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Iran-Krieg: Spritkrise trifft Australien und Asien besonders hart

Amber Driver rechnet. Die Australierin lebt im Outback, dem riesigen Hinterland des Kontinents – und ihr Sohn muss für die Schule 4000 Kilometer pro …

Fakten

  • Die Straße von Hormus ist ein Nadelöhr für rund 25 Prozent der globalen Öllieferungen.
  • Benzin kostet jetzt im Schnitt 2,50 australische Dollar pro Liter (1,50 Euro).
  • Diesel hat die Drei-Dollar-Marke (1,80 Euro) überschritten.
  • Rund 500 Tankstellen haben mindestens eine der Sorten nicht mehr vorrätig.
  • Australien importiert 90 Prozent seines Kraftstoffs aus asiatischen Raffinerien – in Indien, Malaysia, Singapur oder Südkorea.
  • Die strategischen Reserven decken derzeit 39 Tage ab.
  • Die Internationale Energieagentur (IEA) empfiehlt 90. 'Unsere gesamte Wirtschaft hängt davon ab', sagt Lurion De Mello, Dozent für Finanzwesen an der Macquarie University, mit Blick auf Diesel.
  • Der Kraftstoff bewegt die Lkw, die Lebensmittel über den Kontinent transportieren, treibt den Bergbau an, versorgt Krankenhausgeneratoren in abgelegenen Gemeinden.
  • Australiens Premier Anthony Albanese hat staatliche Bürgschaften für private Kraftstoffimporteure angekündigt, Raffineriesubventionen verlängert und Öl aus der strategischen Reserve freigegeben.
  • Die Regierung hat nun für zunächst drei Monate die Kraftstoffsteuer halbiert – Benzin und Diesel werden dadurch um rund 26 Cent (15 Euro-Cent) pro Liter billiger.
  • Für schwere Nutzfahrzeuge entfällt die Abgabe in diesem Zeitraum ganz.
  • Finanzminister Jim Chalmers beziffert die Kosten auf etwa 2,55 Milliarden australische Dollar (1,5 Milliarden Euro).
  • Parallel dazu verabschiedete die Regierung in Canberra gemeinsam mit den Bundesstaaten einen nationalen Notfallplan zur Kraftstoffversorgung.
  • Der Plan sieht je nach Lage mehrere Eskalationsstufen vor – von gezielten Markteingriffen bis zur Priorisierung kritischer Infrastruktur.
  • Zuvor hatte Albanese die Bevölkerung bereits aufgerufen, nicht zu horten: Fotos von Australiern, die mehrere Reservekanister an Tankstellen füllen, entsprächen 'nicht der australischen Art'.
  • Sein Ministerium schließt Homeoffice-Empfehlungen und Fahrgemeinschaften für die Zeit nach dem April nicht mehr aus.
  • Auch Neuseeland hat einen nationalen Kraftstoffplan aktiviert – ein System ähnlich den Covid-Warnstufen.
  • Derzeit gilt Phase 1. Phase 2 würde Bürger und Unternehmen zu freiwilligem Sparen auffordern, Phase 3 die Versorgung auf lebenserhaltende Dienste priorisieren.
  • Noch dramatischer ist die Lage in Südostasien.
  • Auf den Philippinen arbeiten Regierungsbehörden nur noch vier Tage pro Woche.
  • Thailand und Vietnam haben ihre Beamten ins Homeoffice geschickt, Myanmar führte abwechselnde Fahrtage ein.
  • In der thailändischen Provinz Buriram stehen Autofahrer, Bauern und Lkw-Fahrer stundenlang an Tankstellen an – obwohl Premier Anutin Charnvirakul einen vorläufigen Diesel-Preisdeckel verhängt hat.
  • Eine Landwirtin der 'Bangkok Post' sagte: 'Wir müssen jeden Tag in einer Facebook-Gruppe nachsehen, welche Tankstelle noch Treibstoff hat'.
  • Ein Bürger im vietnamesischen Hanoi klagt: 'Der Sprit ist verrückt. Letztes Mal habe ich mehr als 30 Minuten gewartet, nur um mein Motorrad aufzufüllen.'
  • Laut der US-Energiebehörde EIA waren 2024 rund 84 Prozent des durch die Straße von Hormus transportierten Rohöls und 83 Prozent des Erdgases für Asien bestimmt.
  • Trotzdem sind die Notreserven in der Region spärlich.
  • Während Japan Vorräte für rund 250 Tage und Südkorea für über 200 Tage hält, kommen die meisten Asean-Staaten nur auf einen Bruchteil davon.
  • In Australien mehren sich die Stimmen, die mehr fordern als kurzfristige Schadensbegrenzung.
  • Der unabhängige Senator David Pocock dringt auf einen beschleunigten Umstieg auf E-Mobilität: 'Australien verbrennt jährlich rund 25 Milliarden Liter Benzin und Diesel. Der Ersatz durch Elektroautos würde unsere Abhängigkeit von teurem importiertem Kraftstoff grundlegend verringern.'
  • Erste Marktsignale kommen tatsächlich an.
  • Das Auktionshaus Pickles verzeichnet derzeit 20 Prozent mehr Elektrofahrzeug-Verkäufe als im Vormonat – vor allem bei jungen Familien, die die gestiegenen Pendelkosten nicht länger tragen wollen.
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