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Warum die EU-Forderungen an Apples KI Ihre Daten gefährden

Die von der EU geforderte Öffnung von Apple Intelligence / Siri AI für andere Anbieter gefährdet Nutzerdaten. Apple



Die auf der WWDC 2026 vorgestellte Apple Intelligence / Siri AI basiert auf der Nutzung persönlicher und kontextbezogener Daten. Die EU möchte im Zuge des Digital Markets Act (DMA), dass dieselben Informationen auch Drittanbietern für konkurrierende Apps zur Verfügung gestellt werden.



Allerdings hat die EU nicht mit Apple zusammengearbeitet, um die Vertraulichkeit der Nutzer zu schützen. Dieser Ansatz könnte dazu führen, dass persönliche Informationen über Drittanbieter-Anwendungen leichter abgegriffen oder missbraucht werden. Der Grund dafür: Die EU verlangt von Apple, bestimmte persönliche Daten auch anderen App-Entwicklern zugänglich zu machen.



Aus diesem Grund wird Apple Siri AI vorerst nicht in vollem Umfang in der EU anbieten.



Jamf-Umfrage deckt die IT-Risiken der KI auf



Dabei ist sich die EU durchaus bewusst, welche Risiken Datenlecks im KI-Zeitalter mit sich bringen. Beispiele dafür sind Initiativen rund um souveräne KI oder verwaltete KI-Dienste wie Orange Live Intelligence. Diese Entwicklungen zeigen, dass die EU die Gefahren grundsätzlich versteht.



Wie real diese Risiken sind, zeigt eine aktuelle Studie von Jamf. Wie die Umfrage ergab, hat bereits jeder fünfte IT- und Sicherheitsverantwortliche im Enterprise-Bereich einen KI-bezogenen Vorfall erlebt, der entweder Sicherheitsprobleme, unerwartete Kosten oder beides verursacht hat.



Darüber hinaus ergab die Studie Folgendes:




73 Prozent der Unternehmen haben KI bereits in irgendeiner Form eingesetzt.



60 Prozent sehen einen KI-bezogenen Vorfall als kurzfristiges Risiko.



Unternehmen mit tief integrierter KI melden 40 Prozent häufiger einen KI-bezogenen Vorfall als Unternehmen, die sich noch in der Erkundungsphase befinden.




Die zentrale Erkenntnis lautet demnach: KI-Governance wird zu einer operativen Notwendigkeit. Apple argumentiert seit Jahren, dass der beste Weg zur Wahrung der Vertraulichkeit darin besteht, Daten gar nicht erst zu sammeln oder weiterzugeben. Genau auf diesem Prinzip basiert der Ansatz von Apple Intelligence: Daten sollen nicht geteilt werden, sondern lediglich in Signale umgewandelt werden, die Funktionen ermöglichen, ohne die Privatsphäre zu gefährden.



Vertrauen in einem umkämpften Markt aufbauen



Es gibt noch eine weitere Herausforderung: Mittlerweile gibt es zahlreiche KI-Marken und -Modelle, und ständig kommen neue hinzu. Das ist zwar positiv, wenn es darum geht, ein Modell zu finden, das den eigenen Anforderungen entspricht. Es erschwert jedoch, zu gewährleisten,  dass sämtliche genutzten Dienste gleichermaßen sicher sind.



Niemand möchte, dass sein Unternehmen von einem Service abhängig wird, der später eingestampft oder dessen Anbieter übernommen wird. Von einem Hackerangriff oder anderweitigem Missbrauch ganz zu schweigen.



„KI kommt nicht als einzelne Anwendung daher, die die IT-Abteilung genehmigen und dann ad acta legen kann“, erklärt Beth Tschida, CEO von Jamf. „Sie taucht in Entwickler-Tools, Produktivitäts-Apps, autonomen Agenten und anderer Software auf, die bereits im Einsatz ist. Die Herausforderung besteht darin, den Überblick und die Kontrolle zu bewahren, während sich dieser Fußabdruck ausweitet.“



Die Umfrage liefert einen guten Einblick in die Herausforderungen, denen die IT bei der KI-Einführung gegenübersteht: Schatten-IT, eine zunehmende Zahl von Anbietern sowie die Notwendigkeit, mit schwer vorhersehbaren nutzungsbasierten Preismodellen umzugehen. Und das noch bevor man die Governance-Herausforderungen durch agentenbasierte KI und KI für Entwickler berücksichtigt.



KI und der sich abzeichnende Governance-Albtraum



„Unsere Umfrage zeigt, dass die Governance mit der Einführung Schritt halten muss“, führt Tschida aus. „Für Unternehmen, die auf Apple setzen, ist die Ausgangslage bereits ein Vorteil. Apples Datenschutzmodell und die in der Plattform integrierten Managementfunktionen bieten IT-Teams eine solide Basis, auf der sie aufbauen können.“



Genau darin liegt der Sinn des kuratierten, privaten und abgesicherten Dienstes, den Siri AI bietet. Es ist auch Teil dessen, worauf Apple mit seinen umfassenderen KI-Ambitionen auf seiner Plattform hinarbeitet. Bloomberg-Redakteur Mark Gurman ging in seinem Wochenend-Newsletter auf einige dieser Aspekte ein. Er vermutet, dass Apple künftig bestimmte, KI-basierte Abonnementdienste einführen könnte. Möglicherweise arbeitet die Company auch an einem App Store für Siri-Erweiterungen, der es Drittanbieter-Chatbots ermöglicht, mit Siri zusammenzuarbeiten.



Bedarf an Kuratierung und Verwaltung in der KI



Was dieses Modell funktionieren lässt, ist die sorgfältige Kuratierung, mit der Apple es umgibt, sowie das Bestreben, Private Cloud Compute weiter auszubauen. Dadurch sollen Nutzerdaten auch dann geschützt sein, wenn Server von Drittanbietern (in diesem Fall die Server-Cluster von Google) genutzt werden.



Es liegt nahe, anzunehmen, dass Apple dieses System künftig nutzen will, um alle genehmigten KI-Interaktionen von Drittanbietern auf seinen Plattformen über eigene Mechanismen abzusichern. Das gilt auch dann, wenn Nutzer über einen Webbrowser auf Dienste zugreifen, die diese Sicherheitsvorkehrungen nicht bieten – was derzeit möglich ist.



Entscheidend ist jedoch, ob es Apple gelingt, ein verwaltetes, kuratiertes und kontrollierbares Ökosystem für KI-Agenten und -Dienste bereitzustellen. Falls ja, würde das einen großen Schritt hin zu genau jener Art von gemanagtem KI-Ökosystem darstellen, das laut der Jamf-Studie für moderne digitale Unternehmen zunehmend unverzichtbar ist. (mb)



Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag der Computerworld.