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Für diese Dev-Tools wird es jetzt eng

So mancher SaaS-Anbieter dürfte sich in dieser Situation wiedererkennen.aappp | shutterstock.com



Agentic Coding hat die Softwareentwicklung ohne Zweifel im Sturm erobert: Code zu schreiben, wird nie mehr so sein wie vor KI. Vermutlich dauert es auch nicht mehr lange, bis wir gar keinen Code mehr schreiben, weil KI-Agenten das deutlich besser und schneller vollbringen. Mancherorts ist das vielleicht auch jetzt schon der Fall. Aber Software Development umfasst mehr als nur Code zu erstellen. Und gerade diese anderen Bereiche – etwa Versionskontrolle, Dokumentation, CI/CD, Projektmanagement – könnten sogar noch stärker von KI getroffen werden.



So wird insbesondere das Wertversprechen von SaaS-Tools, die Daten analysieren und dazu Insights auf Dashboard-Ebene liefern, durch KI in Frage gestellt. Tools wie LinearB, Jellyfish oder Swarmia können etwa tiefgehende Insights in Repositories liefern. Wenn es aber möglich ist, stattdessen einfach auch Claude Code nach den DORA-Metriken für das Repository zu fragen, verschiebt sich das Bild massiv.



Change oder Tod



Die Anbieter von Tools dieser Art reagieren bereits. Und zwar – wie könnte es anders sein – mit einem radikalen Kurswechsel in Richtung KI-Revolution: Nun werben sie nicht mehr damit, Dev-Teams zu monitoren – sondern den KI-Entwicklungsprozess. Etwas anderes bleibt ihnen angesichts der Umwälzung, die ihnen die Geschäftsgrundlage zu entziehen droht, auch nicht übrig. Man könnte auch sagen, das Motto lautet „Change or Die“. Gleiches gilt jedoch auch für Tools (und deren Anbieter), die die Daten erzeugen, die den Dashboards zugrunde liegen: Sie fokussieren sich inzwischen in vielen Fällen eher darauf, MCP-Implementierungen für KI-Agenten bereitzustellen.



Ein Bereich der Metacodierung, in dem KI meiner Meinung nach ebenfalls echten Mehrwert bietet, ist die Log-Analyse. Früher musste man Protokolle Zeile für Zeile durchforsten, um Hinweise auf die Ursache eines Problems zu finden. Heute gibt man es – unabhängig davon, wie ausufernd es auch sein mag – einem KI-Agenten, der dann die entsprechenden Antworten innerhalb weniger Minuten liefert.



Es wird vermutlich nicht mehr lange dauern, bis bei jedem auftretenden Problem ein MCP-Server einen KI-Agenten benachrichtigt, der das Problem analysiert, behebt und die Korrektur bereitstellt – ohne jeden menschlichen Eingriff. Jeder Anbieter eines Software-Tools, das Teil eines Entwicklungs- oder Betriebs-Workflows ist, sollte intensiv daran arbeiten, ein MCP oder eine von KI-Agenten nutzbare CLI bereitzustellen. Denn genau darin liegt die Zukunft. Ein CI/CD-System muss in Zukunft dazu in der Lage sein, auf Ereignisse zu reagieren, ohne dass ein Mensch überhaupt involviert ist.



Im Grunde werden die Kunden dieser SaaS-Anbieter künftig nicht mehr Software Development Manager sein, sondern MCP-Server eines KI-Agenten. Das wird nicht ohne Folgen bleiben: Früher steckten SaaS-Unternehmen viel Energie in schicke Benutzeroberflächen, Webseiten mit ansprechenden Texten und allerlei Schnickschnack, gedacht für den menschlichen Konsum. Für KI-Agenten wird all das keine Rolle mehr spielen. (fm)



Dieser Artikel ist im Original bei unserer Schwesterpublikation Infoworld.com erschienen.