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GITEX AI Europe: Im zweiten Anlauf zum Cebit-Nachfolger?

width="1024" height="576" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px">Mit einem betont europäischen Fokus und Kernthemen wie KI, Security oder Startups will die GITEX AI Europe Besucher und Aussteller nach Berlin locken.GITEX



Als die CeBIT Ende 2018 nach 33 Veranstaltungen eingestellt wurde, waren die Meinungen zweigeteilt. Die einen, vor allem von hohen Standpreisen geplagte Aussteller, waren froh, dass die einst weltgrößte IT-Messe nach der schwachen Performance der letzten Jahre zu Grabe getragen wurde.



Für andere, darunter viele IT-Entscheider, entfiel damit allerdings eine Möglichkeit, sich in kurzer Zeit auf nur einer Messe einen Überblick über verschiedene IT-Trends und -Lösungen zu verschaffen und mit Anbietern sprechen zu können.



Umso spannender war es, als die Veranstalter der GITEX Ende 2024 bekannt gaben, einen Ableger der weltweit drittgrößten Technologiemesse nach Europa, konkret Berlin, zu bringen. Dabei sollte die GITEX Europe nicht einfach nur eine Kopie ihres großen Bruders in Dubai sein, dessen Anfänge bis ins Jahr 1981, also noch vor der ersten CeBIT (1986) zurückreichen. Stattdessen versprachen die Veranstalter, gezielt auf europäische Bedürfnisse einzugehen.



Aller guten Dinge sind…zwei?



Mit über 21.000 Besuchern und knapp 1.500 Ausstellern kam die GITEX Europe 2025 dabei zwar bei weitem nicht an die Zahlen der Festival-CeBIT von 2018 (rund 120.000 Besucher, 2.800 Aussteller) heran. Es gelang ihr aber ein Achtungserfolg, auf den in diesem Jahr aufgebaut werden soll.



Oder wie die Veranstalter selbstbewusst schreiben: „In ihrer zweiten Ausgabe hat sich die GITEX AI EUROPE bereits als Europas führende Plattform etabliert, auf der politische Entscheidungsträger, Technologieführer, Investoren und Innovatoren zusammenkommen, um Wirtschaft, Industrie und Institutionen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz zu gestalten.“



Trotz der scheinbaren Zufriedenheit mit den Ergebnissen im Vorjahr gibt es dieses Jahr kleinere Korrekturen. So findet die Messe nicht mehr im Mai, sondern vom 30. Juni bis zum 1. Juli statt. Außerdem wurde die Dauer von drei auf zwei Messetage reduziert. Neu ist auch der Einschub AI im Namen.



Beim Inhalt setzen die Veranstalter dagegen auf Bewährtes: Das Konferenzprogramm gliedert sich in fünf Themenfelder, die in alter CeBIT-Manier mit schmissigen Buzzwords beschrieben werden:




“DeepTech & Critical Supply Chains” zur Absicherung der europäischen Industriebasis,



“Compute & AI Stack” zum Weg von Foundation Models zur Unternehmensanwendung,



“Secure Infra & Cyber Power” zu Verteidigung im KI-Zeitalter und Quantenresilienz,



“Capital & Scale-Up Engine” zu Europas neuem Finanzierungsmodell, sowie



“Policy to Production” zur Überführung der EU-KI-Verordnung in einen Wettbewerbsvorteil.




Der wohl Interessanteste Aspekt der GITEX AI Europe: Der Fokus auf die Belange der europäischen und insbesondere deutschen IT-Anwender zieht sich durch das ganze Programm. Statt sich mit klingenden Namen zu schmücken und Bosse von US-Tech-Riesen einzufliegen, fokussieren sich die Veranstalter primär auf lokale Sprecher.



Dazu zählen Regierungsvertreter wie der Bundesminister für Digitales und staatliche Modernisierung Karsten Wildberger oder Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur und maßgeblich verantwortlich für die deutsche Umsetzung der EU-KI-Verordnung.



Auf der Anbieterseite wiederum sind Führungskräfte von AWS Germany, Bosch, der Deutschen Telekom, DeepL, DATEV, HPE Germany, IONOS, MHP und weitere zu nennen.



Insgesamt, so die GITEX, stellen deutsche Sprecher 60 Prozent der mehr als 150 Experten, die aus 33 Ländern Europas, Nordamerikas, Asiens und Afrikas anreisen. Hinzu kommt eine umfassende Ausstellung mit mehr als 950 Unternehmen und Start-ups sowie über 600 Investoren aus mehr als 80 Nationen.