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Kündigungsreport 2026: Entlassen in weniger als zehn Minuten

Nicht nur in Sachen Empathie haben deutsche Manager bei Kündigungen Nachholbedarf.Dragana Gordic – Shutterstock.com



Während Interessenten für eine neue Stelle oft mehrere Bewerbungsgespräche, Assessments und Ähnliches über sich ergehen lassen müssen, geht es beim Exit ganz schnell. Knapp zwei Drittel der Entlassungsgespräche (63 Prozent), so eine aktuelle Studie von HR Works, dauern höchstens zehn Minuten. Bei 40 Prozent ist das Kündigungsgespräch nach fünf Minuten vorbei.



Möglichst schnell und unpersönlich



Zugleich findet nur eine knappe Mehrheit der Kündigungen persönlich statt. Demnach:




wurde 59 Prozent der Betroffenen in einem direkten persönlichen Gespräch gekündigt,



22 Prozent erhielten ihre Entlassung schriftlich, während



elf Prozent die Entscheidung digital vermittelt wurde, und



acht Prozent am Telefon.




Dabei hat die Art, wie sie vor die Tür gesetzt wurden, großen Einfluss darauf, wie Beschäftigte den Vorgang rückblickend bewerten. Wird die Entlassung persönlich ausgesprochen, empfinden 64 Prozent der Betroffenen diese Form als angemessen. Bei schriftlichen Entlassungen sind es nur noch gut ein Drittel (34 Prozent). Am schlechtesten schneiden telefonische Entlassungen ab: Nur 28 Prozent derjenigen, die am Telefon von ihrer Kündigung erfahren, halten dieses Format für angemessen



Wie die kurze Dauer der Trennungsgespräche vermuten lässt, wird das Thema schnell abgehandelt. Nur etwas mehr als ein Drittel (34 Prozent) kann die eigene Sicht darstellen. Die Gründe für die Entlassung wurden 42 Prozent der Betroffenen nachvollziehbar erklärt, mehr als einem Viertel nach eigenen Angaben jedoch nicht.



Mangelnde Empathie und Fairness



Die emotionale Qualität der Entlassungsgespräche fällt in der Rückschau der ehemals Beschäftigten gemischt aus:




In Sachen Wertschätzung bewerten 37 Prozent der Betroffenen das Verhalten ihrer Gesprächspartner positiv, 29 Prozent negativ.



Noch kritischer ist das Bild bei Empathie und Fairness: Nur gut ein Viertel (28 Prozent) bewertet die Gesprächsführung als empathisch, während 37 Prozent sie negativ einschätzen. Auch hinsichtlich Fairness fällt die Bilanz schlecht aus. 29 Prozent bewerten ihr Gegenüber in dieser Hinsicht positiv, 38 Prozent dagegen negativ




„Trennungsgespräche gehören zu den schwierigsten Aufgaben für Führungskräfte“, kommentiert Ivana Baumann, Director HR & Recruiting bei HR Works, die Studienergebnisse. „Genau deshalb sollten Unternehmen Führungskräfte und HR-Verantwortliche darauf vorbereiten. Wer eine Entlassung ausspricht, muss klar sein, aber auch respektvoll, nachvollziehbare Gründe liefern und offen für die Perspektive des Entlassenen sein.“ Ein rein formaler Ablauf werde der Situation oft nicht gerecht, so Baumann.



Für den Kündigungsreport 2026 wurden mehr als 6.000 Beschäftigte in Deutschland befragt, darunter 825 Personen, die in den vergangenen fünf Jahren entlassen wurden.