Innovatives Pilotprojekt im Westpark: Nürnberg realisiert CO₂-freien Gebäudeabbruch
Die Stadt Nürnberg setzt ein Zeichen für nachhaltiges und zukunftsfähiges Bauen: Der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) beginnt mit dem vollständig klimaneutralen Rückbau der ehemaligen Gärtnerei Sauerbrey im Westpark. Damit wird erstmals ein Gebäudeabbruch über weite Teile des Prozesses hinweg CO₂-frei umgesetzt – also ohne Freisetzung von Kohlenstoffdioxid – von den Abbrucharbeiten bis hin zum Transport. Am Montag, 15. Juni 2026, informierte Bürgermeister und Erster Sör-Werkleiter Andreas Krieglstein gemeinsam mit Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit, vor Ort über die Besonderheiten der Baustelle.
„Mit dem CO₂-freien Rückbau der ehemaligen Gärtnerei Sauerbrey betreten wir als Stadt Nürnberg bewusst Neuland. Dieses Projekt steht exemplarisch für die Verantwortung, die Kommunen beim Klimaschutz übernehmen müssen. Wir zeigen, dass nachhaltiges Handeln nicht erst beim Neubau beginnt, sondern bereits beim Rückbau von Gebäuden“, sagt Bürgermeister Andreas Krieglstein. Er fügt hinzu: „Durch den Einsatz emissionsfreier und deutlich leiserer Maschinen setzen wir neue Maßstäbe für kommunales Bauen und Arbeiten. Gleichzeitig schaffen wir mit der Erweiterung des Westparks mehr Grünflächen, bessere Aufenthaltsqualität und einen wichtigen klimatischen Ausgleichsraum für die Menschen in unserer Stadt. Nürnberg übernimmt damit eine Vorbildfunktion und beweist, dass ökologische Verantwortung, Innovation und zukunftsfähige Stadtentwicklung gemeinsam gedacht werden können“.
Der Rückbau des Gärtnerei-Areals ist Teil der Erweiterung und Neugestaltung des Westparks im Nürnberger Südwesten. Die Stadt hat das Gelände der ehemaligen Gärtnerei Sauerbrey gekauft und erweitert damit den Park im Osten um 7 000 Quadratmeter Fläche – so können ehemals gewerblich genutzte Flächen in öffentlichen Grünraum umgewandelt werden.
Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit, ergänzt: „Der Westpark ist Teil des Masterplans Freiraum. Durch den Abbruch der ehemaligen Gärtnerei Sauerbrey werden rund 1 200 Quadratmeter Fläche entsiegelt und mit einer anderen Freiraumnutzung versehen. Das Ziel ist eine zukunftsfähige, urbane Parklandschaft. Mit einem neuen Gesamtkonzept werden die Parkteile verbunden, aufgewertet und als inklusiver Naherholungsraum gestärkt – zugleich setzt Nürnberg mit den CO₂-freien Bauprozessen und Flächenerweiterungen ein klares Zeichen für Klimaschutz und nachhaltige Stadtentwicklung. Das Projekt zahlt damit ganz konkret auf das Ziel der Klimaneutralität der Stadt bis 2040 ein.“
Das Projekt umfasst neben dem maschinellen Rückbau die fachgerechte Separierung schadstoffbelasteter Baustoffe sowie die Verwertung der anfallenden Materialien. Das Gebäude wird dabei als Rohstofflager im Sinne des „Urban Mining“ verstanden. Ziel ist es, Abfälle zu minimieren und natürliche Ressourcen zu schonen.
Baustellen und Abbrucharbeiten gelten traditionell als besonders energieintensiv und emissionsreich. Vor allem dieselbetriebene Baumaschinen, Schwerlastverkehr sowie ein hoher Energieverbrauch verursachen erhebliche CO₂-Emissionen, Lärm und Luftbelastungen. Mit dem Projekt im Westpark geht Nürnberg deshalb bewusst neue Wege und zeigt, wie kommunale Baustellen künftig klimafreundlicher umgesetzt werden können.
„Klimaschutz darf nicht an Baustellentoren enden. Gerade im Bau- und Abbruchbereich müssen wir neue Standards entwickeln und konsequent umsetzen. Nürnberg zeigt, dass moderne Baustellen auch leiser, sauberer und klimafreundlicher funktionieren können“, unterstreicht Bürgermeister Andreas Krieglstein.
Besonders innovativ sind die strengen CO₂-Vorgaben für die Baustelle: Alle eingesetzten Maschinen, Geräte und Transportfahrzeuge müssen emissionsfrei betrieben werden. Zugelassen sind ausschließlich elektrische oder wasserstoffbetriebene sowie weitere CO₂-freie Antriebe. Der Einsatz klassischer Verbrennungsmotoren – auch in Hybridform oder mit alternativen Kraftstoffen – ist ausgeschlossen. Ebenso dürfen keine stromerzeugenden Aggregate mit fossilen Antrieben für Ladeprozesse genutzt werden.
Durch den Verzicht auf fossile Antriebe werden Feinstaub, Stickoxide und Lärm deutlich reduziert. Die spätere Erweiterung des Westparks verbessert zusätzlich das Stadtklima und schafft neue Erholungs-, Begegnungs- und Grünflächen für die Nürnberger Bevölkerung.
Der Rückbau zeigt damit beispielhaft, wie kommunale Bau- und Abbruchprozesse künftig ressourcenschonend, energieeffizient und klimaverträglich umgesetzt werden können. Gleichzeitig trägt das Vorhaben zur Umsetzung des integrierten Klimaschutzkonzepts der Stadt Nürnberg bei und unterstützt das Ziel der Klimaneutralität. Der Abbruchzeitraum erstreckt sich noch bis Juli 2026. Anschließend wird die Fläche als Rasen angesät und in die Planungen des erweiterten Westpark integriert. tom
Weitere Informationen zum Projekt auf der Sör-Webseite im Internet unternuernberg.de/internet/soer_nbg/klimaneutrale_baustelle.html. Weitere Informationen zum Westpark auf nuernberg.de/internet/soer_nbg/westpark.html.
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