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Studie zur Schulsozialarbeit in Sachsen: Immer wieder auf der Streichliste

Mobbing, Leistungsdruck, Schulangst: Sozialarbeiter sind an den Schulen häufig die ersten Ansprechpartner für Probleme. Doch in Sachsen stagniert der…

Fakten

  • Die Zahl der Schulschwänzer und -verweigerer in Sachsen hat einen Höchststand erreicht.
  • Im Freistaat Sachsen verlassen immer mehr Jugendliche die Schule ohne Anschluss.
  • Die psychische Belastung von Schülerinnen und Schülern ist enorm gestiegen, laut dem aktuellen Schulbarometer.
  • Schulsozialarbeit kann Konflikte befrieden, beispielsweise durch Mediationen, Einzelgespräche und offene Angebote für alle.
  • Die Zahl der Sitzenbleiber in Sachsen sank um zehn Prozent, gleichzeitig stieg die Abschlussquote.
  • Per Schulgesetz ist Schulsozialarbeit in Sachsen lediglich für Oberschulen verpflichtend vorgesehen.
  • Es gibt 341 Stellen für Oberschulen, das sind lediglich 14 mehr als im Jahr 2020.
  • An Grundschulen sind es 138 (2020: 130), an Gymnasien 75 (60) und an Förderschulen 85 (90).
  • In Sachsen gibt es über 1500 Schulen, rund 40 Prozent verfügen über Sozialarbeit.
  • Die Schulsozialarbeit im Freistaat Sachsen wurde 2017 eingeführt, seitdem stagnieren die Gelder nahezu und sind seit 2023 bei 37,5 Millionen Euro jährlich quasi eingefroren.
  • Jedes Jahr muss um die Stellen gekämpft werden, da weniger Stellen finanzierbar sind.
  • Die Analyse wurde unter anderem von der Robert-Bosch-Stiftung und vom Freistaat Sachsen mitfinanziert.
  • Sachsen ist qualitativ bei der Schulsozialarbeit gut aufgestellt, die Fachkräfte sind auch deutlich jünger als ihre Kolleginnen und Kollegen in anderen Bundesländern.
  • Der Anteil der unter 39-Jährigen liegt bei 55 Prozent, während die bundesweite Quote 43 Prozent beträgt.
  • Fast jede und jeder Zweite denkt darüber nach, die Schulsozialarbeit zu verlassen, da Ursachen wie hoher emotionaler Stress und mangelnde Wertschätzung bestehen.
  • Zwei Drittel sehen sich als Einzelkämpfer, was weit über dem Bundeschnitt liegt.
  • An den meisten Schulen arbeitet bereits mit einschlägigen Konzepten gearbeitet.
  • Sachsen hinkt bei der Schulabdeckung deutlich hinterher und liegt in Ostdeutschland auf dem letzten Platz.
  • Durchschnittlich 533 Schülerinnen und Schüler von einem Sozialarbeiter betroffen sind, im Vergleich zu 388 in Thüringen und 379 in Sachsen-Anhalt.
  • Die Bildungsgewerkschaft GEW und die LAG Schulsozialarbeit formulieren eine klare Forderung: Die Sozialarbeit soll bis zum Jahr 2032 stufenweise ausgebaut werden – dann soll es an jeder Schule mindestens ein Angebot geben.
  • Dafür wären pro Jahr rund 90 Millionen Euro an Landeszuschüssen notwendig, was mehr als eine Verdopplung der bisherigen Gelder bedeuten würde.
  • Ein flächendeckender Ausbau der Schulsozialarbeit ist in Sachsen bislang nicht absehbar.
  • Eine langfristige finanzielle Absicherung für die Fachkräfte und Träger ist dringend notwendig.
  • Die sächsische CDU/SPD-Minderheitsregierung hat sich vereinbart, die Schulsozialarbeit schrittweise auszubauen.
  • Das Ziel ist, dass jede Schule profitiert und multiprofessionelle Teams aufbaut kann.
  • Die Sozialministerin Petra Köpping (SPD) bestätigt, dass das Landesprogramm Schulsozialarbeit fortgeführt und weiterentwickelt werden soll – gesetzlich geregelt für alle Schulformen.
  • Schule hat sich verändert, daher steht außer Frage, dass Schulsozialarbeit zwingend notwendig ist, um Kinder und Jugendliche gleiche Chancen für einen guten Start ins Leben zu haben.