Datenschutzeinstellungen Ausschuss beschließt kommunale Wärmeplanung
Die Umstellung auf Wärmenetze und Wärmepumpen ist entscheidend für eine unabhängige, sichere und bezahlbare Wärmeversorgung. „Mit dem nun fertiggestellten kommunalen Wärmeplan legen wir eine umfassende und zukunftsweisende Strategie für eine klimaneutrale und zugleich verlässliche und bezahlbare Wärmeversorgung in Kassel vor“, betont Stadtklimarätin Simone Fedderke.
„Während der Offenlage der Wärmeplanung im Januar und Februar haben wir wertvolle Rückmeldungen zum Wärmeplan erhalten, die mit in die finale Version eingeflossen sind“, so Fedderke weiter. „Wir sind dankbar für die aktive Beteiligung und freuen uns über die breite Unterstützung für die Wärmewende. Jetzt geht es verstärkt an die Umsetzung. Neben der Umstellung der städtischen Gebäude auf erneuerbare Wärme und dem Vorantreiben des Wärmenetzausbaus, braucht es jetzt auch die Entscheidung vieler einzelner Menschen für zukunftsweisende Heizungssysteme.“
Schon heute auf Heizsystem für morgen setzen
Das wird besonders deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass Heizungen in aller Regel länger als 20 Jahre betrieben werden. Eine Heizung, die heute eingebaut wird, ist also noch über das Jahr 2046 hinaus in Betrieb. Für das schnellstmögliche Erreichen der Klimaneutralität in Kassel ist es daher essenziell, dass ab sofort alle neu eingebauten Heizungen die Voraussetzungen erfüllen, um ohne fossile Energieträger betrieben zu werden. Das ist bei Fernwärme und Wärmepumpen klar der Fall.
Der Einbau von neuen Gas- und Ölheizungen führt allerdings nicht auf diesen Pfad – auch nicht, wenn sie „Wasserstoff-ready“ sind. Zwar können Wasserstoff, Biomethan und Bioöl prinzipiell klimaneutrale Wärme bereitstellen. Allerdings werden diese wegen des knappen Angebots und der energieaufwändigen Produktion dieser Stoffe sehr teuer werden. Vor diesem Hintergrund warnt die Wärmeplanung vor den Kostenrisiken von neuen Gas- und Ölheizungen und gibt die klare Empfehlung, auf Wärmenetze oder Wärmepumpensysteme zu setzen.
Dass sich die Umstellung auf fossilfreie Heizungen schon heute lohnt, zeigt folgendes Rechenbeispiel: Im Jahr 2025 kostete eine Kilowattstunde Wärme aus einer Gasheizung typischerweise 9 bis 12 Cent, bei Heizöl lag der Durchschnittspreis pro Kilowattstunde bei etwa 13 Cent. Hingegen kostet eine Kilowattstunde Wärme aus einer gut laufenden Wärmepumpe nur etwa 6 bis 9 Cent. Damit sind die Betriebskosten von Wärmepumpen deutlich günstiger als Gas‐ und Ölheizungen.
Neben den unvorhersehbaren Preisschocks aufgrund der Störung internationaler Lieferketten werden Erdgas und Heizöl auch durch andere Faktoren teurer. Für eine perspektivische Verteuerung sorgt neben steigenden CO2 Preisen auch der Trend, dass sich immer mehr Kundinnen und Kunden vom Gasnetz abtrennen. Das bedeutet, dass sich die Kosten für das Netz auf immer weniger Endverbraucherinnen und Endverbraucher umlegen werden.
Wo wird es Fernwärme geben, wo nicht?
Die Wärmeplanung gibt nun Hinweise, welche Heizungslösungen in welchen Bereichen der Stadt wahrscheinlich am besten geeignet sind. „Die Fernwärme ist vor allem in dicht bebauten Gebieten eine wichtige Option, während in Ein‐ und Zweifamilienhausgebieten mit weniger dichter Bebauung individuelle Heizlösungen dominieren werden“, erklärt Dr. Anja Starick, Leiterin des Umwelt‐ und Gartenamts.
Daher setzt der Wärmeplan in den weniger dicht bebauten Randlagen der Stadt vor allem auf gebäudeindividuelle Lösungen, insbesondere auf Luftwärmepumpen, während Biomethan und holzartige Biomasse wegen begrenzter Verfügbarkeit und Feinstaubemissionen eine untergeordnete Rolle spielen.
Eine Karte aus der Wärmeplanung verrät, in welchen Bereichen sehr wahrscheinlich keine Wärmenetze ausgebaut werden, wo ein Ausbau angedacht ist und wo ein Wärmenetzausbau vertieft geprüft wird. Die Karte ist unter www.kassel.de/waermeplanung (Öffnet in einem neuen Tab) zu finden. Dabei dient die Wärmeplanung vor allem als Informationsgrundlage für die individuellen Zukunftsinvestitionen und schreibt nicht vor, welches Heizungssystem genutzt werden muss oder wo definitiv Fernwärme ausgebaut wird.
Wo Wärmenetze tatsächlich ausgebaut werden, hängt von den Wärmenetzbetreibern ab. Wer sich für einen Fernwärmeanschluss interessiert, kann den unverbindlichen Fernwärme-Check der Städtischen Werke AG nutzen. Darüber lässt sich herausfinden, ob bereits heute ein Anschluss an die Fernwärme möglich oder für die Zukunft geplant ist.
Welche Alternativen zur Fernwärme gibt es?
Wer auf eine individuelle erneuerbare Heizungslösung setzt, ist in aller Regel mit einer Wärmepumpe am besten beraten. Ob die Umgebungsluft, das Erdreich oder eine andere Wärmequelle für die Wärmepumpe genutzt wird, bleibt eine Einzelfallentscheidung. Im Wärmeplan finden sich jedoch einige Hinweise zu möglichen Wärmequellen.
Der Wärmeplan kann unter www.kassel.de/waermeplanung (Öffnet in einem neuen Tab) abgerufen werden.
Weitere Informationen zum Thema Heizungstausch erhält man auf der Webseite der Stadt Kassel unter www.kassel.de/energie (Öffnet in einem neuen Tab) oder in einer kostenlosen Beratung durch die Verbraucherzentrale https://www.verbraucherzentrale-hessen.de/beratungsstellen/1527/kontakt/Energieberatung/77885 (Öffnet in einem neuen Tab).
Als ergänzendes Informationsangebot befinden sich außerdem weitere Infoabende zum Thema Kommunale Wärmeplanung, Dämmung und Heizungstausch für den Herbst 2026 in Planung. Wer über die weiteren Informationsangebote zur Wärmeplanung informiert werden möchte kann unter folgendem Link seine E-Mailadresse hinterlassen: https://umfrage.kassel.de/limesurvey/index.php/446349?lang=de (Öffnet in einem neuen Tab)
Hier finden Sie den kompletten Artikel:
Fakten
- Die Umstellung auf Wärmenetze und Wärmepumpen ist entscheidend für eine unabhängige, sichere und bezahlbare Wärmeversorgung.
- Der kommunale Wärmeplan legt eine umfassende und zukunftsweisende Strategie für eine klimaneutrale und zugleich verlässliche und bezahlbare Wärmeversorgung in Kassel vor.
- Die Umstellung auf Wärmenetze und Wärmepumpen soll die Kostenrisiken von neuen Gas- und Ölheizungen vermeiden.
- Eine Kilowattstunde Wärme aus einer Gasheizung kostete im Jahr 2025 typischerweise 9 bis 12 Cent, bei Heizöl lag der Durchschnittspreis pro Kilowattstunde bei etwa 13 Cent.
- Eine Kilowattstunde Wärme aus einer gut laufenden Wärmepumpe kostet nur etwa 6 bis 9 Cent.
- Die Fernwärme ist vor allem in dicht bebauten Gebieten eine wichtige Option, während in Ein- und Zweifamilienhausgebieten individuelle Heizlösungen dominieren werden.
- Der Wärmeplan gibt Hinweise zu möglichen Wärmequellen wie Luftwärmepumpen, Biomethan und holzartige Biomasse.
- Die Stadt Kassel hat eine Webseite unter www.kassel.de/waermeplanung, auf der der kommunale Wärmeplan abgerufen werden kann.
- Es gibt kostenlose Beratungen durch die Verbraucherzentrale unter https://www.verbraucherzentrale-hessen.de/beratungsstellen/1527/kontakt/Energieberatung/77885
- Es gibt weitere Infoabende zum Thema Kommunale Wärmeplanung, Dämmung und Heizungstausch für den Herbst 2026 in Planung.
- Die Stadt Kassel hat eine E-Mail-Adresse unter https://umfrage.kassel.de/limesurvey/index.php/446349?lang=de, auf der sich Informationen zu den weiteren Informationsangeboten zur Wärmeplanung hinterlassen lassen können.
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