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Schlachthof Gärtringen steht auch für Rottenburg bereit

Die Nachricht, dass die Pläne für einen Schlachthof-Neubau in Rottenburg endgültig aufgegeben wurden, kommen für den Landkreis Böblingen und den Mitbewerberstandort Gärtringen nicht überraschend. Für die Entscheidung der Rottenburger Landwirte und Metzger zeigt man großes Verständnis und reagiert mit einem Angebot.
„Wir kennen die Schwierigkeiten, vor denen die Projektverantwortlichen in Rottenburg standen, aus eigener leidvoller Erfahrung. Steigende Baukosten und ein komplexes Finanzierungsmodell, – all das haben wir in Gärtringen in sehr ähnlicher Form durchgemacht. Unser Projekt stand mehrfach auf der Kippe. Ich habe deshalb großen Respekt vor der ehrlichen Entscheidung der Rottenburger Landwirte und Metzger. Es gehört Mut dazu, ein Projekt zu beenden, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen es nicht mehr hergeben", so Bernhard.
Umso wichtiger sei es jetzt, nach vorne zu schauen. Der Schlachthof Gärtringen, dessen Umbau im Februar dieses Jahres mit dem Spatenstich gestartet ist und der voraussichtlich im Frühjahr 2027 wieder in Betrieb gehen wird, sei als regionale Schlachtstätte von Anfang an über die Kreisgrenzen hinaus gedacht worden. „Ich habe den Schlachthof Gärtringen immer als Scharnier zwischen dem ländlichen Raum Gäu-Neckar-Alb und dem Ballungsraum Stuttgart bezeichnet. Das gilt selbstverständlich auch für den Raum Rottenburg. Die Entfernungen sind kurz, die Transportwege für das Schlachtvieh bleiben stressarm – genau die Vorteile, die man sich in Rottenburg von einem eigenen Standort versprochen hat, bietet Gärtringen ebenfalls."
Die Stadt Rottenburg und der Landkreis Tübingen hatten ursprünglich eine Beteiligung von insgesamt einer Million Euro am Schlachthof Gärtringen beschlossen. Damit sollten als Kompensation an die eigenen Landwirte und Metzger für die absehbare Schließung des eigenen städtischen Schlachthofs Vorzugskonditionen in Gärtringen gesichert werden. Ein Bürgerentscheid für den Erhalt des Rottenburger Standorts hatte diese zunächst zerschlagen. Im zweiten Anlauf könnte diese interkommunale Kooperation unter den alten Vorzeichen doch noch zum Erfolg führen.
Der Schlachthof Gärtringen wird nach seiner Fertigstellung mit modernster Technik, höchsten Tierwohl-Standards und ausreichenden Kapazitäten ausgestattet sein: Wöchentlich können bis zu 500 Schweine, 60 Rinder sowie 100 Schafe und Ziegen geschlachtet werden. Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf rund 9,9 Millionen Euro, finanziert durch den Landkreis Böblingen, das Land Baden-Württemberg und die Betreibergenossenschaft.
„Mein Angebot an die Landwirte und Metzger im Raum Rottenburg ist klar: Kommen Sie auf uns zu. Kommen Sie auf die Schlachthofgenossenschaft zu. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass die regionale Fleischwirtschaft in unserer Gegend eine Zukunft hat. Der Schlachthof Gärtringen ist groß genug für diese Aufgabe – und er wird professionell und vorbildlich betrieben werden", so Landrat Bernhard abschließend.
Hintergrund: Der Schlachthof Gärtringen wurde im Sommer 2020 geschlossen. Nach fünfeinhalb Jahren intensiver Planung und Verhandlungen erfolgte am 26. Februar 2026 der Spatenstich für den umfassenden tierwohlgerechten Umbau. Die Wiederinbetriebnahme ist für Frühjahr 2027 geplant. Der Landkreis Böblingen fördert das Projekt mit 6,8 Millionen Euro, das Land Baden-Württemberg mit bis zu 3,93 Millionen Euro. Betreiber ist die Heimatfleisch GmbH im Auftrag der Schlachthofgenossenschaft regionaler Landwirte und Metzger.
Landrat Bernhard: „Tür ist offen für Gespräche zur Förderung der Landwirtschaft."
Die Schlachthofgenossenschaft, ein Zusammenschluss von Landwirten und Metzgern, signalisiert ausdrücklich Gesprächsbereitschaft gegenüber Berufskollegen aus dem Raum Rottenburg und dem Landkreis Tübingen. „Landwirte und Metzger aus Rottenburg und Umgebung werden mit offenen Armen empfangen. Es geht um dieselbe Sache: regionale Erzeugung, Transparenz, Tierwohl und das Überleben bäuerlicher Familienbetriebe und des Metzgerhandwerks. Da zählen keine Kreisgrenzen", betont Bernhard.

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Fakten

  • Der Schlachthof Gärtringen ist in Rottenburg, Baden-Württemberg, Deutschland
  • Die Entscheidung der Rottenburger Landwirte und Metzger, den Schlachthof-Neubau aufzugeben, wurde mit großem Verständnis von Seiten des Landkreises Böblingen und Gärtringen begrüßt.
  • Der Schlachthof Gärtringen wird nach seiner Fertigstellung mit modernster Technik, höchsten Tierwohl-Standards und ausreichenden Kapazitäten ausgestattet sein.
  • Das Gesamtinvestitionsvolumen für den Umbau des Schlachthofs Gärtringen beläuft sich auf rund 9,9 Millionen Euro.
  • Der Landkreis Böblingen fördert das Projekt mit 6,8 Millionen Euro.
  • Das Land Baden-Württemberg fördert das Projekt mit bis zu 3,93 Millionen Euro.
  • Die Wiederinbetriebnahme des Schlachthofs Gärtringen ist für Frühjahr 2027 geplant.
  • Der Spatenstich für den umfassenden tierwohlgerechten Umbau fand am 26. Februar 2026 statt.
  • Der Schlachthof Gärtringen wurde im Sommer 2020 geschlossen.
  • Die Schlachthofgenossenschaft signalisiert Gesprächsbereitschaft gegenüber Berufskollegen aus dem Raum Rottenburg und dem Landkreis Tübingen.
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