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KI im Klassenzimmer: Joscha Falck über die Zukunft von Schule und Lernen

Es ist diese Lücke, die Joscha Falck zunehmend Sorgen bereitet. Auf der einen Seite: Jugendliche, die immer öfter und selbstverständlicher KI-Chatbot…

Fakten

  • Die JIM-Studie 2025 zeigt, dass Jugendliche immer öfter und selbstverständlicher KI-Chatbots für die Hausaufgaben oder zum Lernen nutzen.
  • Lehrkräfte sind sich überwiegend unsicher im Umgang mit KI und befürchten negative Folgen für die Schülerschaft.
  • Der Veränderungsdruck ist groß, da in der digitalen Transformation kaum Zeit bleibt, um aufzuholen.
  • Joscha Falck sitzt als Schulentwickler auf Podien, schreibt Bücher über KI und Schule und unterrichtet selbst Deutsch, Geschichte, Politik und Informatik.
  • An seiner Schule in einer 7000-Einwohner-Gemeinde in Mittelfranken zwischen Nürnberg und Fränkischem Seenland ist er zudem Systembetreuer.
  • Lehrkräfte kommen zu ihm, wenn das Whiteboard ausfällt oder wenn sie wissen wollen, wie sie unterrichten und prüfen sollen, wenn ChatGPT nur einen Klick entfernt ist.
  • Das ist eine der größten Herausforderungen für Schule: Was muss überhaupt noch gelernt werden? Wie kann Gelerntes überprüft werden?
  • KI-Tools haben eine hohe Verführungskraft, bestimmte Anforderungen einfach zu überspringen, was als 'Skill Skipping' bezeichnet wird.
  • Lehrkräfte haben nicht mehr das Wissensmonopol, es gibt jetzt durch KI-Chatbots einen weiteren Akteur im Klassenzimmer.
  • Die wichtigste Aufgabe einer Lehrkraft ist nicht mehr das Erklären, sondern bei der Frage 'Wie kommt wer wann an welches Wissen und: wie kann man es nutzen?' zu unterstützen.
  • Die Beziehungsebene werde wichtiger, da wir den gesamten Menschen in seiner persönlichen Entwicklung sehen, nicht nur den Schüler oder die Schülerin.
  • KI verändert aber nicht nur die Rolle der Lehrkraft, sondern erfordert auch einen gänzlich neuen Blick auf das Fach.
  • In jeder Disziplin stellt sich durch KI die Frage, wie sie reformiert wird, und ob bestimmte Bereiche jetzt weniger wichtig sind und können weg?
  • Lehrkräfte könnten oft nicht mehr sicherstellen, ob Kind oder KI die Leistung erbracht hat.
  • Die Dokumentation und Reflexion zum Gegenstand der Bewertung werden, nicht der Inhalt.
  • Bei Lehrkräften sieht Falck viel Veränderungsschmerz, da das, was man mal gelernt hat, passt nicht mehr und die Rolle verschiebt sich in eine Richtung, die man vor 15 Jahren nicht erahnen konnte.
  • KI kann Lehrkräften im besten Fall Arbeit abnehmen, aber das Ergebnis ist jedoch oft zufriedenstellend nicht.
  • Lehrkräfte seien nicht gefeit vor 'Skill Skipping', auch verändert sich die Rolle von Schülerinnen und Schülern.
  • Kinder und Jugendliche müssen verstehen, anwenden, reflektieren und mitgestalten – erst dann sind sie KI-kompetent.
  • Wissen bleibe jedoch zentral, um das Gelernte einordnen und kontextualisieren zu können.
  • KI könne dosiert schon in der Grundschule eingesetzt werden, um Kinder die Maschinen nicht zu sehr vermenschlichen.
  • Eine aktuelle Umfrage der Krankenkasse DAK mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zeigt, dass die Tendenz dazu besteht, KI in den ersten Klassen einzusetzen.