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Stadt setzt Erinnerungszeichen für fünf NS-Opfer

Am Mittwoch, 24. Juni, findet im Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin der LMU München, Lessingstraße 2, ab 18 Uhr eine Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an fünf ehemalige jüdische Bewohnerinnen und Bewohner der Goethestraße 43 statt, die in der NS-Zeit verfolgt und ermordet wurden.
Unter ihnen ist Alfred Strauß. Der Rechtsanwalt hatte seit den 20er-Jahren Mandantinnen und Mandanten gegen NSDAP-Mitglieder vertreten. Er wurde im Mai 1933 im Konzentrationslager Dachau erschossen. Bei der Mutter des ermordeten Anwalts, Margarethe Strauß, wohnte zwischen November 1940 und April 1941 als Untermieter Herbert Maier (geboren 1910). Im November 1940 heiratete er die Näherin und Verkäuferin Martha Maier, geborene Wolff (geboren 1910). Sie hatte am 9. August 1939 Israel Wolff zur Welt gebracht. Der Junge lebte ab September 1939 im Jüdischen Kinderheim in der Antonienstraße. Margarethe Strauß, Herbert Maier, Martha Maier und Israel Wolff wurden am 20. November 1941 mit rund 1.000 weiteren Münchnerinnen und Münchnern nach Kaunas in Litauen verschleppt und dort ermordet.
Außerdem wird an Richard Einstein erinnert. Er verlor im Juli 1938 seine Existenzgrundlage, als das NS-Regime jüdischen Vertreterinnen und Vertretern die Berufsausübung verbot, und starb nur wenige Monate später im November 1938 an Darmkrebs.
Zur Gedenkveranstaltung sprechen Stadtrat David Süß (Die Grünen – Rosa Liste Stadtratsfraktion) in Vertretung des Oberbürgermeisters sowie Münchens Ehrenbürgerin Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Professor Dr. Georg Marckmann, Direktor des Instituts für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin eröffnet die Veranstaltung, Dr. Björn Mensing liest die Biografien von Margarethe und Alfred Strauß, Dr. Barbara Turczynski-Hartje vom Bezirksausschuss 2 (Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt) trägt die Lebensgeschichte von Martha und Herbert Maier sowie Israel Wolff vor, und PD Dr. Mathias Schütz stellt Richard Einstein vor. Die musikalische Begleitung übernimmt das Vocalquartett Agrabla.
Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung, um 19 Uhr, erfolgt die Anbringung der Erinnerungszeichen in der Goethestraße 43 mit einer Ansprache des Vorsitzenden des Bezirksausschusses 2 (Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt), Benoît Blaser.
Erinnerungszeichen werden seit 2018 an Orten angebracht, an denen Menschen lebten, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden. Die Erinnerungszeichen bestehen aus gebürstetem Edelstahl und sind vergoldet. Es gibt sie als Wandtafeln an der Fassade und als Stelen auf öffentlichem Grund. Sie enthalten die wichtigsten Lebensdaten, Angaben zum Schicksal und – falls vorhanden – ein Bild. Weitere Informationen unter
und
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www.erinnerungszeichen.de
www.map.erinnerungszeichen.de
(Siehe auch unter Terminhinweise)

Fakten

  • Die Gedenkveranstaltung findet im Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin der LMU München statt.
  • Der Rechtsanwalt Alfred Strauß wurde im Mai 1933 im Konzentrationslager Dachau erschossen.
  • Margarethe Strauß, die Mutter des ermordeten Anwalts, wohnte zwischen November 1940 und April 1941 als Untermieter in der Goethestraße 43.
  • Herbert Maier, der Bruder von Margarethe Strauß, heiratete Martha Maier, geborene Wolff, im November 1940.
  • Israel Wolff, der Enkel von Margarethe und Herbert Maier, wurde am 9. August 1939 in die Welt gebracht.
  • Margarethe Strauß, Herbert Maier, Martha Maier und Israel Wolff wurden am 20. November 1941 mit rund 1.000 weiteren Münchnerinnen und Münchnern nach Kaunas in Litauen verschleppt und dort ermordet.
  • Die Erinnerungszeichen bestehen aus gebürstetem Edelstahl und sind vergoldet.
  • Es gibt Erinnerungszeichen als Wandtafeln an der Fassade und als Stelen auf öffentlichem Grund.
  • Die Erinnerungszeichen enthalten die wichtigsten Lebensdaten, Angaben zum Schicksal und – falls vorhanden – ein Bild.
  • Die Gedenkveranstaltung findet am Mittwoch, 24. Juni, ab 18 Uhr statt.
  • Die Stadt setzt Erinnerungszeichen für fünf NS-Opfer an.
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