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Sprachführer Business-Deutsch – Deutsch

Die Kommunikation im Business hat vor allem für Berufseinsteiger ihre Tücken.Shutterstock/Jelena Zelen



Die Corporate World ist voll mit Fallstricken, über die gerade Berufseinsteiger schnell stolpern. Das Problem dabei: Manche Dinge kann man nicht in Studium oder Ausbildung lernen, sondern erfährt sie auf mehr oder weniger brutale Art am eigenen Leib.



Ein Beispiel dafür ist die Kommunikation in Unternehmen. Nicht nur in Arbeitszeugnissen gibt es eine Geheimsprache. Auch in normalen Umgang mit Kollegen und insbesondere Vorgesetzten und Managern werden häufig Floskeln gebraucht, die zunächst klar erscheinen. Ihr eigentlicher Zweck ist jedoch, Bedenken abzuwiegeln, die eigene Planlosigkeit zu vertuschen oder unangenehmen Vorschlägen, die womöglich mehr Arbeit oder Verantwortung bedeuten, dezent eine Abfuhr zu erteilen.



Business-Floskeln – und was sie eigentlich bedeuten



Wir haben eine kleine Sammlung solcher Redewendungen erstellt – samt ihrer eigentlichen Bedeutung.



Business-DeutschDeutsch„Wir sind da sehr ambitioniert unterwegs.“Der Zeitplan ist absurd.„Das ist jetzt kein Hexenwerk.“Niemand versteht es, aber ich tue so.„Das ist eine sehr gute Frage.“Die Antwort kenne ich nicht und sie wird Ihnen ohnehin nicht gefallen.„Das eskalieren wir jetzt.“Ich hole jemanden, der lauter ist.„Lassen Sie uns das im kleinen Kreis nachschärfen.“Sie sind nicht eingeladen.„Wir sind da agil unterwegs.“Es gibt keinen Plan.„Das ist strategisch relevant.“Jemand sehr Wichtiges hat es sich gewünscht. Fragen Sie nicht weiter.„Wir nehmen das gerne mit.“Bereits vergessen.„Wir sollten das nicht überhastet entscheiden.“Ich hoffe, dass es sich von selbst erledigt.„Das ist inhaltlich noch nicht ganz rund.“Das Konzept ist kompletter Unsinn.„Das Thema hat gerade keine Priorität.“Ich will mich nicht damit beschäftigen.„Wir brauchen hier mehr Ownership.“Niemand fühlt sich verantwortlich und ich sicher auch nicht.„Das challengen wir nochmal.“Ich widerspreche, habe aber auch keinen besseren Vorschlag.„Das müssen wir sauber aufgleisen.“Es herrscht komplettes Chaos.„Da sind wir noch nicht ganz aligned.“Zwei Abteilungen führen gerade einen Kleinkrieg.„Da sind wir grundsätzlich gut aufgestellt.“Es funktioniert gerade noch so.„Das nehmen wir mit ins nächste Steering Committee.“Dort verschwindet es endgültig.„Wir müssen Synergien heben.“Es wird Stellenabbau geben.„Wir brauchen da einen pragmatischen Ansatz.“Für eine gute Lösung fehlt Zeit, Geld oder Kompetenz.„Das ist historisch gewachsen.“Niemand versteht das System mehr, aber anfassen traut sich auch keiner.„Wir fahren hier auf Sicht.“Panik mit PowerPoint.„Wir sollten das nochmal datenbasiert evaluieren.“Bauchgefühl reicht diesmal leider nicht als Argument.„Da müssen wir den Flurfunk im Blick behalten.“Die Gerüchte stimmen wahrscheinlich.„Das ist auf unserem Radar.“Wir wissen davon. Seit achtzehn Monaten. Und werden es weiterhin wissen.„Das ist ein Quick Win.“Dauert mindestens drei Monate.„Wir müssen jetzt einfach machen.“Planung wurde übersprungen.„Das ist eine Opportunität.“Ein Problem mit neuem Namen.„Da würde ich gern nochmal einen Deep Dive machen.“Ich habe die Präsentation nicht verstanden.„Das ist aktuell noch work in progress.“Es existiert praktisch nichts.„Wir brauchen hier einen Single Point of Contact.“Nur einer soll den Kopf hinhalten.„Das wurde top-down entschieden.“Diskussion zwecklos.„Wir müssen effizienter werden.“Mehr Arbeit mit weniger Leuten.„Das ist ein Leuchtturmprojekt.“Es wird sehr teuer und keiner weiß genau warum.„Wir sehen da noch Optimierungspotenzial.“Es funktioniert schlecht.„Das ist kein Bug, das ist ein Feature.“Wir kriegen es nicht repariert.„Wir monitoren die Situation engmaschig.“Wir warten ab und hoffen.„Die Kommunikation war suboptimal.“Totales Desaster.„Wir haben da unterschiedliche Erwartungshaltungen.“Beide Seiten sind maximal genervt.„Wir müssen die PS auf die Straße bringen.“Wir reden seit Monaten und nichts passiert.„Wir haben ambitionierte Ziele.“Komplett unrealistische Ziele.„Wir haben da ein paar Hausaufgaben.“Das wird richtig unangenehm.„Da würde ich gerne mal den Hut draufhaben.“Ich will die Lorbeeren.„Wir müssen da enger verzahnt arbeiten.“Keiner redet miteinander.„Da müssen wir nochmal alle Stakeholder abholen.“Noch sechs Meetings ohne Ergebnis.„Wir brauchen hier mehr Transparenz.“Ich möchte kontrollieren, was Sie tun.„Wir wollen da keine Silos schaffen.“Jede Abteilung verteidigt bereits ihr eigenes Königreich.„Das Thema ist hochdynamisch.“Niemand hat den Überblick.„Wir müssen uns breiter diversifizieren.“Uns brechen gerade Einnahmen weg.„Das ist sportlich.“Unmöglich.„Da sollten wir keine Baustellen aufmachen.“Bloß nichts verändern.„Das ist ein Selbstläufer.“Ich will nichts damit zu tun haben, wenn es schiefgeht.„Wir sind hier in einer Lernkurve.“Wir haben es vergeigt. Mehrfach. Und werden es wahrscheinlich noch einmal vergeigen.„Da brauchen wir ein belastbares Commitment.“Diesmal bitte wirklich liefern.„Wir sind da in einem konstruktiven Austausch.“Passiv-aggressive E-Mail-Schlacht.„Das müssen wir nochmal synchronisieren.“Jeder hat etwas anderes verstanden.„Wir müssen das holistisch betrachten.“Ich habe keine Ahnung, wovon Sie reden, möchte das aber elegant überspielen.„Das ist operativ herausfordernd.“Es ist eine Katastrophe.„Da haben wir einen Zielkonflikt.“Zwei Chefs wollen Gegensätzliches.„Das ist aktuell eher schwierig.“Totalschaden.„Wir sollten da nicht zu akademisch rangehen.“Bitte keine Details oder gar Logik.„Da fehlt mir noch die Flughöhe.“Reden Sie einfacher.„Das Thema ist emotional aufgeladen.“Zwei Leute hassen sich.„Wir müssen den Kunden da mitnehmen.“Der Kunde wird das nicht mögen.„Das ist ein politisches Thema.“Vernunft spielt keine Rolle mehr.„Da haben wir noch offene Flanken.“Das kann uns jederzeit um die Ohren fliegen.„Wir müssen da resilienter werden.“Der Laden ist extrem fragil.„Das hat eine gewisse Flughöhe erreicht.“Es ist komplett außer Kontrolle geraten.„Wir wollen hier keine Schuldigen suchen.“Die Schuldigen stehen bereits fest.„Da gibt es unterschiedliche Wahrheiten.“Mindestens eine Seite lügt.„Das ist ein spannender Ansatz.“Furchtbare Idee, aber ich will höflich bleiben.„Wir haben da bewusst eine schlanke Lösung gewählt.“Dafür war kein Budget da.