Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“
Von Montag, 22. Juni, bis Sonntag, 28. Juni 2026, findet die deutschlandweite Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ statt, an der sich auch die Landeshauptstadt Dresden beteiligt. Laut Umfragen fühlt sich etwa ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland zumindest teilweise einsam. Knapp 20 Prozent, also jede und jeder Fünfte, fühlen sich sehr einsam. Um Einsamkeit zu bekämpfen, sollen bestehende Barrieren abgebaut und betroffenen Menschen niederschwellige Möglichkeiten für Begegnung und Austausch aufgezeigt werden.
Aktuell arbeitet die Stadt zudem mit der TU Dresden an einer Studie, die den Titel „Gemeinsam gegen Einsamkeit in Dresden“ trägt, um die Situation in der Landeshauptstadt Dresden zu erforschen und so besser einschätzen und darauf mit Angeboten und Unterstützung reagieren zu können.
Angebote für Aktionswoche
Unter dem Motto „Kurze Nächte – lange Tage“ lädt die Diakonie am Dienstag, 23. Juni 2026, von 10 bis 12 Uhr zu einem „Frühstück für alle“ in ihre Räume in der Albertstraße 29, 01097 Dresden, ein.
Am Dienstag, 23. Juni 2026, findet das Angebot „Mut-mach-Wäscheleine – Was hilft gegen Alleinsein?“ von 13 bis 15 Uhr in der Beratungs- und Kontaktstelle Mittelpunkt, Merianplatz 4 (Sachsenforum), 2. Ebene, 01169 Dresden statt. Hier werden Gedanken, Tipps oder Mut-mach-Sätze auf Karten geschrieben und diese an die Mut-mach-Wäscheleine gehängt. Besucherinnen und Besucher können selbst etwas beitragen und Anregungen und Tipps von anderen lesen.
Im Hygiene-Museum startet am Mittwoch, 24. Juni 2026, um 10 Uhr ein Worldcafé: Dazu geladen sind Frauen und Männer im Alter 55plus zu Gesprächen, zum Austausch, aber auch, um neue Perspektiven kennenzulernen. So kann man mit einem Trauerredner sprechen, ebenso wie mit je einer Vertreterin einer Selbsthilfegruppe für Alleinlebende, von der Landesinitiative Demenz Sachsen und von Wohnen im Alter. Ebenfalls im Hygiene-Museum wird am Freitag, 26. Juni 2026, um 15 Uhr im HY! Community-Raum das Erzählcafé zu Fragen des Zeitgeschehens angeboten. Die ABC-Tische sind offener Treff und Angebot zur Kommunikation für neu in der Stadt angekommene Menschen, aber ebenso für interessierte Dresdnerinnen und Dresdner.
Unter der Devise „Mut tut gut“ informiert eine Autorin am Donnerstag, 25. Juni 2026, um 17 Uhr im Kulturcafé Morgenrot in der Berzdorfer Straße 26, 01239 Dresden, welche Wege aus der Einsamkeit hinausführen können.
Ein Überblick über alle Angebote, die Dresdner Akteure zum Thema Einsamkeit sowie speziell zur Woche der Einsamkeit offerieren, ist auf unter
abrufbar.
www.dresden.de/einsam
Wie kann Unterstützung erfolgen?
Wenn ein nahestehender Mensch unter Einsamkeit leidet, kann es herausfordernd sein, Zugang zu ihm zu finden. Oft ziehen sich Betroffene zurück oder haben das Gefühl, nicht verstanden zu werden. Familie und Freunde können unterstützen - mit Telefonaten, Besuchen oder kleinen Nachrichten - damit Betroffene das Gefühl haben, nicht vergessen zu sein. Manchmal benötigen sie jemanden, der zuhört. Eigene Gefühle einer vertrauten Person zu erzählen oder einer professionellen Beratungsstelle mitzuteilen, kann helfen, emotionalen Druck zu mindern.
Vorschläge für gemeinsame Unternehmungen wie ein Spaziergang oder ein Ausflug können soziale Kontakte stärken.
Um Menschen kennenzulernen, gibt es Möglichkeiten in Vereinen, in der Nachbarschaft oder online. Sich um das eigene Wohlbefinden zu kümmern, ist entscheidend. Aktivitäten, die Freude bereiten, können helfen, das eigene emotionale Gleichgewicht wiederherzustellen. Oft genügt ein kleiner Schritt, um die eigene Isolation zu durchbrechen. Manchmal fällt es Betroffenen aber schwer, den ersten Schritt zu tun, um neue, positive Erfahrungen zu machen. In den Fällen kann es sinnvoll sein, sich professionelle Hilfe zu suchen. Es kann helfen, Betroffene zu ermutigen, eine Therapie oder eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen, wenn Einsamkeit überhandnimmt. Einsamkeit darf nicht ignoriert, sondern ihr muss aktiv begegnet werden. Mit der richtigen Unterstützung können wieder Mut und Lebensfreude entstehen.
Wo gibt es noch Hilfe?
Dresden bietet viele Anlaufstellen der Begegnung und Beratung wie beispielsweise die Beratungs- und Begegnungszentren für Seniorinnen und Senioren, die online unter
zu finden sind.
Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, sich über die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen der Stadt (KISS) an eine thematische Selbsthilfegruppe unter
zu wenden.
Zudem stehen in Dresden zwei telefonische Angebote zur Beratung von Betroffenen zur Verfügung: der Psychosoziale Dienst für Menschen in Krisen unter 0351-4885341 (täglich 9-11 Uhr oder Anrufbeantworter) sowie das Dresdner Krisentelefon (Telefon des Vertrauens) unter 0351-8041616 (täglich 17-23 Uhr).
Weitere telefonische Unterstützungsangebote sind die TelefonSeelsorge unter 0800-1110111 oder 0800-1110222 (rund um die Uhr, kostenfrei, anonym), die Nummer gegen Kummer, Kinder- und Jugendtelefon unter 116111 (Beratung und Unterstützung für Kinder und Jugendliche, anonym, kostenlos, montags bis sonnabends 14-20 Uhr), die Studentische TelefonSeelsorge unter 040-41170411 (anonym, kostenlos, für Studierende aus Deutschland, täglich 20-24 Uhr), der Krisenchat unter 0157-35998143 (Menschen unter 25 Jahren werden über WhatsApp oder per SMS an 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr, kostenlos, anonym, sofort beraten.)
www.dresden.de/senioren
www.dresden.de/selbsthilfe
Was ist Einsamkeit?
Einsamkeit ist eine der sozialen Herausforderungen unserer Zeit. Es ist ein stilles, schweres Gefühl, das jeden treffen und sich tief ins Leben eines Menschen einschleichen kann. Sie hat eine soziale und gesundheitliche Dimension. Einsamkeit kann in jedem Alter auftreten, meist nach einem Umzug, nach dem Verlust eines geliebten Menschen, durch Veränderungen im sozialen Umfeld, durch das Gefühl, nicht verstanden zu werden.
In einer zunehmend digitalisierten Welt, in der persönliche Kontakte immer mehr durch virtuelle Interaktionen ersetzt werden, ist das Risiko, sich einsam zu fühlen, höher denn je.
Einsamkeit ist aber nicht dasselbe wie Alleinsein. Man kann von Menschen umgeben sein und sich trotzdem einsam fühlen. Entscheidend ist nicht so sehr die Zahl der sozialen Kontakte, sondern deren Intensität und Qualität.
Hier finden Sie den kompletten Artikel:
Fakten
- Die Aktionswoche 'Gemeinsam aus der Einsamkeit' findet von Montag, 22. Juni, bis Sonntag, 28. Juni 2026 statt.
- Laut Umfragen fühlt sich etwa ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland zumindest teilweise einsam.
- Knapp 20 Prozent, also jede und jeder Fünfte, fühlen sich sehr einsam.
- Die Stadt Dresden arbeitet mit der TU Dresden an einer Studie zur Situation in der Landeshauptstadt Dresden.
- Das Angebot 'Frühstück für alle' findet am Dienstag, 23. Juni 2026, von 10 bis 12 Uhr statt.
- Das Angebot 'Mut-mach-Wäscheleine – Was hilft gegen Alleinsein?' findet am Dienstag, 23. Juni 2026, von 13 bis 15 Uhr statt.
- Die Beratungs- und Kontaktstelle Mittelpunkt bietet ein Worldcafé im Hygiene-Museum an.
- Das Erzählcafé zu Fragen des Zeitgeschehens findet am Freitag, 26. Juni 2026, um 15 Uhr statt.
- Eine Autorin informiert am Donnerstag, 25. Juni 2026, um 17 Uhr im Kulturcafé Morgenrot über Wege aus der Einsamkeit hinauszuführen.
- Dresden bietet viele Anlaufstellen der Begegnung und Beratung wie die Beratungs- und Begegnungszentren für Seniorinnen und Senioren an.
- Es besteht die Möglichkeit, sich über die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen der Stadt (KISS) an eine thematische Selbsthilfegruppe zu wenden.
- Dresden hat zwei telefonische Angebote zur Beratung von Betroffenen: den Psychosozialen Dienst für Menschen in Krisen und das Dresdner Krisentelefon.
- Einsamkeit ist eine der sozialen Herausforderungen unserer Zeit, ein stilles, schweres Gefühl, das jeden treffen kann.
- Einsamkeit hat eine soziale und gesundheitliche Dimension und kann in jedem Alter auftreten.
- In einer zunehmend digitalisierten Welt ist das Risiko, sich einsam zu fühlen, höher denn je.
- Einsamkeit ist nicht dasselbe wie Alleinsein; entscheidend ist die Intensität und Qualität der sozialen Kontakte.