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Figure 03 – der Logistik-Gamechanger für BMW?

Der Humanoide Figure 03 beim Sequenzieren im BMW Werk Spartanburg.
BMW Group



Das US-amerikanische Werk Spartanburg entwickelt sich langsam zur Wiege der humanoiden Robotik bei BMW. Nachdem in dem Werk bereits die Modelle Figure 01 und 02 des gleichnamigen US-Herstellers erfolgreich umfangreiche Testläufe absolvierten, schickt der Autobauer nun die dritte Generation Humanoider ins Rennen. Während BMW im Werk Leipzig mit dem Humanoiden Aeon auf die Züricher Hexagon Robotics setzt, bleibt man in den USA dem kalifornischen Hersteller treu.



Im Gegensatz zu seinen älteren Brüdern soll Figure 03 mit Physical AI sowie verbesserten Händen mit taktilen Sensoren und Kameras direkt in den Handflächen punkten. Zudem ist der Einsatz der humanoiden Roboter kein isoliertes Projekt, sondern Teil der umfassenden iFactory-Strategie von BMW – dem Masterplan des Autobauers für eine flexible, digitalisierte Produktion.



Figure 03 – neues Spielfeld Logistik



Angesichts der Verschmelzung von künstlicher Intelligenz mit realer Maschine ist für den Neuling auch eine anderes Anwendungsszenario als für seinen Vorgänger Figure 02 geplant. Über einen Zeitraum von zehn Monaten unterstützte dieser die Produktion von mehr als 30.000 BMW X3. Dazu positionierte er Blechteile für den Schweißprozess präzise – eine Arbeit, die für Menschen ergonomisch belastend ist und höchste Genauigkeit erfordert.



Während der Vorgänger noch im Karosseriebau schuftete, übernimmt Figure 03 nun eine Schlüsselrolle in der Logistik: das sogenannte Sequenzieren. In diesem Anwendungsfall sortiert der Roboter Bauteile aus großen Behältern in spezielle Sequenzierungswagen ein. Diese Wagen werden anschließend „just in sequence“ direkt an die Mitarbeiter am Montageband geliefert. Ein Prozess, der in der Automobilindustrie millionenfach vorkommt und enorme Skalierungsmöglichkeiten bietet.



Figure 03 spricht mit den Kollegen



Dabei ist Figure 03 kommunikativer als seine älteren Brüder. Dank neuer Audiofunktionen beherrscht er die Speech-to-Speech-Kommunikation. Um die Sicherheit im Arbeitsumfeld weiter zu erhöhen, wurde er außerdem mit weichen Komponenten ausgestattet. Für einen reibungslosen Betrieb sorgt eine kabellose Ladefunktion, die die Verfügbarkeit deutlich steigern soll.



Die Figure-Tests sind wie gesagt keine Einzelprojekte, sondern Teil der iFactory-Strategie. So soll etwa in der modernisierten Montagehalle 52, wo künftig auch der elektrische BMW iX5 vom Band läuft, die gesamte Produktion vorab virtuell in 3D simuliert werden. Diese Virtual Factory hilft dabei, Prozesse zu optimieren und die Ergonomie für die menschlichen Kollegen zu perfektionieren, noch bevor das erste Teil physisch bewegt wird.



Zusätzlich wacht das KI-System AIQX (Artificial Intelligence Quality Next) über die Qualität. Mittels Kameras und Sensoren prüft die KI visuell und akustisch, ob jeder Arbeitsschritt perfekt sitzt. Das Feedback wird den Mitarbeitern ohne Verzögerung auf ihre Smart Devices ausgespielt.