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Boomendes Quantencomputing: Investitionen versechsfacht

Laut McKinsey hat sich das Quantencomputing mittlerweile zu einem Milliarden-Markt entwickelt.Hill



Lange Zeit galt Quantencomputing als das ewige Versprechen der Physik – eine Technologie, die zwar theoretisch alles revolutionieren könnte, aber praktisch in den Laboren feststeckte. Doch die Zahlen des aktuellen McKinsey Quantum Technology Monitor 2026 zeichnen nun ein anderes Bild: Allein im Jahr 2025 flossen 12,6 Milliarden Dollar an frischem Kapital in Start-ups der Quantentechnologie.



McKinsey zufolge ist das eine Versechsfachung innerhalb eines einzigen Jahres. Über 90 Prozent dieser Summe konzentrierten sich rund um das Thema Quantencomputer. Erstmals habe das Quantencomputing die magische Umsatzgrenze von einer Milliarde Dollar durchbrochen. Experten prognostizieren bis 2028 ein weiteres Wachstum auf bis zu 4,4 Milliarden Dollar.



Strategische Managementfrage



Angesichts dieser Zahlen erklärt Henning Soller, Partner bei McKinsey: „2026 ist das Jahr, in dem Quantencomputing vom Technologieversprechen zur strategischen Managementfrage wird.“ So gehe es nicht mehr nur darum, ob die Technik funktioniert, sondern wer sie zuerst gewinnbringend einsetze.



Allerdings verändert sich dabei die Marktlogik radikal: Weg vom Pioniermarkt für viele kleine Akteure, zeichnet sich eine massive Konzentration ab. So flossen 2025 rund 60 Prozent des gesamten Investitionsvolumens in die zehn größten Deals. Und noch eine Veränderung ist laut McKinsey bemerkenswert – das Kapital kommt kaum noch vom Staat. Während 2024 noch ein Drittel der Investitionen aus öffentlichen Quellen stammte, sank dieser Anteil 2025 auf nur noch drei Prozent. Private Investoren haben das Ruder übernommen.



Vom Labor in die Praxis



Weltweit arbeiten laut Branchenmonitor bereits mehr als 300 Unternehmen aktiv mit Quantentechnologien. Dabei kristallisieren sich klare Anwendungsfelder heraus, in denen der wirtschaftliche Hebel am größten ist:




Pharma und Chemie: Simulationen auf Molekülebene beschleunigen die Entwicklung neuer Medikamente und Materialien.



Logistik: Komplexe Optimierungsprobleme in der industriellen Wertschöpfungskette werden durch die neue Rechen-Power gelöst.



Finanzsektor: Risikoanalysen, Portfolio-Management und Sicherheitsanwendungen rücken in den Fokus.




Interessant ist, welche Strategie die Anwender dabei verfolgen: Statt darauf zu warten, dass Quantencomputer klassische Rechner komplett ersetzen, setzen die Unternehmen auf hybride Architekturen. Dabei arbeiten klassische Hochleistungsrechner (HPC), Künstliche Intelligenz und Quantensysteme Hand in Hand und die Rechner stehen meist nicht On-Premises. Über Cloud-basierte Modelle (Quantum-as-a-Service) verwenden die Unternehmen die Technologie, ohne selbst Millionen in eigene Hardware zu investieren.



Europa versus USA



Beim Blick auf den globalen Wettbewerb zeigt der Report ein geteiltes Bild: So liegt Europa zwar bei der praktischen Anwendung derzeit vorn. Doch die USA dominieren weiterhin bei der Finanzierung, den großen Deals und der Marktführerschaft der wichtigsten Unternehmen.



Für Martina Gschwendtner, Beraterin bei McKinsey, liegen die Konsequenzen auf der Hand. Die eigentliche Arbeit für die Unternehmen beginne erst jetzt, pures Experimentieren reiche nicht mehr aus.. „Wer Quantencomputing wirklich nutzen will“, so Gschwendtner, „muss früh Schnittstellen zur bestehenden IT und die nötigen Fähigkeiten aufbauen.“ Nur so ließen sich aus den heutigen Testläufen skalierbare Wettbewerbsvorteile für die Zukunft generieren.



Unter dem Strich ist die Botschaft des Reports eindeutig. Quantencomputing ist kein Zukunftsszenario mehr – es findet gerade statt.