karlsruhe, Lemgo und Ilmenau sollen Anwender die Möglichkeit erhalten, an konkreten Anwendungsszenarien zu bewerten, wo und unter welchen Bedingungen der Einsatz der Humanoiden tatsächlich ein Mehrwert bietet.
Mehr als nur zweibeinige Maschinen
Dabei geht es Jürgen Beyerer, Institutsleiter des Fraunhofer IOSB, um weit mehr als nur die äußere Form: „Im Kern steht die Frage, wie Künstliche Intelligenz künftig in unserer realen Welt handeln kann: in Umgebungen, die nicht perfekt vorbereitet sind, und im Zusammenspiel mit Menschen, die die Verantwortung behalten sollen.“ Letztlich dreht es sich also um das Gehirn hinter der Maschine – um verlässliche Autonomie und ein tiefes Verständnis der Umwelt.
Use Cases: Von der Fabrik bis zum Feld
Dazu ist das Lab nicht als isolierte Forschungsstätte konzipert, sondern als standortübergreifende Plattform. So haben Karlsruhe, Lemgo und Ilmenau jeweils andere spezialisierte Schwerpunkte:
Karlsruhe – Die Retter und Beschützer:
Hier liegt der Fokus auf unstrukturierten und gefährlichen Umgebungen. Ob Verteidigung, zivile Sicherheit oder Katastrophenschutz – in Karlsruhe wird erprobt, wie Roboter-Teams bei der Aufklärung oder Inspektion unterstützen können.
Lemgo – Die Industrie-Pioniere:
In einer produktionsnahen Umgebung wird untersucht, wie humanoide Roboter ihre Mobilität und Greiffähigkeiten in der industriellen Automation ausspielen können. Das Ziel: Der „Human-in-the-Loop“, bei dem Menschen und Maschinen Hand in Hand arbeiten.
Ilmenau – Die Alltags-Helfer:
Hier stehen die Landwirtschaft, kommunale Dienste und kritische Infrastrukturen im Mittelpunkt. Die Forscher arbeiten an der Vernetzung der Roboter mit Leitstellen und nutzen Simulationen, um den Sprung in die reale Anwendung zu meistern.
Das Besondere am Humanoid Robots Experience Lab ist sein offener Charakter. Es richtet sich explizit an Anwender aus dem Mittelstand, dem Handwerk, von Blaulichtorganisationen und Kommunen. Unternehmen können hier nicht nur die Technologie erleben, sondern gemeinsam mit Experten prüfen, ob ein Einsatzszenario realisierbar ist und wie hoch der Integrationsaufwand wäre.
Einladung zum Mitgestalten
Wer die humanoiden Helfer der Zukunft live erleben möchte, sollte sich den 23. September 2026 im Kalender markieren – dann macht das Opening Event in Lemgo den Auftakt. Interessierte Organisationen können bereits jetzt Kontakt aufnehmen, um ihre eigenen Fragestellungen und Pilotideen einzubringen. Kontakte und weitere Infos sind hier zu finden: https://www.iosb.fraunhofer.de/de/projekte-produkte/humanoid-robots-experience-lab.html
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