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Die Stimme der Eltern: Warum wir unsere Kinder oft so erziehen, wie wir selbst erzogen wurden
Wer Kinder erzieht, ist dabei stets von den eigenen biografischen Erfahrungen geprägt. Die Art, wie wir aufgewachsen sind, beeinflusst unseren Erzieh…
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Fakten
- Die Stimme der Eltern ist oft von den eigenen biografischen Erfahrungen geprägt.
- Der Erziehungsstil und die Rollenbilder als Eltern werden oft unbewusst und sind nur begrenzt steuerbar.
- Emotionale Erfahrungen werden häufig weitergegeben, wie getröstet wird, wieviel Nähe oder Strenge erlebt wurde und der Umgang mit Gefühlen wie Wut.
- Tief verinnerlichte Rollenbilder können auch eine Rolle spielen, wie zum Beispiel das Erleben eines Vaters, der wenig präsent war.
- Das eigene Gefühl, dass man sich sicherer fühlt, wenn man die anderen in den Vordergrund stellt, kann ebenfalls eine Rolle spielen.
- Mike Becker hat unter seiner eigenen Kindheit lange gelitten, da sein Vater nie da war und seine Mutter allein zu Hause mit den Kindern war.
- Becker hat eine Schutzstrategie entwickelt, die er Tag und Nacht abgefahren hat, um sich vor Problemen zu schützen.
- Erst mit dem Suizidversuch seiner Tochter brach das ganze Konstrukt zusammen und er begann, seine Erziehung zu hinterfragen.
- Becker und seine Frau konnten nicht begreifen, dass ihr Kind suizidgefährdet war, da sie selbst eine liebevolle Erziehung hatten.
- Später hat Becker mit seinen Kindern darüber gesprochen, was die Erziehung, die er erlebt hatte, mit ihm gemacht hatte.
- Sein Sohn teilte sich ihm mit und berichtete von Druck, den er in Gruppen empfand, von der Angst, etwas falsch zu machen und angestarrt zu werden.
- Becker hat durch eine Therapie viel in sich verändert, doch noch ist er nicht da, wo er gerne wäre.
- Das Verhältnis zu seinen Kindern sei durch seine neue Offenheit aber so gut wie nie zuvor.
- Psychologin Cécile Loetz beschreibt die Schwierigkeit des Themas als wichtiges Thema in jüngeren Generationen.
- Loetz und ihr Partner, Psychologe Jakob Müller, haben ein Buch geschrieben, das helfen soll, sich selbst auf die Schliche zu kommen.
- Das Modell von Loetz und Müller zeigt drei unterschiedliche Typen, wie Eltern auf die Stimme einer strengen Erziehung reagieren.
- Der Kapitänstyp übernimmt die Härte der Erziehung und bejaht das autoritäre Prinzip.
- Der Matrosentyp identifiziert sich nicht mit der Erziehung, doch der innere Kritiker lebt weiter.
- Der Meuterer-Typ lehnt den inneren Kapitän ab und führt dazu, dass jede Form von Autorität bekämpft wird.
- Jeder dieser Modi bringt eine andere Entwicklungsaufgabe mit sich.
- Loetz empfiehlt, die eigene Härte zu hinterfragen und den leidenden Teil in sich wahrzunehmen.
- Müller empfiehlt, sich vom Kapitän zu lösen und loszulassen, dass nicht jede Autorität bekämpft werden muss.
- Oft spricht diese innere Stimme mit, wenn Eltern auf ihre Kinder reagieren.
- Manchmal wird das Kind unbewusst auf die eigene Geschichte reagiert.
- Wer als Kind erlebt hat, dass Anerkennung stark an Leistung gekoppelt war, wird sich oft vornehmen, das eigene Kind nicht unter Druck zu setzen.
- Trotzdem kann sich das Muster in Form einer Grundspannung einschleichen.
- Im Eltern-Kind-Umgang ist es wichtig, immer wieder die Perspektive umzudrehen und sich zu fragen, wie man sich selbst als Kind in einer ähnlichen Situation gefühlt hat.
- Hinweise von anderen Erwachsenen oder dem Kind selbst sollten ernst genommen werden, da sie einen auf einen blinden Fleck hinweisen können.
- Ein Kind mit Schulangst könnte auch etwas von den Leistungsansprüchen seiner Eltern ausdrücken.
- Vielleicht wird im Alltag unbewusst alles zum Lernprojekt, jedes Spiel zum Lernspiel.
- Der Schlüssel für Erziehung sind immer die eigenen Gefühle.
- Allerdings warnen Loetz und Müller auch vor der Annahme, dass alles, was Eltern tun, einen linearen, berechenbaren Effekt auf das Kind hat.