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El Niño treibt Extremwetter: Gefahr für globale Sicherheit wächst
Im Mai 2024 kamen im Süden Brasiliens heftige Regenfälle und schwere Überschwemmungen zusammen: Mehr als 150 Menschen kamen ums Leben, über eine halb…
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Fakten
- El Niño treibt Extremwetter: Gefahr für globale Sicherheit wächst
- Im Mai 2024 kamen im Süden Brasiliens heftige Regenfälle und schwere Überschwemmungen zusammen
- Mehr als 150 Menschen kamen ums Leben, über eine halbe Million Menschen mussten aus ihrer Heimat fliehen
- Zahlreiche Ernten, besonders Soja und Reis, wurden zerstört, Tausende Schweine und Hunderttausende Legehennen und anderes Geflügel verendeten
- Katastrophen wie diese nehmen weltweit zu
- Wenn Flüsse über die Ufer treten, Stürme ganze Landstriche verwüsten und Hitze lebensgefährlich wird, geht es längst nicht mehr nur um Umweltrisiken – es geht um Sicherheit
- Weltweit geraten Versorgungssysteme ins Wanken, die die Existenz von Millionen von Menschen sichern
- Extremwetter tritt in manchen Regionen so häufig auf, dass Ernten nicht nur ausfallen, sondern eine Bepflanzung der ausgetrockneten Böden mitunter kaum noch möglich ist
- Ohne effiziente und schnelle Maßnahmen könnten auch wohlhabende Länder schon bald unter vermehrten Ernteausfällen leiden, warnte der Direktor des globalen Büros des Welternährungsprogramms (WFP), Martin Frick
- Die Global Environment Facility schätzt, dass bis 2050 gut 95 Prozent der weltweiten Böden in ihrer Fruchtbarkeit schwer beeinträchtigt oder zerstört sein könnten
- Schon jetzt sind den Vereinten Nationen (UN) zufolge bereits 40 Prozent der Böden betroffen – und jährlich kommen rund 100 Millionen Hektar hinzu
- Das hat gravierende Konsequenzen. Denn wenn sich die Bodenqualität verschlechtert, fallen die Ernteerträge deutlich niedriger aus
- In trockenen Regionen spricht man dabei von einer Desertifikation: einer schleichenden Ausbreitung von Wüstengebieten
- Durch menschliches Fehlverhalten wird fruchtbares Acker- und Weideland unfruchtbar gemacht
- Die Folge: Lebensmittelpreise steigen, immer mehr Menschen hungern und die Konflikte um knapper werdende Ressourcen verschärfen sich
- Eine Folge der globalen Erwärmung ist auch, dass der Wassermangel auf der Welt zunimmt
- Und man kann jetzt schon sehen, dass das immer dramatischer wird. Einfach gesagt: Die Landregionen sind dabei, auszutrocknen
- Ein entscheidender Faktor ist die globale Erwärmung. Die steigenden Temperaturen führen zu mehr Verdunstung, Böden trocknen aus
- Gleichzeitig wächst der Wasserbedarf durch das Bevölkerungswachstum und eine sich dadurch intensivierende Landwirtschaft und industrielle Nutzung von Produkten
- Diese Entwicklung bleibt nicht ohne Folgen. Wenn immer mehr Länder mit Wassermangel zu kämpfen haben, führt das zu Konflikten und letztlich zu kriegerischen Auseinandersetzungen
- Latif warnt vor einer 'Überlappung von Risiken'. Im Gespräch mit dem RND erklärt sie, dass sich bestehende Spannungen durch klimatische Veränderungen verschärfen – während zugleich neue Konflikte entstehen können
- Der Klimawandel wirkt sich durch ein dichtes Geflecht unterschiedlicher Faktoren sehr unterschiedlich auf die Länder aus
- Entscheidend sei, wie gut die Staaten mit zusätzlichen Belastungen umgehen können, also wie resilient ihre Institutionen, Infrastrukturen und ihre Versorgungssysteme seien
- Während bei einer Dürre in Deutschland etwa soziale Sicherungssysteme greifen, fehlen solche Strukturen in vielen anderen Ländern
- Und dann kann es schnell passieren, dass der Ernteausfall zu Hunger führt und dann möglicherweise der Hunger zu Konflikten
- Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche kritisierte das europäische Ziel, bis 2050 klimaneutral zu sein, als ungenügend
- Bundeskanzler Friedrich Merz hinterfragte den geplanten Kohleausstieg Deutschlands für 2038
- Klimaforscher Mojib Latif kritisierte, dass bei den erneuerbaren Energien und beim Netzausbau gespart wird, stattdessen stärker auf fossile Energien gesetzt wird – das sind schlechte Vorzeichen für unsere Zukunftsfähigkeit
- Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) fordert, Umweltrisiken stärker als Teil der Sicherheitsarchitektur zu begreifen
- Gesellschaftliche Resilienz und der Schutz unserer Lebensgrundlagen seien zentrale Voraussetzungen für Stabilität
- Kira Vinke verweist immer wieder auf die sicherheitspolitische Dimension: 'Wir sehen ja jetzt durch die steigenden Öl- und Gaspreise infolge geopolitischer Konflikte, dass wir durch das Verschleppen von Klimaschutz nicht nur die Atmosphäre zerstören, sondern auch unsere eigene Unabhängigkeit infrage stellen'
- Bereits die durch den Jom-Kippur-Krieg ausgelöste Ölkrise von 1973 habe gezeigt, wie verwundbar fossile Abhängigkeiten machen
- Selbst wenn es keinen Klimawandel gäbe, müssten wir bei den erneuerbaren Energien jetzt richtig Gas geben, um uns endlich aus diesen Abhängigkeiten zu befreien
- Deutschland ist in der Region Südamerika gelegen
- Die Global Environment Facility schätzt, dass bis 2050 gut 95 Prozent der weltweiten Böden in ihrer Fruchtbarkeit schwer beeinträchtigt oder zerstört sein könnten