Die Deutschen sind im KI-Fieber
loading="lazy" width="400px">Die Deutschen nutzen KI vor allem zum Kochen und für Reparaturen.metamorworks – shutterstock.com
KI ist im Alltag der Deutschen angekommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Bitkom-Studie. Demnach nutzt bereits jeder dritte Bundesbürger (34 Prozent) KI mindestens einmal pro Woche. Am Arbeitsplatz sind es sogar noch mehr: 48 Prozent der Erwerbstätigen verwenden KI bereits im Job.
Besonders pikant dabei ist, dass zwölf Prozent der beruflichen Nutzer dies heimlich tun, also ohne dass ihr Arbeitgeber davon weiß. Demgegenüber steht eine harte Front der Ablehnung: 45 Prozent der Berufstätigen wollen grundsätzlich nicht von KI unterstützt werden.
Büro-Dilemma: Heimliche Nutzung und fehlendes Training
Ein Grund für diese Skepsis könnte die mangelnde Vorbereitung durch die Unternehmen sein. Lediglich 21 Prozent der Erwerbstätigen haben bisher eine KI-Fortbildung ihres Arbeitgebers erhalten. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst warnt deshalb, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter dringend mit „KI-Kompetenzen ausstatten“ müssen, um den Anschluss nicht zu verlieren.
Im KI-Hype ist vor allem die junge Generation – 81 Prozent der 16- bis 29-Jährigen sehen in KI vor allem eine Chance. Bei den Über-65-Jährigen ist dagegen auch Skepsis angesagt. In dieser Altersgruppe betrachten lediglich 58 Prozent die Technologie positiv, während 37 Prozent sie eher als Gefahr einordnen.
KI als Koch
KI-Nutzung in Deutschland.Bitkom
Dennoch ist der gesellschaftliche Wandel laut Bitkom unaufhaltsam: Drei Viertel der Deutschen (76 Prozent) sind überzeugt, dass KI die Gesellschaft innerhalb der nächsten fünf Jahre spürbar verändern wird; 42 Prozent spüren diesen Wandel bereits heute.
Doch wofür nutzen die Deutschen KI? 54 Prozent der User lassen sich bei Alltagsfragen wie dem Kochen oder bei Reparaturen helfen, während 50 Prozent damit Texte verfassen oder optimieren. Sogar bei hochsensiblen Themen wie Gesundheit (34 Prozent) oder Finanzen (21 Prozent) suchen die Bundesbürger zunehmend Rat bei der Maschine.
Motive der Nutzung
Dem Bitkom zufolge lassen sich die Motive zur KI-Verwendung in drei markante Rollen unterteilen:
Der Turbo:
58 Prozent wollen Zeit sparen, 32 Prozent Fehler vermeiden.
Der Coach:
Jeder Zweite nutzt KI, um komplexe Themen besser zu verstehen oder Neues zu lernen.
Der Sparringspartner:
Fast die Hälfte lässt sich von der KI zu kreativeren Ideen inspirieren oder nutzt sie zur Qualitätssteigerung ihrer Arbeit.
Doch bei aller Begeisterung für KI – ganz unbefleckt ist die Freude nicht. Die größte Angst der Deutschen ist die Verbreitung von Falschinformationen, gefolgt von einer mangelnden Kontrolle über die Technologie. Zudem gibt es eine massive geopolitische Komponente: 72 Prozent der Befragten sehen Deutschland als zu abhängig von den USA an.
Eine Sorge, die laut Bitkom durchaus begründet ist, denn der Markt werde von US-Riesen dominiert. ChatGPT (71 Prozent), Gemini (50 Prozent) und Microsoft Copilot (43 Prozent) sind die unangefochtenen Spitzenreiter, während europäische Alternativen wie Mistral (4 Prozent) kaum eine Rolle spielen.
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