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„Bücher, die Angst machen“: Wie viel Vielfalt hält eine offene Gesellschaft aus?

Was passiert, wenn Bücher aus Bibliotheken verschwinden? Wenn politische Akteure bestimmen wollen, welche Geschichten erzählt und welche Perspektiven sichtbar werden? Mit der neuen Reihe „Bücher, die Angst machen“ widmen sich die Stadtbibliothek und das Bildungszentrum im Bildungscampus Nürnberg aktuellen Debatten um Meinungsfreiheit, kulturelle Vielfalt und demokratische Teilhabe. Den Auftakt macht am Mittwoch, 24. Juni 2026, um 19.30 Uhr eine Veranstaltung zu den sogenannten Book Bans in den USA und ihrer Bedeutung für Europa. Zu Gast sind Prof. Martin Puchner, Byron and Anita Wien Professor of Drama and of English and Comparative Literature an der Harvard University, und Prof. Dr. Nikola Roßbach, Professorin für Neuere deutsche Literatur in Kassel. Die Veranstaltung findet in der Lernwelt der Stadtbibliothek Zentrum, Gewerbemuseumsplatz 4, statt. Karten für 10 Euro (ermäßigte Karten für 5 Euro ausschließlich an der Abendkasse) können online unter nuernberg.de/internet/stadtbibliothek/buecherangst.html erworben werden.
„Bücher, die Angst machen“ bringt Autorinnen und Autoren, Fachleute sowie das Publikum miteinander ins Gespräch. Im Mittelpunkt stehen Bücher und Themen, die gesellschaftliche Debatten auslösen – und die Frage, wie viel Vielfalt, Widerspruch und Kontroverse eine offene Gesellschaft aushalten muss. Anlass dafür sind internationale Entwicklungen, die zeigen, wie umkämpft der Zugang zu Wissen und Bildung geworden ist: Seit 2021 wurden an öffentlichen Schulen in den USA fast 23 000 Buchverbote dokumentiert. Allein im Schuljahr 2024/25 registrierte die Schriftstellervereinigung PEN America 6 870 Verbote. Besonders häufig betroffen sind Werke über Rassismus, Geschlechteridentität oder sexuelle Orientierung. Bibliotheken sind dabei weit mehr als Orte der Medienausleihe: Sie schaffen freien Zugang zu Wissen, fördern Medien- und Informationskompetenz und ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe unabhängig von Alter, Herkunft oder Einkommen. Die Reihe fragt deshalb, welche Rolle Bibliotheken und Bildungseinrichtungen in demokratischen Gesellschaften spielen und wie sich die Freiheit zu lesen verteidigen lässt.
Fünf weitere Veranstaltungen der ReiheAm Freitag, 24. Juli, um 18 Uhr verbindet die Liveperformance „Verboten gut“ von Sommers Weltliteratur to go im  Katharinensaal, Am Katharinenkloster 6, Literatur, Musik und Humor. Michael Sommer wirft mit seinem Playmobil-Ensemble einen Blick auf Bücher, die angegriffen, verboten oder gesellschaftlich ausgegrenzt wurden. Auch hier beträgt der Eintritt 10 Euro (5 Euro ermäßigt an der Abendkasse).
Mit der Filmvorführung von „The Librarians“ am Montag, 28. September, um 19 Uhr im Filmhaus Nürnberg, Königstraße 93, rücken jene Menschen in den Mittelpunkt, die sich weltweit für freien Zugang zu Wissen einsetzen. Im anschließenden Gespräch diskutiert Johannes Neuer, Generaldirektor der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig und ehemaliger Direktor der New York Public Library, über die Rolle von Bibliotheken in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt an der Abendkasse 8 Euro beziehungsweise 6 Euro für unter 25-Jährige.
Ab Oktober erweitert die Reihe ihren Blick auf konkrete Bücher und historische Perspektiven. Unter dem Titel „Bücher, die Angst machen (aber nicht uns!)“ stellen Gäste aus Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft am Dienstag, 6. Oktober, um 19.30 Uhr Bücher vor, die zensiert, verboten oder als unbequem markiert wurden. Veranstaltungsort ist das Zeitungs-Café Hermann Kesten, Eingang über Peter-Vischer-Straße. Der Eintritt beträgt 10 Euro (ermäßigt an der Abendkasse 5 Euro). Am Montag, 19. Oktober, um 18 Uhr beleuchtet Prof. Dr. Svenja Hagenhoff im Bildungszentrum, Gewerbemuseumsplatz 2, Raum 3.11, Bücherverbote im historischen Kontext. Eintritt ebenfalls 10 Euro (5 Euro ermäßigt an der Abendkasse).
Den Abschluss bildet am Dienstag, 3. November, dem Tag der Midterm-Wahlen in den USA, das Chorlesen „Gemeinsam Laut“ um 16 Uhr im grünen Treppenhaus der Stadtbibliothek Zentrum, Gewerbemuseumsplatz 4, Ebene L0. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, gemeinsam Texte aus verbotenen Büchern zu lesen und ihnen eine hörbare Stimme zu geben. Der Eintritt ist frei.    tom
Weitere Informationen und Karten sind im Internet unter nuernberg.de/internet/stadtbibliothek/buecherangst.html erhältlich.

Hier finden Sie den kompletten Artikel:

Fakten

  • Die Veranstaltung findet in der Lernwelt der Stadtbibliothek Zentrum statt.
  • Die Reihe „Bücher, die Angst machen“ widmet sich aktuellen Debatten um Meinungsfreiheit, kulturelle Vielfalt und demokratische Teilhabe.
  • Seit 2021 wurden an öffentlichen Schulen in den USA fast 23.000 Buchverbote dokumentiert.
  • Allein im Schuljahr 2024/25 registrierte die Schriftstellervereinigung PEN America 6.870 Verbote.
  • Bibliotheken sind Orte der Medienausleihe, aber auch Orte des freien Zugangs zu Wissen und Bildung.
  • Die Reihe fragt nach der Rolle von Bibliotheken und Bildungseinrichtungen in demokratischen Gesellschaften.
  • Die Veranstaltungen der Reihe finden im Jahr 2026 statt.
  • Der Eintritt für die Veranstaltungen beträgt 10 Euro (5 Euro ermäßigt an der Abendkasse).
  • Die Veranstaltungen der Reihe finden in Nürnberg statt.
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