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7 gute Gründe, Vivaldi zu nutzen

Vivaldi bringt frischen Wind ins Browser-Produktivitäts-Game – ganz ohne KI-Verpflichtungen.JR Raphael



Die meisten Menschen wechseln ihren Browser nicht allzu oft. Schließlich ist es im Regelfall bequemer, sich auf Vertrautes zu verlassen, als eine Alternative neu erkunden zu müssen. So ging es auch mir viele Jahre – bis ich den Browser von Vivaldi für mich entdeckt habe. Im Gegensatz zu den meisten Mainstream-Optionen zwängt Ihnen die Freeware aus Norwegen nicht ein Übermaß von KI-Funktionen auf, die fragwürdigen Nutzwert bieten. Vielmehr punktet Vivaldi mit einer sinnvollen, intuitiven Benutzeroberfläche, die tatsächlich dazu beiträgt, effizienter zu arbeiten – und seinem Fokus auf Datenschutz.  



Welche Funktionen dazu ganz konkret beitragen, erfahren Sie in diesem Artikel. Selbst ausprobieren können Sie Vivaldi jederzeit: Der Browser steht für Windows, Mac und Linux sowie Android und iOS kostenlos zum Download zur Verfügung – einen Haken gibt es dabei erfreulicherweise nicht.



1. Shortcuts



Für mich persönlich ist der größte Vorteil vonVivaldi sein umfassendes Shortcut-System. Das funktioniert über ein Menü für Schnellbefehle, mit dem sich praktisch jede Browser-Funktion ausführen lässt. Dazu genügt die Tastenkombination Strg (oder ⌘) + E. Im folgenden Suchfenster genügen ein paar Zeichen, um zum gewünschten Befehl zu finden.


Das Schnellbefehle-Menü von Vivaldi ist ein Gateway zur Effizienz.JR Raphael



Über das Schnellbefehle-Menü können Sie unter anderem:




Screenshots erstellen,



eine Registerkarte in ein neues Fenster verschieben,



aktuelle Registerkarten umbenennen,



sämtliche Tabs rechts vom aktuellen schließen,



die aktuelle URL kopieren,



alle Bilder auf der aktuellen Webseite ausblenden,



den Ton für das aktuelle Tab aktivieren oder deaktivieren,



die angezeigte Seite übersetzen, oder



in den übersichtliche(re)n Lesemodus wechseln.




Die Liste der zur Verfügung stehenden Optionen ist riesig. Diese lassen sich auch individuell anpassen. Zum Beispiel können verschiedene Arten von Befehlen für einen schnelleren Zugriff priorisiert werden. Sobald Sie die für Sie relevanten Befehle verinnerlicht haben, werden Sie deutlich effizienter vorankommen.  



2. Befehlsketten



Das Menü für Schnellbefehle beherbergt ein weiteres performantes Feature von Vivaldi: die Möglichkeit, benutzerdefinierte Befehlsketten zu erstellen. Dabei handelt es sich um Sequenzen von Browser-Aktionen, die in Gruppen zusammengefasst werden und sich anschließend mit einem definierten Kommando triggern lassen.



Ein Beispiel aus der Praxis, der das Konzept etwas greifbarer macht: Wer Internet-basiert arbeitet, öffnet sehr wahrscheinlich im Rahmen seiner täglichen Routine diverse Webseiten. Statt dazu ein Tab nach dem anderen zu öffnen, könnten Sie diese mit einem entsprechenden Befehl in Vivaldi alle auf einmal abrufen.


Unsere „AI“ getaufte Befehlskette ist darauf ausgelegt, eine Reihe spezifischer Webseiten innerhalb eines Fensters zu öffnen.JR Raphael



Befehlsketten dieser Art lassen sich für alle möglichen gängigen (Browser-)Workflows aufsetzen. Etwa Tabs wechseln und schließen, neu laden, Browser-Daten löschen oder Screenshots erstellen. Sogar benutzerdefinierte Zeitverzögerungen lassen sich in diese Workflows einbauen. Im Grunde liefert Vivaldi damit ein individuelles Automatisierungssystem im Browser, mit dem sich so gut wie jeder Task auf ein paar schnelle Tastenanschläge reduzieren lässt.



3. Mausgesten



Vivaldi holt Sie aber auch ab, wenn Sie eher ein Maus- als ein Tastaturmensch sind. In diesem Fall könnte das Mausgesten-System von Vivaldi für Sie interessant sein. Auch dieses Feature spart potenziell massiv Zeit ein.



Getriggert werden diese Mausgesten entweder durch Drücken der rechten Maustaste – oder über den Alt-Button, zu dem Sie die Maus in eine spezifische Richtung bewegen. Beispielsweise senkrecht nach unten, um einen neuen Tab zu öffnen oder in einer L-Form, um den aktuellen zu schließen.


Die Mausgesten von Vivaldi sind eine interessante, zusätzliche Shortcut-Funktion von Vivaldi.JR Raphael



Vivaldi bietet eine ganze Reihe von Mausgesten. Ihre wahre Stärke spielen diese jedoch erst aus, wenn sie erweitert und individuell angepasst werden. Das funktioniert für sämtliche Grundfunktionen von Vivaldi – außerdem lassen sich auch eigene, benutzerdefinierte Mausgesten erstellen und zu Befehlsketten hinzufügen.



4. Individuelle Tastenkombinationen



Darüber hinaus bietet Vivaldi eine enorme Auswahl an „traditionellen“ Tastatur-Shortcuts, die auch für Aktionen auf Browser-Ebene verfügbar sind. Und im Gegensatz zu Chrome und anderen Browsern bietet er dabei die Option, sowohl jeden Standard-Shortcut nach Belieben anzupassen als auch neue für Browser-Aktionen hinzuzufügen.



So könnten Sie beispielsweise festlegen, dass Strg + X die Extensions-Seite von Vivaldi öffnet oder Strg + Alt + S einen Screenshot generiert und in der Zwischenablage speichert. Die Liste der Personalisierungsmöglichkeiten ist quasi endlos.


Eine „Sneak Preview“ der verfügbaren Tastenkürzel bei Vivaldi.JR Raphael



Ein zusätzlicher Tipp an dieser Stelle: Der Shortcut Strg + F1 zeigt eine Liste aller derzeit gültigen Tastenkombinationen an.



5. Web-Panels



Eine weitere Highlight-Funktion von Vivaldi sind Web-Panels. Dabei handelt es sich um eine Art Web-basierte Widgets, die in einem Panel rechts neben dem Browser abgelegt werden und anschließend jederzeit für schnelle Zugriffe und Interaktionen bereitstehen.



Das eignet sich perfekt für die Art von Tools, die man normalerweise als Ergänzung aufruft. Also etwa Notizen, Kalender, Timer, Thesaurus – oder unter Umständen sogar ein LLM wie Gemini oder ChatGPT. Dazu fügen Sie einfach nur die entsprechende Seite hinzu – anschließend steht diese mit einem Klick in der Seitenleiste zur Verfügung.


Web-Panels sind „On Demand“-Widgets, mit denen über eine Seitenleiste interagiert werden kann.JR Raphael



Für jedes Ihrer Web-Panel können Sie natürlich auch eine benutzerdefinierte Tastenkombination erstellen, um Ihre Workflows noch effizienter und schneller zu gestalten.



6. Tab-Tiling



Chrome wurde vor kurzem um eine Option ergänzt, um zwei Webseiten innerhalb einer Registerkarte anzuzeigen. Das scheint so lange ein ziemlich nützliches und cleveres Feature, bis man Vivaldis Interpretation dieser Funktion – Tab-Tiling (Kachelregisterkarten) – zu Gesicht bekommt.



Mit der nordeuropäischen Browser-Alternative können Sie nämlich nicht nur zwei, sondern eine Vielzahl von Webseiten innerhalb eines Tabs darstellen. Und zwar in diversen unterschiedlichen Konfigurationen. Das funktioniert ganz einfach über Drag & Drop – oder alternativ über einen Rechtsklick auf einen entsprechenden Link.  


Die Tab-Tiling-Funktionen eröffnet völlig neue Wege, mit dem Web zu arbeiten.JR Raphael



Diese kreative Vielseitigkeit lassen heutzutage leider viele Browser vermissen. Auf den damit erschlossenen Produktivitätsvorteil möchte man nicht mehr verzichten, sobald man sich einmal daran gewöhnt hat.



7. Datenschutz



Der Vivaldi-Browser kann zudem in einem Bereich glänzen, der für uns alle immer wichtiger wird: Datenschutz. Konkret:




bietet Vivaldi integrierten Zugriff auf den VPN-Service von Proton, der sich jederzeit mit einem Klick aktivieren oder deaktivieren lässt. Die Nutzung ist kostenlos und ohne Einschränkungen möglich. Für weitere Features steht zudem auch ein kostenpflichtiger Premium-Tarif zur Verfügung.



verfügt der Browser über ein natives System, um Werbung und Tracker zu blockieren. Dieses ist standardmäßig deaktiviert und kann entweder für das gesamte Web oder nur bestimmte Einzelfälle aktiviert werden.



lässt sich über eine „Location Override“-Funktion der Standort des Benutzers verschleiern, beziehungsweise manipulieren.



Einen individuellen Standort einstellen zu können, kann abhängig vom jeweiligen Task sehr nützlich sein.JR Raphael



Das Beste an all diesen Funktionen ist die Art und Weise, wie sie implementiert sind. Dabei können Sie selbst entscheiden, wo, wann und wie Sie die einzelnen Features nutzen möchten. Nichts wird Ihnen aufgezwungen oder ist standardmäßig aktiviert. (fm)