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Erziehungsstile reflektieren: Wie die eigene Kindheit unbewusst weiterwirkt
Wer Kinder erzieht, ist dabei stets von den eigenen biografischen Erfahrungen geprägt. Die Art, wie wir aufgewachsen sind, beeinflusst unseren Erzieh…
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Fakten
- Die Art, wie wir aufgewachsen sind, beeinflusst unseren Erziehungsstil und unsere Rollenbilder als Eltern.
- Wer Kinder erzieht, ist dabei stets von den eigenen biografischen Erfahrungen geprägt.
- Das geschieht oft unbewusst und ist nur begrenzt steuerbar.
- Die Psychologin Cécile Loetz erklärt, dass Erziehungsfragen häufig darum gehen, wie emotionale Erfahrungen weitergegeben werden.
- Im Mittelpunkt steht dabei, wie getröstet wird, wieviel Nähe oder Strenge erlebt wurde und der Umgang mit Gefühlen wie Wut.
- Tief verinnerlichte Rollenbilder wirkten nach, wie zum Beispiel das Bild eines Vaters, der wenig präsent war.
- Mike Becker, 55 Jahre, hat unter seiner eigenen Kindheit lange gelitten, da sein Vater nie da war und seine Mutter allein zu Hause mit den Kindern war.
- Er hat eine Schutzstrategie entwickelt, die er Tag und Nacht abgefahren hat, um sich selbst zu schützen.
- Ein Einschnitt kam erst mit dem Suizidversuch seiner Tochter, der Klassenlehrerin hatte sich an eine Erziehungsberatung gewendet.
- Mike B. und seine Frau konnten das nicht begreifen, erinnert er sich.
- Plötzlich brach das ganze Konstrukt zusammen und er sah, dass alles bei seiner Tochter zusammengekommen war.
- Erst später habe sich das Bild für ihn zusammengesetzt.
- Vieles sei damals bei seiner Tochter zusammengekommen, doch für ihren Umgang mit Gefühlen und Druck sieht er sich selbst in der Verantwortung.
- Seine Tochter hat ihre Gefühle in Leistung umgewandelt, sie hat in der Schule und beim Sport Vollgas gegeben, so wie sie es jahrelang bei ihm gesehen hat.
- Später habe er dann mit seinen beiden Kindern darüber gesprochen, was die Erziehung, die er erlebt habe, mit ihm gemacht habe.
- Sein Sohn teilte sich ihm mit und berichtete von Druck, den er in Gruppen empfand, von der Angst, etwas falsch zu machen und angestarrt zu werden.
- Der Ort, an dem Mike B. aufgewachsen ist, ist unbekannt.
- Jeder dieser Modi bringt eine andere Entwicklungsaufgabe mit sich, so Cécile Loetz.
- Während der Kapitänstyp lernen müsse, die eigene Härte zu hinterfragen und den leidenden Teil in sich wahrzunehmen.
- Der Matrose beginnt zu widersprechen, um sich vom Kapitän zu lösen.
- Der Meuterer wiederum müsse loslassen und akzeptieren, dass nicht jede Autorität bekämpft werden muss, weil das Leben aus mehr besteht als aus fortwährender Auflehnung.
- Oft spricht diese innere Stimme mit, wenn Eltern auf ihre Kinder reagieren.
- Manchmal wird dann nicht das Kind gesehen, das gerade überfordert, müde oder ängstlich ist, sondern es wird unbewusst auf die eigene Geschichte reagiert.
- Wer als Kind erlebt hat, dass Anerkennung stark an Leistung gekoppelt war, wird sich oft vornehmen, das eigene Kind nicht unter Druck zu setzen.
- Trotzdem kann sich das Muster in Form einer Grundspannung einschleichen.
- Im Eltern-Kind-Umgang ist es wichtig, immer wieder die Perspektive umzudrehen und sich zu fragen, wie man sich selbst als Kind in einer ähnlichen Situation gefühlt hat.
- Auch Hinweise von anderen Erwachsenen oder dem Kind selbst sollte man ernst nehmen, da sie einen auf einen blinden Fleck hinweisen können.
- Der Schlüssel für Erziehung sind immer die eigenen Gefühle, sagt Cécile Loetz.
- Allerdings warnen die beiden auch vor der Annahme, dass alles, was Eltern tun, einen linearen, berechenbaren Effekt auf das Kind hat.
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