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Was von Apples neuem CEO zu erwarten ist

Tim Cook übergibt seinem Nachfolger John Ternus “ein gemachtes Haus”.Apple



Apple hat einen neuen „iCEO“: Der aktuelle CEO Tim Cook (65) kündigte an, künftig den Vorsitz des Verwaltungsrats zu übernehmen. Gleichzeitig bereitet sich der derzeitige Leiter der Hardwareentwicklung, John Ternus, darauf vor, ab September die Rolle des CEO zu übernehmen.



Wie zu erwarten, sorgt dieser Führungswechsel bei einem der erfolgreichsten Unternehmen der Welt für zahlreiche Berichte und Meinungen. Hier ist meine Einschätzung: So wie Steve Jobs die Wiedergeburt von Apple prägte und Cook das Unternehmen durch ein beispielloses Wachstum führte, wird Ternus Apple durch eine ebenso beispiellose Phase der Hardware-Ausweitung steuern.



Mehr Wachstum zu erwarten



Ternus ist jemand, der großen Wert auf handwerkliche Qualität im Hardwaredesign legt. In einem sehenswerten Video-Interview (moderiert von Marketing-Chef Greg Joswiak) zeigte er sich entsprechend souverän: „Alles, was wir tun – auch wenn unsere Kunden es nicht immer sehen – enthält neue Ideen. Wir haben das Gefühl, ständig zu innovieren.“, erklärte er.









Während Cook vor allem die operativen Abläufe revolutionierte und Apple mit einem der effizientesten globalen Produktions- und Logistiksysteme ausstattete, steht Ternus für Produktinnovation. „John Ternus hat den Verstand eines Ingenieurs, die Seele eines Innovators und das Herz, mit Integrität und Anstand zu führen“, so Cook.



„Tim Apple“ musste massive Herausforderungen in der Lieferkette bewältigen und gleichzeitig das Wachstum absichern. Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr nach seinem Amtsantritt verkaufte Apple 18,1 Millionen Macs – 2025 waren es bereits 27,2 Millionen. Die iPhone-Verkäufe stiegen von 136 Millionen im Jahr 2011 auf 247 Millionen im vergangenen Jahr. Gerüchten zufolge wurden allein vom MacBook Neo bereits rund zehn Millionen Einheiten abgesetzt.



„Tims herausragende Führungsstärke hat Apple zum besten Unternehmen der Welt gemacht“, betonte der scheidende Verwaltungsratsvorsitzende Arthur Levinson.



Die Richtung ist klar



Die Zeichen stehen eindeutig auf Wachstum. Apples Hardware verkauft sich rekordverdächtig, während das Unternehmen zugleich immer besser in der Lage zu sein scheint, neue Kundengruppen mit günstigeren Produkten zu erschließen – ohne Abstriche bei Qualität oder Nutzererlebnis zu machen. Dafür gibt es drei zentrale Gründe:




die hohen Service-Einnahmen pro Kunde, die Cook aufgebaut hat;



die enormen iPhone-Verkäufe als Erbe von Steve Jobs;



die Einführung von Apple Silicon, vorangetrieben von Ternus und Johny Srouji.




Srouji wird die Hardware-Verantwortung von Ternus übernehmen und in diesem Zuge die 2012 getrennten Teams für Hardware-Technologien und -entwicklung wieder zusammenführen. „Ich freue mich darauf, diese Teams enger zu verzahnen, um noch mehr Innovation zu ermöglichen. Es gibt keine Grenzen für das, was wir gemeinsam erreichen können“, schreibt er.



Diese Zuversicht ist nicht unbegründet. Apples eigene Prozessoren werden entscheidend dafür sein, wie schnell das Unternehmen seine Hardware-Offensive ausbauen kann. Mit 1-Nanometer-Chips in Aussicht sind die Prozessoren kleiner, leistungsfähiger und energieeffizienter als je zuvor – und liefern damit die Basis für völlig neue Geräte, die heute noch gar nicht existieren.



Das Unmögliche möglich machen



Unter Ternus wird Apple diese Chancen konsequent nutzen. Das bedeutet: Das Unternehmen wird nicht nur mit besser bepreisten Qualitätsprodukten neue Märkte erschließen, sondern auch sein Portfolio um völlig neue Produktkategorien erweitern.



Es ist kein Zufall, dass Ternus zeitweise Apples Robotik-Team leitete – während das Unternehmen sich darauf vorbereitet, in den kommenden Monaten erste Robotik-Produkte vorzustellen.



Natürlich wird Apples Hardware weiterhin eng mit der eigenen Software verzahnt sein. Und obwohl Apple eigene KI-Lösungen im Rahmen von „Apple Intelligence“ entwickelt, muss das Unternehmen die KI nicht unbedingt selbst bauen. Entscheidend ist vielmehr, die beste Hardware bereitzustellen, auf der die KI läuft – genau darauf wird sich Ternus konzentrieren.



Die Entwicklung ist bereits absehbar: Unter seiner Führung ist der Mac leistungsfähiger und populärer denn je geworden, während das MacBook Neo diesen Trend weiter verstärkt. Es steht stellvertretend für eine breitere, hardwaregetriebene Expansion von Apples Marktanteilen, die sich unter Ternus weiter beschleunigen dürfte.



Cook wechselt in die strategische Rolle



Als künftiger Verwaltungsratsvorsitzender wird sich Cook verstärkt um die komplexen politischen und strategischen Beziehungen kümmern, die er bereits als CEO gepflegt hat – eine Rolle, in der er als äußerst geschickt gilt.



Das wirft zugleich die Frage auf, ob er künftig auch größere politische Ambitionen verfolgen könnte. (mb)